Über Werner

Auf der Suche nach dem Shangri-la des Bieres. Ich bin die 6. bierbrauende Generation Dinkelaker in Böblingen. Wie mein Vater, Großvater und Urgroßvater habe ich der Dinkelakerschen Tradition folgend in Weihenstephan das Studium zum Diplom Braumeister absolviert. 1991 ging es auf Betriebsüberwachungsexpedition nach Venezuela zur Polarbrauerei, die damals “total quality like” rund 20 Mio hl Bier produzierte. Nach meiner Rückkehr habe ich noch kurz den Dipl.- Wirtschaftsingenieur draufgesetzt, erste Schritte im Außendienst bei der Eichbaumbrauerei Mannheim gemacht und bin dann mit Familie für ein Jahr zum Brauereiaufbau nach Nord Zypern (1996). Zurückgekehrt darf ich nun schon seit 1997 mit einer klasse Mannschaft unsere regionalen Biertrinker mit feinsten Leckereien aus der Schönbuch Braumanufaktur in Böblingen beglücken. Bier ist mein Leben, deswegen sind meine Tage auch durch Bier geprägt. Tagsüber bespaße ich meine Kunden, Mitarbeiter und freue mich über unsere tolle Brauerei. Zum Feierabend verkoste ich die mir zugeschickten Bierspezialitäten aus dem In- und Ausland und zum krönenden Abschluss natürlich auch unsere Leckereien. Bierreisen mit meiner lieben Frau (ausgebildete Biersommeliere und geduldige Lektorin meiner Blogs - vielen Dank mein Schatz) und Besuche bei Brauerkollegen mit meinem Bierbruder Olly von der Karftbierwerkstatt sind meine Inspiration. Auf der Suche nach dem “Aledorado” haben schon sehr viele schöne Brauereien unseren Weg gekreuzt. Und darüber blogge ich seit 2013. Mega Spass machen mir auch meine Biervorträge und Verkostungen, bei denen ich mit Bierinteressierten meine Leidenschaft teilen darf. Folgt mir auf der Suche nach dem schönsten Brauerei- und Bierort der Welt.

Lamm-Bräu Untergröningen – Zur Bierappel auf die Ostalb

Lamm-Bräu Untergröningen

Habe von meiner Lieblingscraftbierwirtin Barbara vom Maulwurf in Stuttgart Vaihingen den Tipp bekommen, die Familie Kunz und ihre Lamm-Bräu in Untergröningen zu besuchen. Mit diesen arbeitet sie schon seit vielen Jahren hinsichtlich Aktionsbieren zusammen. Untergröningen liegt mit seinen 1.289 Einwohnern ganz grob nördlich zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen auf der Ostalb.

Getroffen habe ich mich mit dem Inhaber und Braumeister Andi Kunz , der die 1830 gegründete Familienbrauerei in 6. Generation führt, im neuen Sudhaus. Das Sudhaus hat der Andi richtig klasse gemacht…

… denn der Plan des Seniorchefs im Hause Kunz war, das alte Sudhaus in den bestehenden Räumlichkeiten durch ein neues zu ersetzen. Am Ende hat sich dann doch der Andi mit seiner am Stammtisch geborenen Idee durchgesetzt, das neue Prunkstück in einem neuen, vorgesetzten Zweckbau zu installieren. Sein Kumpel, der Schreiner, und sein gutes Bier haben ihn dazu inspiriert.

Da hab ich richtig was dazu gelernt. Falls ich mal  ein neues Sudhaus bauen sollte, werde ich ebenfalls bei einem guten Bier mit meinem Schreiner über diesen Konzeptansatz sprechen. Andi hat seine Lehre beim Biobier-Pionier Neumarkter Lammsbräu gemacht. Der Kontakt kam damals über den legendären Karl Friedrich Kretschmer, Brauereitechniker, Erfinder des Friabilimeters und Buchautor. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Werke „Fibel der Bierschädlinge“ und „Wissenswertes über alte Brauweisen“. Nach der Lehre ging es über die ehemalige Ziegelhofbrauerei in der Schweiz, die Lasser Brauerei in Lörrach und Fischer´s Brauhaus Mössingen noch zwei Monate ins Labor der Dinkelacker Brauerei Stuttgart. Weiterbildung gab es noch für ein Jahr zum Braumeister bei Doemens und zum Betriebswirt.

