Krombacher- der größte Bierladen Deutschlands

Krombacher

Als Bierblogger musste ich natürlich selbstredend auch mal bei der größten Einzelbraustätte Deutschlands meine Aufwartung machen. Also auf nach Krombach bei Olpe ins sagenumwobene Seenland. Die Brauerei begrüßt seine 80.000 Besucher p.a. in einem Kinosaal in der Krombacher Erlebniswelt, der wohl in seinen Ausmaßen einem Kleinstadtkino in nichts nachsteht.

Die Erfolgsgeschichte der Brauerei ist mit Friedrich Schadeberg sen. untrennbar verbunden. Er hat die Brauerei von einer großen mittelständischen Regionalbrauerei zur größten Braufabrik Deutschlands entwickelt. Sein Geist weht durch die Brauerei und mit ihm die konsequente Ausrichtung auf Wachstum, Wachstum und Wachstum. Legendär ist die Loyalität der gesamten Krombacher-Mannschaft und der Spirit, der ihn zu Lebzeiten umgeben hat. Zweifelsfrei gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Brauägide.

In Krombach wird seit 1892 Bier nach Pilsner Brauart produziert. Heute werden insgesamt 6.700.000 hl in Form von sechzehn verschiedenen Bierprodukten und Fassbrause hergestellt. Davon werden 4.800.000 hl Pils deutschlandweit unters Volk gebracht und mittlerweile auch stattliche 400.000 hl  alkoholfreie Biere. Diese unglaublichen Mengen bringen sagenhafte Kostenvorteile mit sich, die die Vertriebs-Krombachjaner auch zum Leidwesen vieler Klein- und Mittelstandsbrauereien gnadenlos in Form von Preisnachlässen an den Markt weitegeben. Ein schlagkräftiges Tool um die Mengensicherung im rückläufigen Biermarkt zu sichern. Auf dem Steinecker Sudhaus Baujahr 1986 werden auf vier 680 hl und einer 1200 hl Sudlinie die Krombacher Biere gebraut. Und zwar im Dekoktionsverfahren. Zwölf Malzlieferanten sichern die benötigten Malzmengen, gehopft wird ganz klassisch mit drei Gaben. Eine Bitter- und zwei Aromahopfengaben. Die Hopfenvorräte reichen für sechs Jahre, so dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.

48 Quellen aus der Umgebung mit weichem 5 °dH Wasser versorgen die Braustätte mit ausreichend Brauwasser höchster Qualität. Die Würze wird unter Einsatz eines Brüdenverdichters mit 95 °C energiesparend gekocht. Der Läuterbottich von unten gesehen schenkt dem brautechnisch versierten Fachbesucher ein beeindruckendes Bild filigraner Technik.

Vergoren wird in 44 Ziemann Gärtanks im Eintankverfahren bei max. 15 °C. Nach der Diacetylrast wird über den Eski Kühler runtergekühlt und noch zwei Wochen gereift. Nach Filtration, dem Zentrifugieren und der KZE geht’s vor der Abfüllung in zehn    4.800 hl Drucktanks bevor der gute Gerstensaft seinen Weg in die Flasche und ins Fass findet.

Das Filtrationsheadquarter ist der ganze Stolz vom Filtrationsleiter Arthur Riedel, der uns durch die Brauerei geführt hat. Arthur hat 17 Jahre bei Königs Pilsner malocht. Von der Lehre bis zum Meister – und das durch alle Abteilungen. Ein Bierenthusiast wie aus dem Lehrbuch. Arthur kennt sich richtig aus in Sachen Bierherstellung, ist ausgebildeter Biersommelier und lebt und missioniert Bier auf seine unvergleichlich direkte und kompetente Art. Filtriert wird noch mit klassischen Rahmenfiltern unterstützt durch Kieselgur Kerzenspaltfilter.

Angeboten werden neben den klassichen Brauereiführungen auch die Krombacher Sommeliertouren. Hier gibt es über die Infos zur Bierherstellung hinaus zum Abschluss noch ein Foodpairing. Das Dunkle in Kombi mit Schoki war richtig lecker, das Weizen mit Blauschimmelkäse nur mmmmhhhh.

Im Braustüberl des „Visitorcenters“ gab es zum Abschluss und zur Stärkung nach der sehr spannenden und informativen Sommelier +++ Führung noch den Krombacher Dreiklang. Leeeecker.

Mein Fazit: Danke lieber Arthur für die klasse Führung. Jetzt lass uns einen krombachern.

Pilsner Urquell – Vom Japaner und dem grolligen Groll

Pilsner Urquell 

Unsere Kumpels haben meiner lieben Frau eine Reise nach Pilsen geschenkt. Das hat mich natürlich besonders gefreut. Denn zu Pilsen fallen mir sofort so viele schöne Bierassoziationen ein. Josef Groll, Pilsner Brauart, helles Malz, weiches Wasser etc.. Doch dazu später mehr. In Pilsen angekommen, bin ich sofort in die Brauerei gestürmt.

