Brauerei Häberlen – Der Brau- und Bügelspezialist

Häberlen

Bin neulich auf eine Bügelflasche aus Gaildorf gestoßen. Das Spezial hat mir so gut geschmeckt, das Etikett und die besondere Flaschenform so gut gefallen, dass ich mich entschlossen habe, auf meiner nächsten Ostalbrunde in Gaildorf bei Steffen Manske und seiner Brauerei Häberlen vorbei zu schauen und ihm die Geheimnisse seines Zaubertrunks nebst Bügel zu entlocken.

Steffen hat uns herzlich begrüßt. 1994 ist er zum Dipl. Braumeister Weihenstephan geadelt worden und entwickelt seither seine Brauerei  sehr erfolgreich gegen den allgemeinen Biertrend sauber nach vorne. Und das ohne Außendienstmitarbeiter.

Los ging es in der Schroterei, die mich total begeistert hat. So übersichtlich ist diese in kaum einer Brauerei zu finden. In anderen Betrieben meist über Stockwerke in verschiedenen Räumen verteilt, hat Steffen seine Schroterei kompakt zentral neu aufgestellt.

Das Jakob Carl Sudhaus wurde mit seinen 80 hl Ausschlagmenge am 1.1.2000 in Betrieb genommen.

Das Sudhaus ist mit einem Brüdenverdichter ausgestattet. Durch diesen wird die Energiemenge bei der Würzekochung erheblich reduziert. Steffen ist nicht nur aus diesem Grund einer der wenigen deutschen Brauer mit Solarbierzertifizierung. Er achtet konsequent in allen Herstellungsbereichen auf Energieffizienz.

Seine Hauptsorte mit 93% Ausstoßanteil ist das Spezial mit 12,9% Stammwürze. Das super leckere Dunkle und das Pils werden ebenfalls ganzjährig gebraut. 95% der bierigen Leckereien werden in die Flasche abgefüllt. Dann haben wir uns seinen Gärkeller……

… und den Lagerkeller angeschaut. Sehr, sehr schön. Nur leider muss Steffen schon wieder in einen weiteren Lagerkellerbau investieren. Wachstum kostet Geld oder ganz nach Schwester Doris aus dem Kloster Mallersdorf: “ Viel Hektoliter, viel Arbeit“.

http://www.bierblog.eu/beispielrubrik-no-3/kloster-mallersdorf-dem-bierhimmel-so-nah/

Dann hat er mir auch noch sein altes Sudhaus gezeigt, das sich seit Neuinbetriebnahme des Jakob Carl Sudhauses im Dornröschenschlaf befindet.

Und dann wurde es richtig spannend. In Gaildorf wurden schon immer Bügelflaschen abgefüllt. Und zwar mit einer einzigartigen Form, die auch nur von einem Flaschenhersteller produziert wird. Diese Form hat nur Steffen und die besagte Schwester Doris in Gebrauch. Die Flaschenwaschmaschine hat Steffen extra länger bauen lassen, damit die Laugeeinweichzeit der Flaschen verlängert wird. Das ist echt genial, ziemlich einzigartig und bei den Bügelflaschen unglaublich wichtig, der Sauberkeit wegen.

Abgefüllt und verschlossen werden die Bügelflaschen im Bügelfüller. Das solltet ihr Euch unbedingt vor Ort im laufenden Betrieb ansehen.  Hier liegt der Teufel echt im Detail. Steffen hat die Abfüllanlage bis ins Detail optimiert.

Nach der Besichtigung hat uns Steffen noch zu sich auf seine Terasse zum Bierverkosten eingeladen. Dort haben wir die eindrucksvolle Brauerei meditativ verinnerlichen können. Schön wars.

Mein Fazit: Dunkel in Gaildorf. Plopp. Danke lieber Steffen.

Perle der Ostalb – Die Rotochsen Brauerei

Rotochsenbrauerei

Vor ein paar Wochen war ich mal wieder in einer meiner liebsten Bierregionen, der Ostalb, unterwegs. Und zwar ging´s nach Ellwangen zur Rotochsen Brauerei.

Idyllisch in der wunderschönen Landschaft eingebettet, wurde die Brauerei 1960 aus der sehenswerten Altstadt vor die Tore verlegt. Ein damals für die 1680 gegründete Brauerei historischer Schritt.

Seit 1798 wird die Brauerei und der Gasthof von der Familie Veit geführt. Alexander Veit kenne ich von den Sitzungen des Baden- Württembergischen Brauerbunds. Und Alexander hat uns auch dementsprechend in seinem wunderschönen Sudhaus begrüßt.

Das Sudhaus der Firma Ziemann ist für mich eines der schönsten, die ich bei meinen Brauereibesuchen gesehen habe.

Nicht das älteste, das modernste oder das ungewöhnlichste Sudhaus, sondern wirklich eines der schönsten Herzen einer Brauerei. Denn seit 1960 im Originalzustand erhalten und mit viel Liebe und Traditionsbewusstsein gepflegt. Die Spindel zur Messung des Stammwürzegehalts und das Jod für die Jodprobe, alles am Platz.