Gebraut werden auf dem 30 hl Braukonsudwerk, das erst 2019 in Betrieb ging, zehn verschiede all year round und fünf saisonale Bierspezialitäten. Das Export ist mit 40% ausstoßstärkste Sorte. Das sagenumworbene Bier-Appel hat es mir allerdings besonders angetan. Ein super süffiges, extrem zum Weitertrinken anregendes, untergäriges Unfiltriertes.  Der Sage nach ist die Bierappel ein Schlossgeist, die vor langer Zeit, spät in der Nacht, eine Magd beim Bierzapfen im Schlosskeller erschreckte, die ihren Herrschaften heimlich an die Biervorräte gehen wollte. Als die Magd den Spunden aus einem Fass zog, um ihren Krug zu füllen, wurde sie von der Bierappel überrascht. Vor lauter Schreck ließ die Magd den Spunden in ihren Bierkrug fallen und steckte ihren Finger in das Loch, um Schlimmeres zu verhindern. Daraufhin spottete die Bierappel: „Oho muss i do lacha, dr Zapfa en dr Kachel ond dr Fenger em Loch!“ Genial!

Die 4000 hl Verkaufsbier im Jahr bei 60% Fassbieranteil (vor 2020) werden mit dem 16° dH Wasser aus dem eigenen Brunnen gebraut. Wegen des etwas härteren Wassers verwendet Andi im neuen Sudhaus eine biologische Säuerungsanlage. Der Gärkeller verbirgt eine ganz besondere Rarität. Kunz Senior war einer der ersten Brauer in Süddeutschland, der 1976 das Vergären im geschlossenen, stehenden ZKG (Zylindrokonischer Gärtank) praktiziert hat. Zur damaligen Zeit ein absolutes Novum und extrem innovativ. Denn damals wurde üblicherweise in offenen Bottichen kalt bei 8°C vergoren. Bei dem heute in fast jeder Brauerei angewandten Eintankverfahren werden die Würzen bei 13 °C unter Druck vergoren.

Die Tanks stammen aus dem Hause Gross aus Radolfzell, das heute zur Firma Kieselmann gehört. Andi hat mir sogar verraten, warum sein nur im Sommer erhältliches Hefeweizen so lecker ist. Die Rezeptur seines Zeiselweizens ist unter Mithilfe seiner Freunde aus der Weissbierbrauerei Gutmann und der Brauerei Sonne Bischberg entstanden. Gelagert werden die Biere um die null Grad, ebenfalls stehend…

Nach dem Lagerkeller sind wir noch auf einen Sprung ins stillgelegte Jakob Carl Sudhaus Baujahr 1952. Wunderschön mit den original grünen Sudhausfliesen. Der Seniorchef möchte dort ein Biermuseum installieren. Da freu ich mich schon drauf…

Vorbei ging es an der hauseigenen Brennerei, bei der leider Gottes momentan aus altem Fassbier edler Bierbrand gezaubert wird,…

… direkt in die Brauereigaststätte zur Bierverkostung. Andis Schwester führt nicht nur diese, sondern auch die zwei brauereieigenen Gastros „Hinz und Kunz“ in Schwäbisch Gmünd und in Abtsgmünd. Die Bierverkostung mit Andi und seinem Vater war ein bieriges Highlight. Ich werde mit Sicherheit baldmöglichst mit meiner Gattin wiederkommen und mir dann neben den köstlichen Bierspezialitäten ein leckeres Abendmahl und ein schönes Zimmer im Brauereigasthof gönnen.

Mein Fazit: Lamm-Bräu Untergröningen – sagenhaft!