Im sogenannten „Visitor Center“ werden über 100.000 bierinteressierte Touristen im Jahr empfangen. Sehr schön ist der Originalnachbau einer vor ca. 100 Jahren tätigen Brauerei mit Kühlschiff, Berieselungskühler und Sudhaus, die den Besucher im Eingangsportal begrüßt. Und das im ehemaligen Kühlschiffhaus der historischen Brauerei.

Vor 1842 haben ganz viele ganz klitzekleine Brauer in Pilsen fürchterlich schlechtes Bier gebraut und in der Not hat der Stadtrat den griesgrämigen Wanderbrauer Josef Groll aus Vilshofen in der Nähe von Passau engagiert, um den Pilsener Qualitätsnotstand zu lindern. Der Josef war nur kanpp 4 Jahre in Pilsen und hat das Problem nachhaltig gelöst. Und wie das? In seinem Reisegepäck hatte er untergärige Bierhefe dabei. In dieser Zeit, also die Zeit vor der Erfindung der Kühlmaschine durch Carl Linde 1876, war die untergärige Brauweise noch nicht en vogue in Pilsen, wie auch im gesamten dunklen Bierdeutschland. Untergärige Biere sind bekannterweise aufgrund der kälteren Gärtemperaturen wesentlich stabiler hinsichtlich mikrobiologischer Kollateralschäden als die obergärigen. Und so hat er das erste Bier Pilsner Brauart gebraut. Untergärig und….

… nicht nur das. Der grimmige Josef hat auch noch etwas mehr Hopfen beim Brauen verwendet, denn auch der Hopfen trägt zur Haltbarmachung des guten Gerstensaftes durch seine antiseptischen Eigenschaften bei. Dann noch helles Malz anstatt dunkles  in Verbindung mit dem natürlich samtweichen Quellwasser. Und fertig war Josefs Zauberbier. Das erste Bier Pilsner Brauart. Eine eiserne Sudpfanne aus dem späten 19. Jahrhundert hat mich in die Grollsche Zeit zurück gebeamt.

Die Pilsner Urquell gehört mittlerweile seit 2 Jahren zu Asahi, einem großen Japanischen Braukonzern, der den renditeorientierten Haien von AB Imbev die Brauerei und mit ihr viele Andere hinsichtlich kartellrechtlicher Vorgaben abgenommen hat. Denn ansonsten hätten die Ami-Belgier fast soviel Weltbiermarktanteil wie das Bier Pilsner Brauart. Nämlich fast 70%! Das ist schon bemerkenswert mit den Japanern, aber wen wundert es. Mittlerweile haben sich die Chinesen sogar schon auf dem württembergischen und bayrischen Biermarkt eingekauft. Und besonders bemerkenswert ist der „Japaner“ wirklich,….

…denn früher vor 100 Jahren hat er in Form eines Grünmalzkarrens (auch „Japaner“ genannt) den Mälzern bei der Verteilung des Grünmalzes auf der Darre geholfen.

So, genug gelästert. Das alte Sudhaus Baujahr 1931 ist echt eine Pracht…..

…und das Neue noch viel mehr. Hier werden 630 hl auf etlichen Sudstraßen im Einmaischverfahren gebraut und von den 2 Mio. hl Urquell wandern knapp 30% in den Export.

Dann ging es in die berühmten Keller der Brauerei. Hier haben sich in den Hochzeiten vor Einführung der Eisen- und späteren Edelstahl- Gär- und Lagertanks auf den 9 km langen Kellergewölben  6000 Holzfässer verteilt. Und das in 5-10m Tiefe.

Heute haben die Jungs und Mädels von Urquell für die Touris wieder einen historischen Holz – Gär- und Lagerkeller „in Betrieb“. Das ist toll gemacht und so ziemlich einzigartig, denn hier…

… können die Besucher dem Bier beim Gären in historischem Ambiente zuschauen.

Und solche Holzfässer sind heute richtig teuer. Ein Fässle kostet handmade schlappe 11.000€.

Verkostet werden darf direkt vom Eichenholzfass. Für viele Besucher der beste Stoff in Pilsen. Ich bin mir da nicht so sicher, denn das bierige Tröpfle hat eine gewisse organoleptische Ähnlichkeit mit dem unfiltrierten Pilsner Urquell aus dem Edelstahl Keg in den tschechischen Schänken….

Mein Fazit: Bierhistorie trifft Walt Disney. Ein Prost auf den Josef.

Humbser – Jugendstil macht Spass

Humbser

Bei meiner Stipvisite in Nürnberg haben wir auch einen kleinen Abstecher ins benachbarte Fürth gemacht. Ziel war das historische Sudhaus der ehemaligen Humbser Brauerei. Seit 1888 wurde hier in der Schwabacher Strasse gebraut. 1911 wurde vom Brauereicheffe Martin Humbser das wunderschöne Jugendstil Gebäude errichtet und ab 1912 wurde in dem Selbigen fleißig eingemaischt.

Gebraut wurde in dieser wunderschönen Ambiente bis 2009.  Schaut Euch den historischen Originalfilm an, der lohnt sich. Humbserfilm Nach langen Jahren des Leerstandes wurde diese Schönheit nun wieder wachgeküsst.