Der herrliche Blick auf das Ellwanger Schloss macht das Erlebnis vollkommen. Das Wasser bezieht die Brauerei aus der eigenen 48 Meter tiefen Quelle.

Dann ging es weiter in den Gärkeller. 1996 wurden die offenen Gärbottiche durch moderne Edelstahlgärtanks ersetzt („schade“, Anmerkung des Autors und bekennenden „offene Gärbottiche Liebhabers“ WD aus BB).

Ein Blick auf die neuen Lagertanks….

… und einen zweiten auf die 1960 iger Lagertanks. Die Hauptsorte der Region, wie auch der Rotochsen Brauerei, ist das Edel Export, ein klassisches Spezial mit 12,7% Stammwürze. Gefolgt vom Stiftsherren Pils. Das Weizen wird noch richtig echt in der Flasche vergoren. Solltet ihr unbedingt verkosten. Auf das Craftbeer Gedöns verzichtet Alexander, auch der etwas ländlicheren Region geschuldet. In seinem Vertriebsradius von 30 km um den Schornstein fehlen ihm die geeigneten Kneipen hierfür.

Und dann wurde es richtig klasse. Die Brauerei wurde nämlich 1960 an die damaligen Eiskeller der Brauerei verlegt. Und diese sind heute noch begehbar und auch mit Gruppen zu besichtigen. Ich steh total auf Keller und Katakomben. Vor allem, wenn dort auch in früheren Zeiten das Bier vergoren und gelagert wurde. Die acht historischen Keller umfassen eine Länge von 276 Metern.

Die riesigen Keller haben ihren Ursprung in dem Stubensandstein. Dieser wurde hier abgebaut und zur Speisherstellung beim Bauen und zur Glasherstellung verwendet. Dieser kommt hier in der Region um Ellwangen vor und ist eine echte Besonderheit.

Auch die alten Kühlmaschinen sind erhalten, aber außer Betrieb.

Bevor diese von Herrn Linde in den 1870 igern erfunden wurde, haben die Brauer noch richtig aufwändig das Eis in den Eisweihern schlagen müssen. Mit diesem wurde dann die alten Holzlagerfässer über den Sommer gekühlt. Schaut mal was für ein seltenes Foto der Alexander gefunden hat…..

Wieder ans Tageslicht zurückgekehrt, hat uns dann der Alexander noch in den Bauereigasthof eingeladen. Dieser wird von seiner Schwester geführt. Mein Geheimtipp: Altstadtrundgang,  Brauereiführung und dann als Abschluss ausgiebiges Schlemmen mit gutem Bier im Gasthof. Und übernachten könnt ihr auch noch. Lohnenswert.

Mein Fazit: Sudhaus, Keller und Edel Export in Ellwangen. Was gibt es Schöneres? Vielen Dank Alexander.

Hirschbrauerei Flözlingen – Gefangen im Turmsudhaus

Hirschbrauerei

Über einen tollen SWR Beitrag bin ich auf Rolf Schittenhelm und seine Flözlinger Hirschbräu aufmerksam geworden. Also hab ich meinen Lieblings-Brauereichallengebegleiter Olly von der Karftbierwerkstatt ins Auto gepackt  und ab ging es Richtung Bierhimmel.  Flözlingen liegt auf dem Weg von Böblingen nach Singen linksseitig der Autobahn, Ausfahrt Rottweil. Leute, der Thyssen-Krupp-Turm mag ganz interessant sein, die Hirschbräu toppt diesen bei Weitem. Ein unbedingtes Brauerei musthave.

Doch erst einmal der Reihe nach. Rolf Schittenhelm hat uns sogleich ganz arg nett empfangen. Er führt seine 1793 gegründete, heute 225 Jahre alte (!) Brauerei seit 1991. Vorher hat er seine Brauerlehre bei der leider 1996 geschlossenen Brauerei Wehle in Dunningen absolviert. Seinen Meister hat Rolf in Ulm mit 21 Jahren gemacht, als damals jüngster Braumeister Deutschlands. Und dann ging es los auf echte adventure challenge ins Sudhaus.

Da war ich gleich mal richtig sprachlos. Und das kommt an meinen Lieblingsorten selten vor. Rolf betreibt ein echtes TURMSUDHAUS. Das habe ich so im Original noch nie gesehen. Dieses System findet man heute ähnlich nur noch bei Hobbybrauanlagen. Und der Hammer: Beheizt mit Holzfeuerung!!!

Hier ist noch echtes Handwerk gefragt. Die exakte Temperaturführung beim Maischen  würde den einen oder anderen „Craftbrewer“ mit Sicherheit an seine Grenzen bringen. Rolf hat das aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen voll im Griff. Für 10 hl Ausschlagwürze benötigt er einen dreiviertel Meter Holz und der kostet ca. 60 € auf dem freien Markt. Zum Glück hat Rolf einen eigenen Wald und bezieht von dort das meiste Brenngut.