Der Bräunlinger Bierpfad

Habe mit meinem Sohnemann Luki und meinem Bierbruder Olly was für die Gesundheit getan. Und wo geht das am besten? Natürlich an der frischen Luft. Und zwar dort, wo sie mit am gesündesten ist: Am Rande des wunderschönen Schwarzwaldes, im beschaulichen Bräunlingen. Denn dort gibt es nicht nur gesundes Bier aus der mir lieb gewonnenen Bräunlinger Löwenbrauerei, sondern auch einen lehrreichen Bierpfad dazu.

Braumeister André hat uns herzlich empfangen und am Startpunkt des Pfades, gleich neben der Brauerei gelegen, mit einigen Fläschchen leckerem Gerstensaft ausgestattet.

Nach intensiver Erklärung der Route, damit wir auch nicht auf falschen Pfaden wandern, ging es los auf die 6,5 km lange Bierrunde.

Immer gut gekennzeichnet, damit sich der durstige Wandersmann*innen auch nicht verlaufen mag…

Und zum Lernen gibt es dabei auch jede Menge. Zum Beispiel an der ersten Station über den herzoglichen Kanzler Leonhard von Eck, der das am 23. April 1516 durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassene Deutsche Reinheitsgebot niedergeschrieben hat. Danach darf zum Brauen bekanntermaßen nur Hopfen, Malz und Wasser verwendet werden.

Wir haben auch einiges über genau diese Zutaten an verschiedenen Stationen auf dem Lehrpfad erfahren dürfen. Spannend wurde es, als es um mein persönliches Lieblingsthema Biergeschichte ging…

Und um physikalische Maßeinheiten…

Mein Fazit: Raus an die frische Luft. In Bräunlingen schmeckt die besonders frisch. Cheers.

Über die Suche nach dem heiligen Gral des Bieres

Heute gibt es einen ganz persönlichen Podcast über…

…mich. Und zwar über:

Meine Suche nach dem heiligen Gral des Bieres

Der Macher des Gründerleben Podcasts Mathias Hackenbracht hat mich überreden können, einen ganz persönlichen Podcast über mich und mit mir zu machen. Macht Euch ein schönes Bier auf und hört rein!

Mein Fazit: Gründerleben macht Spass. Dir weiterhin viel Erfolg lieber Mathias.

 

Brauerei Holzhausen – Daniel Düsentrieb und sein Oloid

Brauerei Holzhausen

Nach viel zu langer Coronapause sind Olly und ich endlich mal wieder auf Brauerei- Entdeckungsreise gefahren. Nach dieser Zwangspause habe ich uns einen besonderen bierigen Leckerbissen rausgesucht. Und zwar die sagenumworbene Oloidbrauerei des Markus Langer in Holzhausen-Igling. Igling liegt knapp neben Buchloe, Buchloe ganz grob unterhalb von Augsburg…

Markus hat uns ganz in Braumeistermanier super herzlich empfangen. Markus, seines Zeichens Dipl. Braumeister Weihenstephan hat zur selben Zeit wie ich sein Studium in Weihenstephan absolviert. Und so haben wir erstmal ausgiebig über mehr oder weniger uns beiden bekannte Persönlichkeiten, Bekannte und Freunde des Brauwesens gelästert und gelacht…

Markus hat seine Brauerlehre im Kloster Ettal gemacht. Dann ging es zum Bund als Fallschirmspringer nach Nagold, bevor er als junger Dipl. Braumeister für vier lange Jahre bei Berg in Ehingen anheuerte. Viel über die Weizenherstellung gelernt hat er unter dem sagenumwobenen Braumeister Mandi Mühlbauer vom Hofbräuhaus Freising. Sein betriebswirtschaftliches Knowhow hat sich Markus in Pforzheim beim Aufbaustudium zum Dipl. Wirtschaftsingenieur angeeignet. Bevor er 2013 dann die Brauerei Holzhausen angepachtet hat, hat er viele Projekte freiberuflich für Markus Lohner´s Braukon übernommen.

Los ging es im Sudhaus. Das Besondere an der Brauerei ist, dass sie ohne den Einsatz einer Pumpe auskommt. Dementsprechend maischt Markus am obersten Punkt der Brauerei im Maischbottich ein. Nach dem Maischen geht es  in den Läuterbottich (auf dem Bild vorne) und danach in die daruntergelegene Pfanne. Läuterbottich und Pfanne sind ein Kombigerät. Das alles läuft mit Hilfe der Schwerkraft. Die Läuterbottichpfanne hat er von Brewdog Aberdeen Sonntag morgens über Facebook ersteigert. „That´s pretty cool man“.