Und hier wurde mal richtig gebraut. In diesem stolzen Sudhaus wurden in den besten Zeiten über 1 Mio. Hektoliter Bierwürzen p.a. hergestellt….

… auf den Wandkacheln haben wir historische Artefakte entdeckt. Sudanzahl mal Ausschlagmenge…

Seit Oktober 2018 beherbergt der Jugendstilbau eine bierige Gastro. Nach fast drei Jahren aufwändigsten Umbauarbeiten wurde durch den Gastrobetrieb den wunderschönen Kupferhauben eine neu Aufgabe übertragen. Früher Bier machen, heute Bier ausschenken. Aus zwölf Zapfhähnen fließt das bei Tucher gebraute Humbser und Grüner Bier, Schanzenbräu, Boeheim und mehr.

Schöner geht nicht…

Das ist wohl der größte kupferne Läutergrant, der mir seither begegnet ist.

Mein Fazit: Humbser – Bier mit (Jugend-) Stil. Cheers!

 

Tucher, die 2- Städtebrauerei

www.tucher.de

Im Rahmen unserer Nürnberger Rotbierchallenge haben wir dann auch mit Helmut Ell die heutige Tucher Brauerei mit ihrem 2- Städte- Sudhaus besucht. Die Stadtgrenze Nürnberg – Fürth durchzieht genau das Sudhaus. Und das aus gutem Grunde.

Doch erst einmal tauchen wir in die turbulente Geschichte dieser Traditionsbrauerei ein. 1855 ging es durch den Kauf des Königlichen Bräuhauses in der Altstadt in Nürnberg durch die alte Patrizier Familie Freiherren Tucher von Simmelsdorf los. Dort wurde bis zum Brauereiumzug 1906 gebraut. Von 1890 wurde parallel ebenfalls in der neu gebauten Brauerei im Tucher’sche Gartenanwesen Langen Gasse 20 gebraut. Habe eine historische Fotografie vom Bräuhaus gefunden. Vergleich früher….

….zu heute. Wir haben extra eine kleine Schleife an diesen historische Ort in der Nürnberger Altstadt gemacht.

Zurück im 300 hl Gea Sudhaus im 2- Städte- Sudhaus. Dort werden 26 verschiedene Biersorten eingebraut. Über die 19 verschiedenen Tucher Biere , das Lederer Pils als die älteste Nürnberger Biermarke aus dem Jahre 1468, das von Helmut Ell 2011 wieder wachgeküsste Grüner Bier bis zu den guten Humbser Bieren aus der ehemaligen Brauerei in Fürth. Eingemaischt und gekocht wird auf dem Nürnberger Satdgebiet, abgeläutert und im Whirlpool der Heisstrub ausgeschieden auf dem Fürther. Genial.

Seit 2004 gehört nach vielen Fusionen und Eigentümerwechseln die Tucher Bräu GmbH & Co KG mit ihren Marken zu der Radeberger Gruppe und somit der Familie Oetker. Zum Glück, denn die Spekulanten der Reemtsma-, Schickedanz mit seinem Quelle Konzern-, die März- und Inselkammer Fraktionen haben es durch ihre Gier geschafft, komplett alle Nürnberger (Brauhaus Nürnberg J.G. Reif, Lederer und Tucher) und Fürther (Geismann, Berg Bräu, Humbser und Grüner) Traditionsbraustätten platt zu machen. Die Familie Oetker hat dann durch die Grundsteinlegung 2007 endgültig Fakten geschaffen und mit ihrer 55 Millionen Euro Investition alleine in das Sudhaus der neuen Brauerei den Fortbestand der Marken, der Brautraditionen und der Arbeitsplätze gesichert. Chapeau!

Die Brauerei gehört zu den Modernsten in Europa. Was den Energieverbrauch, Umweltfreundlichkeit und letztendlich Produktivität betriff ist sie ganz weit vorne. Und im Übrigen auch was die Qualität angeht. Das Sebaldus Weizen mit seinen + 6%. Vol. Alk. hat mich echt begeistert. Mega feine Banane, super harmonisch.

Hier hat jeder Tank seine Bestimmung…

Bei den Radebergers stehen die Filtrationsentscheider voll hinter der wohl modernsten Technik der Bierfiltration. Der sogenannten Crossflowfiltration. Diese habe ich neulich auch bei der Einbecker Brauerei entdeckt.

Die Liebe zum Detail hat mich begeistert. Auf dem Weg zur Filtration ging es an einem alten Massefilter vorbei. Diese Technik wurde seit der Erfindung der Bierfiltration und ihrer Patentierung durch die Firma Ensinger im Jahre 1845 bis nach dem 2. Weltkrieg angewandt und dann durch die Schichten- und Kieselgurfiltration abgelöst.

Mein Fazit: Brückenbauen macht Spass. Cheers.