Die Maische- und Sudpfanne sitzt ganz unten im Turm, darüber ist der Läuterbottich aufgesetzt. Da haben sich die alten Brauer hinsichtlich der Energieoptimierung die richtigen Gedanken gemacht. Effizienter geht es fast nicht. Denn Wärme steigt ja bekannter maßen von unten nach oben. Schön wie die Vorderwürze in die Pfanne rinnt,…..

… nachdem sie über den kleinsten aber feinsten mir bekannten Läutergrand gelaufen ist.

Und Rolf hat die Würze gleich verkostet und für gut befunden. In Farbe, Glanz und Reinheit.  Rolf plant übrigens seit 20 Jahren auch Brauereien im Ausland. In China, Shanghai und Co. Das ist sein Urlaub, sein Wellness. Denn da „schaff ich nur 12 Stunden am Tag anstatt 18 Stunden daheim“. Das bringt ihm jede Menge Inspiration und Erfahrung. IPAs hat er z.B. schon vor vielen, vielen kalten Wintern im Ausland gebraut. Bevor die große Welle bei uns aufgeschlagen ist. Und das ganz nach seinem Motto: „Das Gute nehm ich mit, das Schlechte lass ich da.“ Und deswegen braut er bei sich real old school aber um so hipper am Liebsten sein Spezial ganz klassisch. 2018 übrigens das erste Mal Pils. Wie geil.

Der Läuterbottich wird noch mit einem Transponder angetrieben. Der schnurrt wie eine Katze, das ist voll meditativ. Wäre ich nicht wach gewesen, hätte ich wohl einen meiner schönsten Träume geträumt.

Ein kleiner Blick in den Läuterbottich, schön der Treberkuchen, ….und weiter geht es in den….

… Kaltbereich. Zuerst vorbei an den zwei offenen Gärbottichen. Diese sind gerade leer, da Rolf normalerweise 1 Sud pro Woche macht. Hierbei helfen ihm übrigens seine 2 supernetten Brauer. Der Tim aus Australien, der gerade seine Lehre macht, und sein Oberbrauer aus Brasilien. Internationales Flair in traditioneller Kleinstbrauerei. So wohl ziemlich einzigartig.

Voll schön das original Überdruckventil am Alutank aus den 50ern.

Dann geht es die Treppe hinauf in den neuen Lagerkeller, Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

Rolf lagert sein Spezial, das ist die Hauptsorte, mindestens 6-8 Wochen in den Velo Edelstahl Tanks. Die herrlichen Böcke zwischen 10-12 Wochen. Und das zahlt sich aus. Wir haben gleich mal einen Maibock gezwickelt, sooo köstlich und weich, ein Bocktraum.

Und da seht ihr einen modernen Spundapparat. „Kellermeister“ genannt, der dafür sorgt, dass immer der richtige Druck auf dem Tank ist. Und der ist ja bekanntermaßen verantwortlich für die moussierende Kohlensäure im Bier.

Abgefüllt werden in diesem Raritätenfüller von anno dazumal 800 Flaschen pro Stunde. Das macht Rolf zu dritt. Befüllt wird der gute Gerstensaft nur in die gute alte Bügelflasche 0,5l. Und das ist hier echt authentisch.

Rolf betreibt seine Braugaststätte übrigens selber. Und das nach jedem Brautag. Respekt. Leute, da müsst ihr unbedingt hin. Da gibt es leckere schwäbische Hausmannskost mit leckerem Bier direkt aus meiner nun schönsten und kleinsten besuchten Brauerei nördlich des Äquators.

Mein Fazit: Rolf, „der Optimist mit Erfahrung“. Vielen herzlichen Dank für deine Bierleidenschaft. Du bist echt klasse! Cheers.

Schützengarten St. Gallen – Schweizer Brautradition vom Feinsten

Schützengarten

Da die Kloster- und Schlösserverwaltung Baden Württemberg steif und fest behauptet im Kloster Bebenhausen bei Tübingen, also in meiner Heimat sozusagen , sei niemals Bier gebraut worden, habe ich mich auf Beweissuche nach St. Gallen auf den Weg gemacht. Denn das Kloster Bebenhausen ist nach dem karolingischen Klosterplan St. Gallen aus dem Jahre um 820 erbaut worden und dieser beinhaltet ja bekanntermaßen drei Brauereien.

Hierzu erfolgt ein Blog zum passenden Zeitpunkt…. Jedenfalls habe ich die Gelegenheit  beim Schopf gepackt und mir gleich die Schützengarten Brauerei in St. Gallen angeschaut.

Hier hat mich sogleich der 1. Braumeister Richard Reinart empfangen. Seine Lehre hat er bei Bitburger gemacht, dann ging es über Fischers Stiftungsbräu Erding, Guinness Dublin, Haller Löwenbräu, Bayern Brewing Montana über die Radeberger Dresden und die Locher Appenzell nach St. Gallen. Hier trägt er die Bierveranwortung seit 2017.