Markus verzichtet ganz bewusst auf den Einsatz von Pumpen, um seinem Bier die Pein der Scherkräfte zu ersparen. Für ihn sind Scherkräfte für sein Bier wie Folter für Bierhexen im Mittelalter. Markus hat einige Patente angemeldet. Eines davon ist der Vormaischer, bei dem das Wasser aus der Mitte strömt und einen rotierenden Wasserteller erzeugt. Auf diesen Wasserteller fällt das Schrot und vermischt sich sofort staub- und klumpenfrei mit dem Wasser. Durch die extrem gut gebundenen Schwebstoffe erspart man sich im Läuterbottich beim Abläutern den Tiefschnitt und erhält so extrem blanke Würzen. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Standzeiten bei der späteren Bierfiltration deutlich erhöhen… WOW!

Dann hat uns Markus sein auf der Welt wohl einmaliges top secret gezeigt. Sein Oloid in der Maischepfanne. Der Oloid ersetzt das klassische Rührwerk und zeichnet sich zum Einen dadurch aus, dass er einer der wenigen Körper ist, der über seine gesamte Oberfläche abrollen kann. Zum Anderen, dass er eine Grundströmung erzeugt, die schräg auf die Maischbottich-Edelstahlinnenseite trifft und eine Drehung der guten Maische bewirkt. Die perfekte scherkraftfreie Durchmischung. Erfunden hat den Oloid übrigens der Maschinenbauer Paul Schatz 1929, der als Plausibilitätsnachweis für die von ihm begründete Inversionskinematik gilt. Da war der Olly nicht mehr zu halten und hat ganz frech in den Maischebottich gelugt…

Der Oloid hat neben seiner sehr intensiven scherkraftfreien Durchmischung der Maische auch noch den Vorteil, dass er sage und schreibe bis zu 25 Prozent weniger Energie als ein klassisches Rührwerk benötigt. Und zu reinigen ist er ebenfalls sehr leicht, da keine toten Ecken am Corpus Delicti zu finden sind…

Leider ist Stand heute der praktische Einsatz des Oloiden nach oben hin auf 60 hl Maische begrenzt. Sonst hätte ich für meine Brauerei zu Hause gleich einen bei Markus geordert und wäre somit stolzer Besitzer des zweiten in einer Brauerei eingesetzten Oloids. Vom Whirlpool geht es mit 0,85 bar Sterilluftdruck scherkraftfrei über den Plattenkühler..

…in den Gärkeller. Dort wird die Würze ganz klassisch untergärig bei maximal 10°C und obergärig bei maximal 23°C vergoren…

… bevor das Jungbier im Lagerkeller in den langen, tiefen Winterschlaf fällt.

Markus hat seine neue scherkraftfreie Brauerei 2018 im ehemaligen Flaschenkellergebäude der Brauerei in Betrieb genommen. Die neue Brauerei dient hauptsächlich dem Zweck, dass Markus seinen Forschungsarbeiten in scherkraftfreier Bierherstellung nachkommen kann. Mittlerweile so erfolgreich, dass er als Nebenerwerbsbraumeister respektable 800 hl feinste Biere im Jahr verkauft. Und das wundert nicht, denn seine bemerkenswert milden, runden Biere zeichnen sich nicht nur durch einen extrem stabilen, feinporigen Schaum aus, sondern auch durch seine wunderbar sämige Perlage.  Soooo lecker!!

Vorher hat Markus in der alten Brauerei gebraut. Unter Mithilfe des Sudhauses Baujahr 1951 mit 22,5 hl Ausschlagmenge und vieler, vieler Transmissionsriemen.

Unter dem Dach ist noch eines der letzten intakten Kühlschiffe, neben dem in der Brauerei Drei Kronen in Memmelsdorf,  in Deutschland zu finden.