 

Altes Sudhaus – Das Kupfer- und Rotbierparadies

Altes Sudhaus

Als dritte Station auf unserer historischen Nürnberger Rotbier Expedition ging es zur ältesten erhaltenen Nürnberger Braustätte an den Schillerplatz. Und somit zu einem, was die Nürnberger Brauereigeschichte betrifft, einzigartigen Ort. In dem wunderschönen denkmalgeschützten Backsteingebäude aus dem Jahre 1899 brauten zuerst die fusionierten Nürnberger Altstadtbrauereien Bernreuther und Liebel. Umgebaut wurde das Sudhaus dann 1939/40 als die Reifbräu sich dazu gesellte. Die Brauereien waren eigenständige Firmen und teilten sich das Sudhaus. 1960 kam es durch Fusion zur Brauhaus Nürnberg J.G. Reif AG. Die Reif AG brachte den Markennamen Siechen mit. 1966 fusionierte dann die „Reifen-Jungs“ mit der damals Freiherrlich von Tucher’schen Brauerei AG zur Brau AG.  Die „Tucher-Jungs“ hingegen verlegten in diesem Zug ihre Braustätte von der Langen Gasse (heutige Friedrich Alexander Uni) an den Schillerplatz.  Fortan wurden die Biere unter Tucher –  Siechen den durstigen Kehlen feil geboten.

Die Vielzahl der Rechtsform der AG bei Brauereien sind by the way dem enormen Kapitalbedarf der Brauereien in der Zeit der Industrialisierung geschuldet. Damals haben die Brauer einfach viel Kohle für die Anschaffung von Dampf- und Kältemaschinen benötigt, um mit der wirtschaftlichen Entwicklung standzuhalten. Empfangen wurden wir von Helmut Ell, dem ultimativen Bier- und Biergeschichts- wandelnden Kollektivwissen der Tucher Brauerei. Helmut ist verantwortlich für die Führungen im Alten Sudhaus und in der neuen Tucher 2- Städte Brauerei. In Helmuts Fragestunde beantwortete er alle Fragen rund um die Tucher Brauerei in aller Perfektion. Mein Gastgeschenk hat er sofort begeistert empfangen und als ausgebildeter Biersommelier gleich in diesem historischen Kontext verkostet und für gut befunden. Helmut ist eine wohl ziemlich einzigartige Energie- und Wissensquelle in allen Belangen rund um den köstlichen Gerstensaft.

Die Tucher Jungs haben nach aufwändigen Renovierungsarbeiten dieses Bierparadies zum Tag des deutschen Bieres am 23. April letzten Jahres wieder eröffnet, um ihrer Brauerei-DNA den passenden Rahmen zu schenken. Das kathedralenhafte 400 hl Kupfersudwerk aus dem Jahre 1960 ist eine Schönheit die ihresgleichen im bayrischen Bierorbit sucht.

An dieser kupfernen Schönheit sieht sich der Bierlover nicht satt….

…nicht satt….

…und nicht satt. Der Hopfenentlauger der Firma Steinecker ist eine echte Rarität und wohl in dieser Ausführung einmalig. Diese Technik ist längst in Vergessenheit geraten, bei der die durchfließenden Heisswürzen vom Läuterbottich Richtung Pfanne den vorgelegten Hopfen ausgelaugt haben. Oder einfach erklärt, eine Hopgun für die Heisswürzen.

Und genau hier wurde nach fünfjähriger intensiver biergeschichtlicher Recherche und unzähligen Brauversuchen der Tucherschen Rotbiertradition wieder Leben eingehaucht. Und zwar in Form einer Kaspar Schulz 15 hl Bräuhausanlage Baujahr 1996. Und in derselbigen findet das Tucher Rotbier seinen Ursprung.

Für das Rotbier werden zwei Biergattungen gebraut und später nach der Lagerung vor dem Abfüllen vermählt. Zum Einen wird ein Vollbier im Infusionsverfahren mit 12% Stammwürze eingebraut. Verwendet werden Cara Red, wenig Röstmalz und klassisches Pilsner Malz. Gehopft wird mit Spalter Select, Hallertau Tradition und Herkules. Der Doppelbock wird mit 19% und den gleichen Zutaten eingebraut. Vergoren wird ganz nach Nürnberger Art klassisch kalt und somit untergärig….

…gereift jeweils 6 Wochen in den Lagertanks.

Der Doppelbock findet dann nach der Reifung nochmal acht Wochen seine Ruhe in verschiedentlich getosteten Eichenholzfässern. Das ist der Wahnsinn, wieviel Mühe, Leidenschaft und Können die Tucher Braumeister sich für diesen Göttertrunk geben.

Abgefüllt wird mein Nürnberger Rotbierfavorit seit 3 Monaten in Flaschen, der 5 l Dose und für ausgesuchte Gastronomieobjekte in eigens angeschaffte Holzfässer. Zum Doppelbock und vor dem finalen Rotbier haben wir eine leckere Gerstenbrezel als kulinarische Grundlage gefuttert. Super Idee. Food- und Bierpairing mal ganz basic.

Mein Fazit: Tucher Rotbier = Vollbier + eichenholzgereifter Doppelbock = Lecker, lecker! Helmut 1000 Dank.