Super sehenswert ist das neu gestaltetete Bierflaschenmuseeum mit über 3000 Exponaten aus ehemals 260 Schweizer Brauereien. Die ältesten Flaschen sind aus den Jahren um 1850.

1779 gegründet, ist die Brauerei die älteste der Schweiz und hat mich vor allen Dingen durch ihre sehr moderne Einrichtung echt beeindruckt. Gegründet wurde die Brauerei im alten Schützenhaus und dem Scheibenstand. Einige Originalscheiben aus dieser Zeit sind noch zu bewundern. Hammer….

Mit dabei war auch mein Schweizer Bloggerfreund Reto. Zusammen ging es ins 300 hl Ziemann Sudhaus.

Hier werden die 170.000 hl leckeren Bierchen eingebraut. Somit zählt die Braustätte zu den größten in der Ostschweiz.

Vergoren wird noch zum Teil im alten Gärkeller mit Reinigungshauben, der leider stillgelegt werden soll. Das ist so schade, den was gibt es Schöneres als Gärkeller dieser Bauart von oben….

…. wie von unten zu bewundern.

Vergoren und gelagert werden die St. Gallener Bierspezialitäten auch in den neuen ZKG Kellern. Ein Traum. Super geplant und richtig gut gebaut. Ein Bild von einem Keller, überall bis in die letzten Ecken blitzeblank und außergewöhnlich schön anzusehen.

Vergoren werden hier die klassischen Biere vom naturtrüben untergärigen Klosterbier, Schwarzer Bär Dunkelbier, dem Panache (naturtrübes Radler mit echtem Edelweissextrakt)  bis zum….

Und seit 2015 wird in St. Gallen auch „ge-crafted“. Cooles Labeling und klasse Qualitäten. Sehr lecker ist das Swiss Stout und das old style Ale Gallus 612. Letzteres eine Hommage an  den St. Gallener Klostergründer, den Mönch Gallus. Hier schmeisst der Richard mal richtig Smaragdhopfen in die Sudpfanne. Zusätzlich gewürzt wird noch mit Wacholder. Ein Muss nach der Besichtigung ist der Einkehrschwung ins neue Bräustübel neben der Brauerei.

Mein Fazit: Schützengarten, Tradition trifft Moderne. Lecker.

Ich bin ein Berliner – Das Liechtensteiner Brauhaus

Lichtensteiner

Bei meiner Brauereitour mit Reto durch die Ostschweiz haben wir die Chance ergriffen und einen Abstecher nach Liechtenstein gemacht, um die einzige örtliche Brauerei aufzusuchen: Das Liechtensteiner Brauhaus. Die Brauerei wurde 2007  von Dr. Bruno Guntensperger gegründet, genau 90 Jahre nach der Schließung der letzten Liechtensteiner Braustätte. Ganz unscheinbar liegt sie im Industriegebiet von Schaan.

Empfangen und sofort mit köstlichem Gerstensaft erstversorgt wurden wir vom Chefbraumeister Stefan Lika. Und das auf berlinerisch mit  einer vollen „Berliner Schnauze Breitseite“ sozusagen. Stefan hat vor seiner Sesshaftwerdung in Liechtenstein eine spannende Bierodyssee hinter sich gebracht. Seinen Brauer und Mälzer hat er bei der Schultheiss Brauerei in Kreuzberg gemacht und dann den Berliner Dipl. Braumeister absolviert. Das Rixdorfer Brauhaus in Neukölln hat er auch schon mal angepachtet und als  Brauer und Geschäftsführer betrieben. 2008 war er bei der Vereinsbrauerei Apolda bevor es über die Schützengarten/Schweiz 2012 nach Liechtenstein ging.

Stefan braut seine Biere auf einem der ersten Sudhäuser der Firma Braukon und hat kräftig mitgeholfen, die Kinderkrankheiten aus der frühesten Jugend abzustellen.

Sein Sudhaus nennt er liebevoll „Emma“. Und wenn es Emma mal nachts nicht gut ist und sie auf Störung geht, kommt es auch vor, dass Stefan mit ihr spricht und ihr Trost spendet. Die Emma muss halt gepflegt werden. Der Braukon Hopfengeber mal vor dem Einsatz….

…. und mal im Einsatz.

Live on stage zu sehen bei Retos Kultmovie about the Lichtensteiner.

Stefan verwendet die klassischen Hopfensorten und setzt ganz auf „Tradition, Tettnanger und Perle“. Von 2007 bis 2012 wurde in Liechtenstein sehr traditionell gebraut, Helles, Dunkles und Weizen. Stefans erste Craftbeer Innovation war ein Coffee Stout, ein Guinness Style Stout, das nach Bier schmeckt. Und ganz klar, natürlich nach dem Reinheitsgebot gebraut. Vergoren und  gelagert wird im Eintankverfahren….

… kaltgehopft mit der Hopgun. Stefan ist in Liechtenstein ein absoluter Ausnahmefall, denn er hat ohne Zögern und Murren die Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis erhalten. Warum? Weil vor ihm kein Brauer in ganz Liechtenstein zu finden war…. Auf die Frage von Reto, ob er denn immer noch jeden Tag gerne Bier trinkt hat Stefan wunderschön blumig geantwortet. „Der Bestatter ist doch auch froh, nach Feierabend sich mal mit Lebenden zu unterhalten…“. Schöööön.