Mein Fazit: Holzhauser Landbier – so unglaublich schön kann Bier sein. Der Schaum, ein Traum.

Ich wünsche Euch ein gesundes bieriges 2021 – Jahresrückblick 2020

Puhhh was für ein Jahr…. Der C-Virus hat uns alle schwer zu schaffen gemacht. Besonders hart getroffen hat es die kleineren, regionalen Brauereien mit einem hohen Fassbieranteil, viele Gastronomen und unsere Freunde aus dem Craftbeer-Bereich. Gerade auch aus diesem Grunde habe ich trotz aller Schwierigkeiten versucht, den einen und anderen Kollegen zu besuchen, um uns gemeinsam die Freude an dem wohl mit schönsten Beruf der Welt, dem des Brauern, nicht zu verlieren. Ich nehme Euch jetzt mit zu ein paar Stationen meiner Bierreisen 2020. Los ging es in Südafrika mit der Stellenbrau und ihrem unglaublich leckeren Rooibosbier. Mit den dafür extra angefertigten überdimensionierten Teesieben…

Nach diversen bierigen Destinations im südlichsten Land des afrikanischen Kontinents ging es ins Elsass zur Brasserie Sainte Cru zum Collabbrewing. Das Brauen mit Cheffe Vivien hat riesig Spass gemacht. Leider hat uns hier das C-Virus den Ausschank unseres Gemeinschaftssudes in Böblingen unmöglich gemacht…

Auf dem Rückweg haben wir Strassbourg mit dem wunderschönen Brauhaus der Brasserie Meteor und deren Biere genossen…

…bevor wir später meinen geschätzten Kollegen Dr. Markus Fohr und seine Lahnsteiner Brauerei besucht haben, um uns an seinem legendären Grutbier zu laben…

Im Sommer haben wir auf unserer Deutschlandtour Weihenstephaner Studienkollegen, etliche  Keller in Bamberg und Bierpaläste in Dresden besucht, bevor wir im hohen Norden bei der Lille Brauerei gestrandet sind…

Dann noch einen Abstecher in eines der schönsten Sudhäuser Deutschlands bei der Einbecker-Tochter Härke,

…bevor das Bierjahr nach erfolgreicher Meisterung des Bräunlinger Bierpfades mit dem Bräunlinger Löwenbräu Braumeister Andre endet.

To be continued… Danke für Eure Treue und Eure tollen Feedbacks. Bleibt gesund!!!

 

 

 

Podcast No. 1 – Die Premiere

Werners Bierblog Podcast 

Frohe Weihnachten, liebe Bierblog – Leser*innen! Zum Fest habe ich mir in diesem Jahr etwas ganz Besonderes überlegt: Die Weltpremiere von Werners Bierblog Podcast! Mir hat die Aufnahme voll Spaß gemacht und ich hoffe, Euch macht das Hören genauso viel Spaß. Ich freue mich über Euer Feedback. Genießt die Feiertage und bleibt gesund! Und vergesst das Anstoßen mit einem guten Bier nicht.

Mein treuer Brauerei- und Bierbegleiter Olly hat mir nicht nur 2013 den Anstoß gegeben, über meine vielen Brauereibesuche einen Blog zu machen, sondern vor ein paar Wochen dann auch noch mit ihm einen Podcast auf den Bierweg zu bringen. Einen was? Podcast? What the hell…??? Auf Nachfragen bei meiner Tochter und Social-Media-Spezialistin Nina, was denn ein Podcast sei, meinte Sie nur: „Papa, Podcasts sind voll Mainstream, das machen sogar mittlerweile Merkel und Kretschmann…“. Naja, also genau das richtige Hipster-Ding für mein Alter. Zum Glück ist Olly ein alter Hase im Medien Business und hat uns gleich die richtige Technik zum Podcasten in mein Kanada Tonstudio gebracht,…

…und direkt losgelegt. Übrigens ist er mit seiner eigenen Biermarke Kraftbierwerkstatt auch schon seit 2014 am Start und teilt mit mir seine Liebe zum Bier.