Schanzenbräu – vom Rotbier auf moderne Art

Schanzenbräu

Station Nr. 2 auf unserer Rotbierchallenge war die Schanzenbräu, in einem neuen Industriegebiet in Sichtnähe zur Stadtgrenze Fürth auf Nürnberger Gemarkung gelegen.

Die ersten Sude braute Brauereigründer und Schanzencheffe Stefan Stretz  schon 2004 ganz klassisch, wie es sich gehört, in einem Waschkessel in der Bärenschanzenstrasse. Daher auch der Name und das Logo. Als die Mengen die Waschzubergrenze überschritten, mietete er sich, gypsy-like, bei der Brauerei Sauer Rossdorf ein. Seit 2016 braut er nun in Eigenregie in der nagelneuen Braustätte am Rande von Nürnberg. Stefan hat seine Brauerlehre bei der Brauerei Tucher gemacht und dann den Dipl. Ing. Braumeister in Berlin draufgesattelt. Seit 2017 wird er unterstützt vom angehenden Ulmer Braumeister Domenic Steger, der seine Lehre bei der Brauerei Rittmayer in Hallendorf absolvierte.

Wunderschön anzusehen ist das kathedralenhafte 20 hl Sudwerk von Schulz,…

…pro Sud werden 355 kg Braumalz eingemaischt. Vom klassischen Pilsner Malz, Cara hell und dunkel bis zum Melanoidinmalz für das leckere Rotbier. Nix da Dekoktionsverfahren, hier wird mit dem Infusionsverfahren gearbeitet. Das Läutermanagement von Schulz jagt die Würzen bei der Abläuterung in fantastischen zwei Stunden durch den Läuterbottich. Das spart richtig Zeit, denn die Abläuterzeiten können sich bis zu 4-4,5 Stunden bei älteren klassischen Systemen ziehen.

Das Rotbier wird mit feinstem Hallertauer Tradition und Spalter Select gehopft. Ganz old-school am Anfang und Ende der Würzekochung. Vorgelegt wird dieser im Hopfengeber…..

Die guten Würzen werden im Eintankverfahren vergoren und gereift.

Die Jungs von der Schanze lieben unfiltrierte Biere, deswegen wird auf die Filtration verzichtet und es wird nur untergärig vergoren. Die Hefe kommt aus Kulmbach.

Dann gab es zum Relaxen erstmal eine leckere Verkostung vom Rotbier direkt aus dem Lagertank…..

Im Gär- und Lagerkellerbereich sieht man, dass in dieser Braustätte Zucht und Ordnung herrscht….

Den größten Absatz erzielen die Jungs mit ihrem Hellen. Mein Favorit ist jedoch das mengenmäßig zweitstärkste Gebräu: Das Rotbier mit seinen smoothen 24 Bittereinheiten. Meine liebe Frau hat das Märzen „Kehlengold“ gefeiert. Mit Cascade, Tradition und Select auf stattliche 36  Bittereinheiten getrimmt.

In der Brauerei werden nur die Fässer gefüllt. Die Flaschenabfüllung ist an die Kaiserbräu in Neuhaus vergeben.

Mein Fazit: Schanzenbräu – Schmeckt immer! Cheers.

Steinacher Hausbräu – Mitten im Kristallweizenland

Steinacher Hausbräu

Habe meinem Brauereikollegen Olly von der Kraftbierwerkstatt geholfen, sein neues Sudhaus in Bad Waldsee abzuholen. Das hat er von Armin Sauter bekommen, seines Zeichens Bräu vom Steinacher Hausbräu. Bei dieser Gelegenheit hat uns Armin spontan in seine wunderschöne Brauerei eingeladen.

Armin hat die Brauerei 2004 gegründet und anfangs im Nebenerwerb betrieben. Armin hat echte Bierkompetenz.  Gestartet ist er mit der Brauerlehre 1991 im Bürgerlichen Brauhaus Ravensburg, das Ende 2000 leider die Brauereipforten für immer geschlossen hat. 1997 ging es auf die Ulmer Meisterschule. Von 1998 bis 2012 hat Armin als Braumeister vom Sudhaus bis in den Lagerkeller bei der Schussenrieder Brauerei sein Können gezeigt.

Die Brauerei ist der absolute Hammer. Armin hat 2004 das Sudhaus in das 1890 errichtete ehemalige Waldburgbräu Sudhausgebäude eingebaut. Die Waldburgbräu wurde vom Allgäuer Brauhaus, das zur Radeberger Gruppe gehört, gekauft und hatte bis zur Schließung 1974 einen jährlichen Ausstoß von ca. 40.000 hl Bier. Armins Vater hat in dieser Brauerei schon Brauer gelernt und 10 Jahre gearbeitet. Ein geschichtsträchtigerer Brauereiort ist im Farnyland wohl schwer zu finden. Bitte beachtet die wunderschönen grünen Originalfliesen, die Armin zum Glück erhalten hat.