Die Hauptsorte ist das Alpagold, ein klassisches Lager mit 20 IBU und 11,5% Stammwürze. Der saubere Gärverlauf lässt auf eine vitale Bierhefe schließen….

So gut wie der komplette Herstellungsbereich ist auch der Abfüllbereich  ausgestattet. Da fehlt es an nichts. Wirklich außergewöhnlich für eine younger age newstyle Brauerei.

Stefan hat verschiedene Bierlinien. Die Speziallinie repräsentiert die traditionellen Bierstile Helles, Weizen und Co., ein single oak aged Whiskybeer gibt es auch als Limited Edition und die craftigen Leckereien vom Pale Ale, IPA, hoppy Lager etc. laufen unter der Linie Club Bier.

Mein Fazit: Ganz nach Stefans Motto – „einer von vielen ist nicht meine Nummer“. Cheers.

Welde Plankstadt – Flasche krumm

Welde

Unverhofft kommt oft. Max Spielmann war bei uns drei Wochen zum Praktikum und so habe ich auf den Gegenbesuch nicht lange gewartet. Ab nach Plankstadt. Dort wurde ich von der eindrucksvollen Skulptur der einzigartigen Weldeflasche  im Kreisverkehr vor der Brauerei geziemend begrüßt.

Da bin ich schon etwas beeindruckt, denn in Böblingen wird meine Idee der Sudpfanne auf dem Postplatz vehement mit der Begründung abgelehnt, dass dies nicht den öffentlichen Statuten enstpricht. Ich werde jetzt auch einen Anlauf mit Kunst im Gepäck Richtung Stadtverwaltung BB starten. Die mega coole Individualflasche von Welde ist allgegenwärtig und ein echter USP.

Bei Welde hat jede Generation Bleibendes geschaffen. 1981 ist der Opa von Max, Wilhelm Welde, mit dem Sudhaus nach Plankstadt ausgesiedelt, dem Standort der heutigen super modernen Brauerei. Sein Sohn, Dr. Hans Spielmann, hat die krasse, für die Brauereigröße wohl einmalige Individualflasche, erschaffen. Respekt. Diese prägt die Braumanufaktur Welde in wohl bemerkenswerter Art.

Jährlich veranstaltet der Cheffe Dr. Spielmann einen art-Wettbewerb um das coolste Outfit, honoriert mit 5000 € für den Gewinner.

Max, der nun knapp ein Jahr mit an Bord des Welde Flagschiffs ist, hat mir seine Brauerei gezeigt. Vom erwähnten Sudhaus….

…über die beeindruckenden Gär- und Lagerkeller, von innen…

…. wie von außen, schöööön.

Welde braut als Hauptsorte das No.1 Slow Beer Pils.  Will heißen, dass ganz old style mäßig, auf lange Lagerzeiten Wert gelegt wird. „Welde-like“ wurde schon früh in den craftigeren Orbit des Gerstensafts abgetaucht. Hier ist die Badisch Gose zu erwähnen. Menge wird mit dem Natur Radler gedreht, natürlich in der Weldeflasche.

Richtig gut machen die Jungs das Bourbon Barrel Bock. Ein Cuvee aus Bourbon-, Rum- und Tequila-Fässern. Der Hammer.

Abgefüllt in die Vichy 0,33l Flasche in der Füllerei.

Das neueste Welde Baby ist von Max himself. Das Kurpfalz Helle in der traditionellen Euro Flasche. Das läuft richtig gut. Nicht nur in der Badischen Heimat, sondern auch schon in der Metropole Berlin. Das hat der Max richtig gut hinbekommen. Lecker taste und cooles outfit.

Mein Fazit: Welde, to be continued. Max, vielen Dank.

Stadtbühl Gossau – Dem Biervana ganz nah

Stadtbühl

Auf meiner Tour durch die Ostschweiz hat es uns nach Gossau verschlagen. Bei der Stadtbühler werden bestimmt keine Gosen gebraut, aber dafür ziemlich super smoothe,  untergärige Leckereien. Das altehrwürdige Brauereigebäude aus den Mitten des 19. Jahrhunderts hat uns in seiner wohl ziemlich einzigartigen Schönheit begrüßt.

Die Gebäudeaußenansicht hat uns sehr neugierig gemacht und wir konnten es nicht erwarten, in die heiligen Hallen einzutreten.

Der totale Flash, eine wohl einmalige Zeitreise nach 1933. Das Edmund Mayer Sudhaus aus Ulm ist aus dieser fernen Zeit noch im Original erhalten und in Betrieb. Gott sei Dank wurde seit dieser Zeit hier nicht daran herumgeschraubt und rummodernisiert. Einmalig. Christian Krucker, Braumeister und Mitinhaber, hat seinen Meister 2007 in Doemens absolviert, ganz in der Tradition seines Vaters, der 1979 in Doemens geadelt wurde. Und 100 Jahre nach dem Abschluss seines Uropas 1907. WOW, das gefällt mir richtig gut. Echte  Schweizer Familien-Braukompetenz.