Nach unserem ersten Versuch, der uns trotz vielen Bieren und entsprechendem Enthusiasmus nach mehrmaligem Anhören nicht ganz veröffentlichungsfähig erschien, haben wir uns mit einem neuen Storyboard und personeller Verstärkung nochmals ans Vertonen gewagt. Mit meinem Sohnemann Luki an Bord, der gerade das Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan macht und durch sein legendäres kaltgehopftes Lagerbier Lucky Experience regionalen Ruhm erlangte, wagten wir den zweiten Anlauf…

In unserem Podcast greifen wir auf die Brauereibesuche aus meinem Bierblog zurück und vertiefen verschiedentliche Themen aus vielen Bereichen rund um unser Lieblingsthema Bier. Bei unserem Jungfernpodcast haben wir uns für meinen Besuch bei der Lille Brauerei in Kiel entschieden. Hierbei hat uns Olly inhaltlich durch den Podcast geführt und Luki durch sein technisches Fachwissen ergänzt.

Die Musik zu unserem Podcast hat uns Axel zur Verfügung gestellt. Super geniale Mucke. Unser Ziel ist es, in aller Regelmäßigkeit mit viel Spass und verschiedenen interessanten Biermenschen hinters Mikro zu sitzen und für Euch viele Dinge über Brauereien und das Bier zu vertonen. Wir freuen uns sehr auf Euer Feedback und Eure Anregungen, doch jetzt hört aber erstmal rein:  Werners Bierblog Podcast.

Viel Spass.

Unser Fazit: Bierlein, Bierlein an der Wand, wer hat den schönsten Bierpodcast im Land? 1000 Dank an Olly, Axel und Luki für Euren Support.

Härke – Eines der wohl schönsten Sudhäuser der Welt

Härke

Auf meiner Suche nach dem Shangri-La der Brauereien hat es mich nach Niedersachsen ins rund 50.000 Einwohner Städtchen Peine verschlagen. Bei meinem Besuch des Einbecker Brauhauses hatte ich von dem wunderschönen, sagenumworbenen Sudhaus der Brauerei Härke gehört. Aufgrund genau dieses Sudhauses wurde Härke  2013 mit stattlichen 70.000 hl vom Einbecker Brauhaus geschluckt. Dazu später mehr. Alles begann 1890 als Ernst Härke die damalige Raul`sche Brauerei am Standort des heutigen Härke Brauereiausschanks erwarb. Die heutigen denkmalgeschützten Gebäude der Brauerei…

…wurden zwischen 1927 und 1935 nach den Plänen von Architekt Anton von Norden erbaut. Der damalige Zeitzeuge Alfred Striemer meinte schon, dass es sich um „eines der schönsten Brauereigebäude, die es im Lande gibt“ handelt. „Ein Hochbau, in roten und schwarzen Klinkern, von prachtvoller architektonischer Wirkung“. Auf der einen Seite wunderschön anzusehen und mit Sicherheit ein einzigartiges Industriedenkmal. Auf der anderen Seite eine große Bürde aufgrund der begrenzten Nutzungsmöglichkeiten für den neuen Eigentümer. Die Nachwelt wird sich jedoch freuen, dass auf diesem brauhistorischen Stückchen Erde nicht der gefühlt hundertmillionste austauschbare Konsumtempel gebaut wurde. Auch das gusseiserne Brauereitor zum Bierglück bleibt hoffentlich für die nächsten Generationen erhalten…

In der ehemaligen Bierstadt Peine ging es urkundlich belegt 1356 mit dem Brauen los. 1798 gründete die Familie Düvel die Vorläuferin der heutige Härke Brauerei und bewirtschaftete diese bis 1832. Von 1832 bis 1890 braute die Familie Raul. Von 1890 bis 2013 die Familie Härke mit den letzten Geschäftsführern der Familie, Mathias und Martin Härke. Erst 1907 wurde übrigens von Raulscher Brauerei auf Brauerei Härke umfirmiert. Laut Biersteueraufzeichnungen aus dem Jahre 1875/76 weiß man, dass zu dieser Zeit vier Brauereien in Peine gebraut haben. Empfangen hat uns die Cousine meiner Frau, die liebe Nicky, die verantwortlich für die Brauereiführungen ist.

