Winkler Amberg – 400 Jahre Brautradition

Brauerei Winkler

Eine weitere Station meiner Amberg Bierchallenge war die Brauerei Winkler. Den Juniorcheffe Max habe ich beim Biersommelierkurs in Doemens kennengelernt. Max hat auch in Weihenstephan den Dipl. Braumeister absolviert und arbeitet seither in der elterlichen Brauerei. Von ihm wollte ich mehr über die spannende Biergeschichte Ambergs, die eng mit der der Brauerei verbunden ist, erfahren. Die Brauerei hat ihr sagenumwobenes vierhundertjähriges (400!) Jubiläum letztes Jahr begangen. Das Sudhausgebäude stammt aus dem Jahre 1617 und hat die in der damaligen Zeit üblichen und heute zum Teil noch bei den Kommunbrauhäusern zu findenden erkennbaren Charakteristiken. Nur die Kirchen, das Kloster und das Rathaus von Amberg sind älter. Wunderschön….

Bei der Gründung verlieh Kurfürst Friedrich V. dem Weißen Brauhaus Amberg das Recht, Weißbiere zu brauen und somit zählt die Brauerei Winkler höchstwahrscheinlich heute zu den ältesten privaten Weißbräustätten Bayerns. 1913 erwarb der Urgroßvater von Max die Brauerei, die vorher als Kommunbrauhaus fungierte. Heute steht im Sudhaus ein Huppmann Sudwerk Baujahr 1961 mit brachialem Hopfengeber (rechts). Mittlerweile vollautomatisiert.

Hier braut Max seine Biere. Die Hauptsorte ist das Helle mit 11,8% Stammwürze und weichen 22 Bittereinheiten. Den hellen Doppelbock und das Weihnachtsbier gibt es saisonal, das bernsteinfarbene Zoigl ganzjährig. Ein Traum von einem Bild, das intimste Innere der Sudpfanne….

1807 wurde übrigens das Kommunbraurecht guillotiniert. Vorher brauten in den Hochzeiten bis zu 35 Amberger Bürger mit eigenem Haus-, Brau- und Ausschankrecht hier ihre Würzen. Diese wurden dann in den Kellern unter den Schänken vergoren und dann feil geboten. Der Läuterbottich, Formvollendung in Kupfer.

Die neuste Bieridee von Max ist ein helles Lagerbier naturtrüb und mit Citra kaltgehopft. Der Name ist Programm, helle Freude. Vergoren wird in den neuen Gärtanks und die Hefe wird hier noch vom Chef persönlich gesiebt. Das bringt saubere, gärfreudige Hefe und mega leckere Bierqualitäten.

Das Amberger Wasser hat nur 2-2,5 °D und zählt somit zu den weichsten natürlichen Wässern in Deutschland. Wasseraufbereitung, Wasserenthärtung: Fehlanzeige, beneidenswert. Wie ihr wisst gibt gutes Wasser gutes Bier. Aus diesem Grund waren die Bamberger Braumeister im Mittelalter auch sehr begehrt. Und das bis heute, denn der Max ist immer fleißig am putzen….

Gelagert wird noch ganz klassisch, kalt und lang. Und das zahlt sich aus. Die Bekömmlichkeit der Winkler Biere sucht ihresgleichen. Der Selbsttest ist mir bei diesen Bieren sehr, sehr leicht gefallen.

 

Mein Fazit: Frei nach Max: „Wer veganes Bier trinken möchte, der soll Fassbier saufen.“ Cheers.

 

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