Die Schulzanlage ist der echte Traum. Das Maischprogramm läuft sauber automatisiert  durch. So kann Armin, während die Enzyme ihre Arbeit verrichten, sich um andere Belange in der Brauerei kümmern. Ausgeschlagen werden 5 hl, gemaischt wird im Infusionsverfahren. Seine verschiedenen Malze bekommt er von der Memminger Mälzerei Bilgram gleich um die Ecke. Hier schätzt er die Qualitäten und den direkten Draht zur Mälzerei. Genial ist das „vollautomatische“ Austrebern mittels Schubkarre gelöst…. 🙂

Sehr bemerkenswert ist die durchgängig hochwertige Anlagen- und Tankausstattung der Kleinstbrauerei mit einem Jahresausstoß von ca. 450 hl p.a.. Alles tipi-topi und so sauber, da kann man echt vom Boden essen.

Neu angeschafft hat sich Armin den Flaschenfüller. Das erspart die Gurkerei zum nächstgelegenen Abfüllungsbetrieb. Außerdem hat er nun alle Herstellungsschritte selber in der Hand. Armin macht die Brauerei alleine, zum Abfüllen von 200 Flaschen in der Stunde holt er sich allerdings Verstärkung dazu.

Die Hauptsorte ist die Steinacher Halbe, bernsteinfarben mit einem Alkoholgehalt von 5,2 Vol.%. Das Dunkle kommt mit 5,6 Vol.% etwas stärker um die Ecke, das Weizen gibt es nur über den Sommer. Eins verbindet die Biere. Alle mega sauber, super süffig und sooo arg lecker. Da können sich einige bekannte und unbekannte Klein-, Craft- und sonstige Brauer und Nichtbrauer eine richtig starke Scheibe abschneiden. Wenn ihr die Biere verkosten wollt, und das solltet ihr unbedingt, dann ab ins Kristallweizenland. Die Biere gibt es nur in ein paar ausgesuchten Gaststätten und auf Festen in Bad Waldsee.

Mein Fazit: Steinacher Hausbräu, sehr sehenswert. Meinen Dank an den Arminator.

Hochdorfer – Die Schöpfer des NaturRadlers

Hochdorfer

Anlässlich des Sektionstreffens der Biersommeliers Baden-Württemberg habe ich meinen geschätzten Brauerkollegen Eberhard Haizmann und seine Kronenbrauerei in Hochdorf wieder einmal besucht. Die Familienbrauerei schaut auf eine außergewöhnlich lange Tradition zurück. Seit 1654 werden mittlerweile in der 12. Generation sehr leckere Bierspezialitäten gebraut. Das ist wohl ziemlich einmalig in Deutschland. Die nächste Generation ist seit 2011 mit Tochter Katharina auch schon am Start.  Hochdorf liegt im Gäu, ca. 50 km entfernt von Stuttgart. Eberhard ist ein echter Bier-Evolutionär. Durch seine vorausschauende Kreativität war er bei einigen bemerkenswerten Entwicklungen Vorreiter. Lasst Euch überraschen…

Nach der sehr netten Begrüßung hat er uns seine beeindruckende mittelständische Brauerei gezeigt. Los ging es standesgemäß im wunderschönen Sudhaus. Hier braut Eberhard 7 Sude pro Tag. Bei einer Schüttung Malz von 2.000 kg werden 120 hl ober- und untergärige Würzen ausgeschlagen.

Das Sudhaus der Firma Nerb wurde im August 2007 in Betrieb genommen. Die Würzen werden mit dem Außenkocher schonend gekocht. Mit den beim Kochen anfallenden Schwaden wird im Pfaduko (Pfannendunstkondensator) Wasser erhitzt und im Brauprozess umweltschonend wiederverwendet. Ja, wer ist der denn….?

Eberhard verarbeitet Hopfen der Sorte Hallertauer Tradition aus seinem eigenen Hopfengarten. Da war er seiner Zeit lange voraus, denn diesen gibt es schon seit 1993, also lange vor dem Zeitalter der Nachhaltigkeit. Mein Lieblingsgarten hat eine Größe von 1 ha. 4000 Hopfenstöcke bringen einen jährlichen Ertrag von ca. 50 Ztr feinstem Hochdorfer Hopfen. Das deckt, je nach Biersorte, ca. 30-40% des jährlichen Hopfenbedarfs. Der Rest wird aus Tettnang bezogen. Verbraut werden ausschließlich Naturhopfen Pellets Typ 90. Das ist auch der Grund für das feine Hopfenaroma meiner Lieblingssorte, der Hochdorfer Pils-Krone.

Der Gär- und Lagerkeller wurde in drei Etappen 1993, 1998 und 2016 auf den heutigen Stand ausgebaut.  2016 wurde auch die Hefepropagation bzw. die Hefereinzuchtanlage in Betrieb genommen. Dadurch verwendet Eberhard immer frische, hochmotivierte Hefen zum Vergären seines Gerstensafts.

Eberhard braut seit 2010 sein Hochdorfer NaturRadler und war damit in Deutschland die erste Brauerei, die NaturRadler hergestellt hat. Diese Innovation hat ihn in dieser Biermischgattung zum Marktführer in Baden-Württemberg katapultiert. Chapeau! Seit 2017 wird auch Cider hergestellt und seit 2018 alkoholfreies naturtrübes Pils. 