Nach einer sehr interessanten Einführung durch die Geschichte der Brauerei hat sie uns direkt ins Herz der Begierde geführt…

2008 haben die Gebrüder Härke die Modernisierung ihres Sudhauses in Angriff genommen. Mit dem Ziel, eines der schönsten Sudhäuser in Deutschland zu realisieren…

…was ihnen auch tatsächlich gelungen ist. In mehr als 800 Stunden wurden die alten Kupferhauben händisch aufpoliert. Noch heute ist es keinem Besucher erlaubt, ohne Stoffhandschuhe die Bierkathedrale zu betreten. Pfannentätscheln wird mit sofortigen Handabhacken vor Ort bestraft…

1890 brauten die Härkes nach dem Erwerb 3.000 hl im Jahr. Nach dem 1. Weltkrieg waren es schon 10.000 hl, zum 100 jährigen Jubiläum 1990 sagenhafte 160.000 hl. Dieser Jahresausstoß entspricht der Wegstrecke von Peine nach Kairo, wenn man sich die Mühe macht, diese Menge in 0,33 l Flaschen abzufüllen und aneinander zu reihen. Das Innenleben der ehrwürdigen Gefäße wurde mit modernster Technik ausgestattet..

Leider hat die Sudhausmodernisierung und die damit nicht planbaren, überhöhten Kosten, neben Absatzproblemen die Brauerei in die Insolvenz getrieben. Manchmal ist das Brauerleben wirklich mehr als traurig und tragisch. Neben unendlichem Leid für die Eigentümerfamilie hat dieses Unglück auch eine andere Seite. Denn was gibt es Erfüllenderes,  als in diesen so schönen, energiereichen Räumlichkeiten sein eigenes Feng Shui zu finden…

Bei der Brauereiübernahme 1890 braute die Familie Härke nur dunkles, trübes Bier Wiener Brauart. Zu dieser Zeit wurde die Sudpfanne direkt mit Holz befeuert, bevor diese durch eine gusseiserne Doppelpfanne mit indirekter Dampf- oder Heißwasserbeheizung abgelöst wurde.  Kupfer löste das Gusseisen später wegen der höheren Leitfähigkeit ab. In der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg wurden aufgrund der Nachfrage nach hellen, blanken Bieren ein Export Dortmunder Typs und Pils gebraut, welche aufgrund der Filtration haltbarer waren und sich dadurch auch für weitere Vertriebswege eigneten. Während der britischen Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg gab es aufgrund der Wünsche der Engländer sogar ein untergäriges Porter (heute klassisch obergärig), das nach dem Krieg kurzerhand in einen Doppelbock verwandelt wurde. Die Kupfergefäße des heutigen Sudhauses wurden ursprünglich 1962 vom damals größten Sudhaushersteller der Welt eingebracht…

Die Geschichte der Weigelwerke Neisse-Neuland ist eine ganz interessante. 1830 wurde eine kleine Kupferschmiede von Ferdinand Weigel in Grottkau gegründet. Der erste Sudhausauftrag kam 1886 von Josef Milde aus Friedland in Oberschlesien. Die Qualität sprach sich in Windeseile herum. Diese und zahllose Patente vom Dampfkessel 1880  über den 1892 eingetragenen „Maisch- und Läuterbottich mit herausnehmbaren Senk- oder Läuterboden in Schalenform“ bis zum 1901 beschriebenen Hopfenseiher – Montejus waren Meilensteine für den späteren Erfolg. Die Sudhäuser mit den Maischefiltern fanden in unzähligen Brauereien in Europa Einzug. 2002 wurde das Werk ZUP Nysa in Polen geschlossen. Aus dem volkseigenen Betrieb Nordhausen wurde 1990 der Apparatebau Nordhausen GmbH, der heute Komplettsudhäuser von 10 hl bis 650 hl Ausschlagmenge baut. Die Schaltzentrale wurde futuristisch in den historisch modernen Gesamtkontext eingebettet. Einmalig schön.