Der Christian hat sogar seine 4 Walzenschrotmühle und die Malzputze, ebenfalls Baujahr 1933, extra für uns angeschmissen. Gefilmt von meinem Blogger Freund Reto der hopfeNerd.

Malz bekommt er von Schwaben Malz und Best Malz aus Deutschland, gehopft wird mit Hopfenpellets Typ 45 und Typ 90.

Auf seiner Pilotanlage braut Christian alle Spezialsude wie z.B. Nubia Brew und den kaltgehopften untergärigen Hammersud in Kleinstmenge, bevor er im großen Stil in der wunderschönen 75 hl Maischepfanne einmaischt wird.

Es werden 60 hl ausgeschlagen. Gebraut wird alles manuell. Jeder Wechsel, jedes Rad wird von Hand bedient. So geil, ich möchte unbedingt nochmal zum Mitbrauen mit meinem Sohnemann vorbei kommen. In der Kombipfanne werden übrigens auch die Starkbier-Sude für seine Single Malt und Bourbon gebraut, die alle nach Dubai auswandern. Am besten haben mir die Stange mit 20 IBU und das mit dunklem Malz eingebraute Dunkle geschmeckt. Sooo lecker. Der einzige moderne Zusatz im Sudhaus ist die Überkochsicherung, die gab es damals noch nicht und dient der Betriebssicherheit.

Total schön anzusehen ist der Läutergrand für die Abläuterung. Ich kann unseren angehenden Braumeistern nur empfehlen, eine solche Seltenheit auch mal live on stage anzuschauen, zu bedienen und hoffentlich auch zu verstehen. So lernt man am besten das Mysterium Abläuterung kennen.

Als Beweis für die Originalität der unvergänglichen, unberührten Schönheit, habe ich Euch ein Foto von der Steuerung gemacht.

Der Grund, dass von den Kruckers nur untergärige Biere mit viel Handwerkskunst gebraut werden, liegt an den Geheimnissen des Gärkellers. Der Gärkeller aus dem Jahre 1932 ist……..

…..ein offener. Aus diesem Grund vergärt Christian auch nur untergärig, damit es nicht zu einem Hefe super GAU kommt, einem Hefefallout, die Vermischung von obergäriger- mit untergäriger Hefe. Ich stehe so unglaublich auf offene Gärbottiche, mega.

Im Gärkeller wird endvergoren und dann mit 10%-15% Kräusen für die CO2 Bildung aufgekräust. Geil, so wie früher. An der 2 wöchigen Nachgärung und den mindestens 6 Wochen Kaltreifung führt in Gossau kein Weg aus dem Lagerkeller vorbei.

Das Bier wird nach alter Väter Sitte am Fenster der Buchhaltung bezahlt. Bruder Krucker macht die Buchhaltung, Mama Krucker die Finanzen. Mit seinem Team von zwölf Leuten beglückt Christian seine Beerlover mit 7000 hl p.a..

Unterstützt wird der Verkauf in der Brauerei bei Engpässen durch…..

…..Christians Liebling. Christian ist die wandelnde Bierkompetenz. So sehen heute echte (Craft) Brauer aus. It´s cool man.

Mein Fazit: Christian und seine Stadtbühler–ein funktionierendes Museum, that´s real craft. Respekt!

Albquell Trochtelfingen – der Lampert kann´s

Albquell

Ab und an treibt es mich in eine meiner Lieblingsregionen, auf die  Schwäbische Alb. Diesmal ging es nach Trochtelfingen zum Albquell Bräuhaus. Den Tipp habe ich von dem Brauereimuseumsbegründer Lechner vom Pott´schen Museum in Oelde bekommen. Der, der im Bierholzfass schläft. Lechner Also gleich mal hin.

Hier braut Lampert Schmid schon seit Urzeiten seine rein untergärigen Spezialitäten. In der elterlichen Brauerei hat er seine Brauerlehre absolviert, in Ulm den Meistertitel erworben.

Neben der Brauerei im Gästehaus hat er sein Bierkrugmuseum  eingerichtet. Seit vierzig Jahren sammelt Lampert Steinkrüge aus der erweiterten Region. Mega geile Unikate, wie zum Beispiel der Dinkelacker Krug aus der Zeit um 1880 aus Böblingen. Hier finde ich zu meiner Familiengeschichte – krass. Das Alter erkennt man übrigens an der Lage des Eichstrichs. Je näher am Henkel, desto jünger.

Das Museum ist wirklich sehenswert. Unglaubliche Brauereischätze haben ihren Weg nach Trochtelfingen gefunden. Wie z.B. die Ulmer Keramik. An der Rundungsform erkennbar.