Sehr cool ist der Kiesbyetank. In diesem offenen Gärtank werden nicht nur die Weizenbiere vergoren, nein….

….man kann der Hefe auch beim Arbeiten zuschauen.

Seit Dezember 2006 wird die brauereieigene Hackschnitzelanlage betrieben. Es wird ausschließlich mit Holzhackschnitzeln aus der Region geheizt. Hiermit werden damit umgerechnet ca. 350.000 Ltr. Heizöl und ca. 1.000 t CO2 pro Jahr eingespart. Auch hier war Eberhard mal wieder der schnellste Brauer in BW.

Als Abschluss unseres Besuchs gab´s für die Sommeliertruppe natürlich noch das obligatorische Biertasting mit Eigen- und Fremdbieren und passenden Gebäckvariationen. Lecker….

Mein Fazit: Aus der Region für die Region – Lecker Bier, NaturRadler, Cider und Co. Danke lieber Eberhard.

 

Einbeck – Auf den Spuren des Bocks

Einbecker

Kurz vor Weihnachten haben Olly und ich uns auf den Weg nach Hamburg gemacht, um dort die neue Reeperbahn Brauerei von Astra anzuschauen. Jedenfalls kommt man auf dem Weg Richtung Waterkant als Brauereisuchender nicht an Einbeck vorbei, ohne den Blinker rechts zu setzen. Einbeck ist seit vielen Jahren aufgrund seiner wohl einmaligen Biergeschichte ein Biersehnsuchtsort für mich. Dort angekommen, lohnt sich neben der Brauerei  auch ein Kurztrip durch das wunderschöne Fachwerkstädtchen, gerade auch in der Zeit, in der der kleine schnuckelige Weihnachtsmarkt zuckersüß seine Waren feil bietet.

Im Städtle lohnt sich auf alle Fälle ein kulinarischer Besuch des Brothauses am Marktplatz im Rahmen des  Einbecker Bierpfades. Das Brothaus beherbergt die Brauereigaststätte. Im historischen Altstadtkern wurde im 14. Jahrhundert in fast jedem Haus Bier gebraut, denn jeder Bürger hatte das Recht hierzu. Der Stadtrat kaufte in dieser Zeit von den fast 700 Brauherren die Überproduktionen auf und sorgte für den Vertrieb der damaligen Starkbiere quer durch Europa, von Amsterdam bis Reval. Aus dieser Zeit rührt der legendäre Ruf des Ainpöckischen Gerstensaftes her. Im krassen Gegensatz zum authentischen Fachwerkflair hat uns dann der  Prunkbau der Brauerei aus den 1980ern feudal empfangen. Hier trifft historisches Altstadtflair auf produktive Bierherstellung.

Wir wurden sehr nett vom 1. Braumeister Christoph Benseler empfangen, der seit August 2018 die Verantwortung für die wohl berühmtesten Bockbiere der Welt in seinen Händen trägt. Vor Einbeck war er drei Jahre bei Eric Toft in Schönram, davor bei Paulaner. Die Brauerlehre hat er bei den Bierspezialisten von Riegele in Augsburg absolviert

Dann ging es gleich ins Sudhaus. Auf dem Huppmann Sudwerk werden 12 verschiedene Biere eingebraut. Allesamt im Infusionsverfahren und unter Zugabe von nicht zu knapp Hopfen. Die Hopfenliebhaber kommen in Einbeck durch alle Biersorten hinweg auf ihre Kosten. Die Hauptsorte ist das lecker feingehopfte Brauherrenpils. Ausgeschlagen werden je nach Sorte zwischen 500 hl und 800 hl pro Sud.

Die Einbecker Brauhaus AG wurde erst 1967 gegründet. 1972 wurde aus der Einbecker Brauhaus AG, der Schultheiss-Brauerei AG Berlin und der Dortmunder Union-Brauerei die erste große Deutsche Brauereigruppe Brau & Brunnen.  1997 wurde die Aktienmehrheit der Einbecker Brauhaus AG von einer privaten Investorengruppe übernommen. 2004 wurden die restlichen verbliebenen Brauereien der B&B Gruppe übrigens durch den Kauf der Oetker Gruppe in den Radeberger Verband integriert.

Die 1980 gebaute Brauerei war zu dieser Zeit wohl eine der modernsten und produktivsten Brauereien in Europa mit einer Kapazität von ca. 1.000.000 hl. Heute werden einschließlich der Marken Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger und Härke noch ca. 550.000 hl gebraut. Die Bockbiere mit einem Stammwürzegehalt von + 16°P gibt es als helle wie auch als dunkle Variante in Form von Winter-Bock und Ur-Bock dunkel. Die Vermählung der dezenten dunklen Röstaromen des Münchner Malzes mit der ausgeprägt schönen Hopfung machen diese zu einem besonderen Genuss. Übrigens ist für mich die dunkle Jahreszeit, die Zeit der dunklen Bockbiere – lecker, lecker, lecker (Anmerkung des Autors). Die ZKG´s des Lagerkellers von der Fa. Munk & Schmitz aus Köln sind noch aus Stahl gefertigt und haben eine Innenbeschichtung. Diese werden nach und nach durch neue Edelstahltanks ersetzt.

Die ehemalige ZHF Kieselgurfiltration (Zentrifugal Hochleistungs Filter)…

… wird gerade durch eine umweltschonende kieselgurfreie Crossflow Filtration ersetzt. Dieser neuen Art der Filtration könnte die Zukunft gehören. In Einbeck bleibt man am technischen Puls der Zeit.

Ebenso sind die zwei Abfülllinien der Brauerei technisch state of the art und sehr sehenswert. Von diesen Wirkungsgraden träumt der kleine Brauer.

Und warum das Bockbier eigentlich Bockbier heisst und ohne Einbeck nur schwerlich seinen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten hätte, verrate ich Euch in meinem Blog aus dem Jahre 2014. Bockbier

Mein Fazit: Frei nach Martin Luther: „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Ainpöckisch Bier genennt“. Cheers

Vulkan Brauerei – der tiefste Bierkeller der Welt

Vulkan Brauerei 

Immer wieder bin ich auf diversen Craftbeer Festivals oder in der einschlägigen Literatur auf die Jungs aus Mendig gestoßen. Der „tiefste“ Bierkeller der Welt hat mich motiviert, mit meinem Bierbruder Olly von der Kraftbierwerkstatt auf einen daytrip in die Eifel zu düsen.

Dort angekommen, hat uns der Cheffe Malte Tack sehr herzlich empfangen und gleich in Richtung Eingang Bierkeller geführt.

Malte ist ein echt cooler Typ. Er stammt aus einer Mineralbrunnenfamilie und  war vor seinem Brauerleben verantwortlich für das Eventmanagement auf dem Nürburgring. In seiner knappen Freizeit geht der Malte gerne jagen und fährt als Rennfahrer gerne Langstreckenrennen. 2011 hat er die 1875 gegründete Brauerei aus der Insolvenz erworben und nach und nach zu dem Bierhotspot der Region aufgebaut. 2010 wurden noch knapp 2000 hl p.a. gebraut, heute werden 7.500 hl gebraut und lokal im Umkreis von 30 km unter die 450.000 Einwohner gebracht. Wachstum + 45% p.a., Weltklasse!

Dann ging es 153 Stufen und 30 m tief hinab in die Biervergangenheit von Mendig. Mitte des 19. Jh. haben hier die 28 örtlichen Brauereien ihr Bier gelagert. Entstanden sind die natürlichen Höhlen durch die Bimssteingewinnung für Mühlsteine. Diese bildeten sich durch einen Vulkanausbruch vor ca. 13.000 Jahren.

Der Vorgänger der heutigen Vulkan Brauerei, die Wölker Brauerei, hat die  Keller als Gär- und Lagerkeller bis 1980 genutzt. Beeindruckend ist, dass die Gärbottiche….

…. wie auch die Lagertanks heute noch voll erhalten sind. Schon mega scary ist, dass bei so vielen Brauereien im Ort nach einem Bierdiebstahl im Lagerkeller aus Revanche ein Brauer vom anderen in den Tiefen erschlagen wurde…

Im bierigen Hades herrschen ganzjährig bei 95% Luftfeuchtigkeit 8 °C. So konnten die Brauer vor Erfindung der Kältemaschine ganzjährig untergäriges Bier brauen und haben sich dann nach Lindes Kälterevolution einen Haufen Kälteenergie gespart. Die Tankbehandlung – mega….

Die Tanks und alle anderen Gerätschaften wurde mittels Aufzug in die Keller eingebracht, beeindruckend. Malte lagert heute übrigens seinen legendär leckeren Bourbon Barrel Doppelbock in Holzfässern im Hades.

Das alte Sudhaus hat Malte stehen lassen,…..

…das neue 40 hl BrauKon Sudhaus steht gleich daneben. Der neue Gär- und Lagerkellerbereich ist ebenfalls aus der Hand von BrauKon. Bei der Vulkan Brauerei wird komplett auf die Filtration verzichtet. Die Hauptsorte ist mit 60% das Helle, seit 2016 gibt es auch das naturtrübe Pils. Glanzfein ohne Filtration. Möglich durch 8 Wochen Lagerung unter 0°C. WOW. Auch Craftbeer Kollegen sind gerne gesehen. Bei der Vulkan können die Gypsies vom Brauen bis zum Abfüllen alles aus einer Hand haben. Super professionell organisiert.

Von November bis April gibt es den lecker dunklen Doppelbock. Alle Biere werden übrigens nur in der Zehnerkiste in 0,33 l Flaschen zum Vekauf angeboten. Neben dem Brauermarkt gibt es vor Ort noch das Brauhaus. Super cool gestylt, um die alte Fasswichs gebaut. Das gastronomische Highlight der Region. Merkt Euch unbedingt: Ausfahrt Menden raus, Blinker links, und ab ins Brauhaus lecker Vulkan Biere kosten. Super.

Mein Fazit: Vulkan, der direkte Weg vom Hades in den Bierhimmel.