1840 wurde aus der bayrischen Maß mit 1,2 Liter und der württembergischen Maß mit 0,8 Liter die Maß mit 1l. Nach dem Bierkrugmuseum, das ich auf alle Fälle nochmal besuchen werde, ging es ins wunderschöne Sudhaus der Brauerei. In der Pfanne von Ziemann mit einer Ausschlagmenge von 48 hl braut Lampert seine Sude aus Überzeugung nur mit dem Einmaischverfahren.

Schön anzusehen, der alte Läutergrand, mit dem man die Abläuterungsgeschwindigkeit reguliert…

…und der Läuterbottich von der ehemaligen Firma Jakob Carl aus Göppingen.

Das Wasser mit seinen 15 ° d.H. kommt aus einer Quelle ca. 1 km von der Brauerei entfernt und wird ohne Aufbereitung ganz natürlich eingemaischt. Die vier untergärigen Sude pro Woche werden im Gärkeller vergoren….

…bevor sie mit Restextrakt zur Nachgärung in die Lagertanks geschlaucht werden.

Dann ging es noch in die Brauereigastätte zur Bierverkostung und hausgemachte Sülze mit Bratkartoffeln essen. Mit dunklem Bier – ein Hochgenuss.

Lampert schafft an der Kapazitätsgrenze, deswegen „brauch ich auch nett nach Stuttgart. Bin auch so ausgelastet“. Soooo schön. Ganz nach dem Leitsatz des Bierpapstes Kretschmers (Bremer Bierkoryphäe des vergangenen Jahrtausends) folgend: „Höchste Qualität und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze sondern müssen Hand in Hand gehen“ haben wir den Tag bei exzellenten Bieren ausklingen lassen.

Mein Fazit: „Hochdeutsch und Schwäbisch isch wie die NRW- und die Euro Flasche.“

Sternburg Leipzig – the lady in red

Sternburg

Auf der Spurensuche der Gose bin ich in Leipzig auf die zur Radeberger Gruppe gehörende Sternburg Brauerei gestoßen. Lohnenswertes Kontrastprogramm pur. Radeberger ist die  Biersparte des Dr. Oetker Imperiums mit ca. 15% Marktanteil in Deutschland. Sternburg, im sächsischen Volksmund auch liebevoll Sterni genannt, ist die fünftgrößte Marke im schönen Osten von Deutschland und auch nur dort zu haben. Im Billigpreissegment beheimatet hat mich interessiert, wie es die Brauer aus Leipzig geschafft haben, fast ohne Werbebudget Kultstatus im Osten zu erlangen.

Um dies zu ergründen hat mich der Brauereicheffe Martin Zapf auf die Reise in sein Sterniversum mitgenommen.

Seit acht Jahren ist der Düsseldorfer Geschäftsführer Marketing und hat hier mal richtig fett Gas gegeben. Empfangen wurde ich im Fan Treff mit einem eiskalten, sehr reinen und ohne große Ecken und Kanten gebrauten Sterni Export…

…mit dem es in das kathedralenhafte Sudhaus ging. Das Export ist mit 85% Anteil die Hauptsorte der Brauerei und bei den Sternitrinkern mega angesagt. Schon beeindruckend ist der Steinecker Läuterbottich mit dem „Pegasus“ Abläutersystem. Da geht richtig was durch. Ca. 1 Mio. hl Sternburg Biere werden hier p.a. in Rekordgeschwindigkeit abgeläutert.

Das Export ist auch deshalb so beliebt, weil es zu DDR Zeiten schon ins Ausland exportiert wurde. Und damals wurden nur die besten Produkte außer Landes geschafft. Seit 1990 wurden ca. 100 Mio. € in die Produktion investiert.

50% der Kunden sind Ü50, der Rest teilt sich in Punks, Studenten und sonstige Bierdurstige auf. Lt. GF Zapf, der sehr nah an seinen Kunden ist, ist Sterni eben eine Marke, wo „jeder Kunde was zu sagen hat“. Dann ging es die Wendeltreppe zu den 36 Gär- und Lagertanks in 36 m Höhe hinauf. Auch für mich als nicht schwindelfreien Bierliebhaber kein Problem mit paar kräftigen Schluck Sterni…

Ein wunderschöner Blick über Leipzig hat den beschwerlichen Aufstieg mehr als belohnt.

Und der Herr Zapf hat echt mega gute Ideen. Zum 500 jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes aus dem Jahre 1516 wurde jedem der über 20 Neugeborenen in Leipzig, die 2016 das Licht der Welt erblickten, und mit dem Namen des Gebotsbegründers Herzog Wilhelm geadelt wurden, 1516 € überwiesen. Auch zieren viele coole Sprüche rund um sein Bier die Werbeplakate der Brauerei. Hand auf mein Herz: Mit soviel Kreativität habe ich hier wirklich nicht gerechnet…

Mein Fazit: Sterniversum – echt cool.

 

Die strahlende Sonne der Ostschweiz – Claudias Sonnenbräu

Sonnenbräu

Mein Schweizer Bloggerfreund Reto, www.hopfenerd.ch, hat mich auf eine mega spannende Brauereitour durch die Ostschweiz eingeladen. Ziel der Veranstaltung ist der erste Collaboration Blog der Welt, an dem ihr jetzt und heute teilhaben dürft. Die erste Destination war die Sonnenbräu in Rebstein nahe St. Gallen.

Claudia Graf, ihres Zeichens einzige weibliche Brauereichefin der Schweiz, hat uns, die  Masters of Blogging, standesgemäß empfangen. Und der Reto hat auch gleich wacker losgelegt.

Claudia ist gelernte Bankkauffrau und hat ihren Braumeister bei Doemens absolviert. Danach ging es los auf Wanderschaft. Zur Falkenbräu, Brauerei Müller Baden (CH), Brauerei Rosengarten, Appenzeller Brauerei Locher und zum Untersuchungsinstitut Labor Veritas nach Zürich. Nun leitet sie schon seit zwölf Jahren die Geschicke der Familienbrauerei. Auch bei uns ging es gleich los auf Sonnenbräu Erkundungstour in das wunderschöne Sudhaus. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das schönste Sudhaus im ganzen Land?“

Bei Sonnenbräu wird mit SchoKo gebraut. Nein, nicht mit Schweizer Schoki, sondern mit dem Schonkochungsverfahren der Würze, das  von dem Bamberger Anlagenbauer Kaspar Schulz entwickelt und patentiert wurde. Gekocht wird unter Vakuum bei 80°C. Ziel war, den Heizölverbrauch beim Würzekochen unter 1 Liter pro hl Würze zu drücken und die thermische Belastung der Würze zu minimieren. Dies kann zu besseren Schaumeigenschaften und verbesserter Geschmacksstabilität im fertigen Bier führen. Beide Ziiele sind erreicht, mittlerweile köchelt das moderne Kochsystem die Bierwürzen in über 60 Brauereien.

Claudia lässt Teile ihrer Braugerste von fünf Landwirten aus der Region anbauen. Vermälzt werden diese in Deutschland, da es in der Schweiz keine größeren Mälzereien gibt. In der Ostschweiz gibt es 12 gewerbliche Brauereien, in der Gesamtschweiz inkl. der neuen hippster Craftbeer Breweries schon fast 800. Die Hauptsorte, das Helle mit 11% Stammwürze, wegen der Glasform in der Schweiz „Stange“ genannt, vergärt unter kirchlichem Beistand in den Outdoortanks.

Das zweitmeist gebraute Bier ist das klassische, etwas stärker gehopfte Spezial mit 5,2 Vol%, seit 1979 wird das untergärige Light als erstes seiner Gattung in der Schweiz gebraut und hat mit rund 10% einen beachtlichen Anteil an den 30.000hl Jahresproduktion. Das gute Tröpflein wird übrigens nach wie vor in die 0,58 Liter Bierflasche abgefüllt. Papa Graf war seiner Zeit damals voraus. Schon 2010 braute er mit als Erster Weizenbier in der Schweiz und vor 10 Jahren obergäriges Ale. Dies wird momentan gerade nicht mehr angeboten, aber Claudia wird Euch bald mit einer neuen Ale-Innovation überraschen…..

Bis zum 1. Weltkrieg war die Schweiz ein vom Wein dominiertes Land, das sich durch die Rohstoffknappheit glücklicherweise zu Gunsten des guten Gerstensafts verschob. In dem Brauereirundgang ist ein schönes kleines Museum integriert. Es sind viele Gerätschaften aus der Zeit des Eismachens zu bewundern, wie auch eine alte Bierpumpe….

Der alte Isobarometer, oder einfacher der Fassfüller, hat bei mir gleich Erinnerungen geweckt. Auf so einem Teil durfte ich bis Anfang der 1990er zu Hause Fässle füllen. Bierdusche inklusive…

Am Ende der Tour ging es noch in den Whisky Keller. Dort lagern seit 2001 die Destillate. Und das mindestens acht Jahre pro Fass. Eingebraut wird im Sudhaus ein Bockbier ohne Hopfen. Denn nur dann wird aus der gebrannten Maische nach drei Jahren im Holzfass per Gesetz ein Whisky. Pro Jahrgang gibt es nur 600-800 Flaschen. Nach den acht Jahren Lagerung und 20% angels share wird der gute Stoff rückverdünnt. Zu haben als Single Malt oder Riebel, benannt nach dem Mais aus dem Rheintal.

Sensationell und ziemlich einzigartig ist auch die Geschichte hinter dem Sonnenbräu Fanclub. Dieser wurde nicht wie üblich von der Brauerei gegründet, sondern von echten Sonnenbräu Fans. Diese hatten das Ziel, nach 5 Jahren 300 Mitglieder zu haben. Das wurde mit inzwischen 5000 Mitgliedern leicht verfehlt. Genial. Für 40 Fränkli gibt es 1 Kiste lecker Bier und eine Einladung zur jährlichen Hauptversammlung inkl. Freibier. Und das in Tracht.

Mein Fazit: Collaboration blog bei Claudia – genial. Danke Reto.