Nach dem wohl einzigartigen Gänsehaut – Erlebnis  ging es in den ehemaligen Schalander zur Verkostung…

Ganz klar mein Favorit, das Härke…

Die Biere sind durch die Bank weg 1 A, super lecker und mega bekömmlich, so dass es keines….

… bedarf.

FAZIT: Liebe Nicky, danke, dass du uns den Weg zum Glück möglich gemacht hast.

Die Kieler Sprotte – Lillebräu

Brauerei Lille

Puuhhh, was für eine lange Bloggerpause… Eure Emails und Nachfragen haben mich motiviert, mal wieder loszulegen. Und zwar als Erstes bei der 2018 neueröffneten Lillebräu in der Fördestadt Kiel, die ich mit der besten Frau der Welt im Rahmen unserer Deutschland – Bierreise im Juni dieses denkwürdigen Coronajahrs besucht habe. Auf meine Anfrage hin hat mich Mitgründer und Inhaber Max Kühl eingeladen und dann gar nicht „kühl“ bei sich in Kiel in seinen heiligen Hallen empfangen.

Kiel verlor durch den Umzug von Holsten 1986 nach Hamburg seine letzte Brauerei. Nicht nur das war für die beiden Lillejungs Antrieb genug, 2015 biermäßig in der fröhlichsten Stadt Norddeutschlands wieder loszulegen. Gebraut wurde bis zur Eröffnung der Braustätte kuckucksmäßig im Brauhaus Hartmannsdorf. Heute ist Lillebräu mit 3.000 hl p.a. eine der 15 aktiven Braustätten im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein. Number one ist die Flensburger Brauerei mit um die 550.000 hl Jahresproduktion gefolgt von der Ditmarscher Brauerei mit ca. 200.000 hl.

Gebraut werden die Biere auf dem Rabek Sudhaus ganz nach dem Willen von Max 100% unique. Will heißen, weder nach mainstream, noch austauschbar oder langweilig. Bei der Auswahl der Zutaten z.B. gibt sich Max richtig Mühe. Bei meinem Liebling, seinem mit 38 IBU lecker gehopften nordischen Pilsträumchen, bezieht er die Hopfensorten Magnum, Saazer und Tettnanger direkt von der Familie Locher aus Tettnang. Die dafür verwendeten Malzsorten Pilsner-, Melanoidin- und Caramalz bekommt er von der Rhönmalz aus der wunderschönen Rhön und Bestmalz aus Heidelberg. Im Gärkeller vergoren und gelagert wird neben dem Pils auch das ausstoßstärkste Gebräu, für Norddeutschland eher überraschend–das Helle, außerdem Weizen, Stout, Lager bis zum IPL, dem Indian Pale Lager und viele mehr…

Eine Brauerei ist sehr kapitalintensiv. Die meisten Banken lassen bei den Brauern wie bei den Gastronomen schnell die Rollläden runter, bevor sich diese Zünfte bis auf einen Kilometer an ihre Geldhäuser annähern. Und so hat Max sich 2017 mit der Ausgabe von  Genußscheinen an 666 Kieler Bierinteressierte finanziert. Genial für alle Beteiligten, denn die Kieler, die das bierige Unterfangen finanziell unterstützt haben, werden hierfür reichlich belohnt. Und zwar mit 12 Flaschen Bier pro Jahr wird die Verzinsung versüßt. Getilgt wird über 25 Jahre. So finanziert sich die Brauerei unabhängig vom Finanzmarkt und bindet potentielle Bierlover an die Brauerei.

 

On top werden die Unterstützer auf den Lagertanks namentlich gewürdigt…

Dieser konsequente Regionalansatz ist der Schlüssel für den Erfolg von Lille. Ich habe schon sehr viele neue Craftbierbrauereien gesehen, keine hat sich so der Regionalität verschrieben. Die leckeren Lillespezialitäten werden im brauereieigenen Schankraum,..

… in 70 Gastrobetrieben und über den regionalen Fachhandel vertrieben. Wenn es eng wird, fährt der Cheffe Max persönlich mit seinem Jumper zu den Kunden. Doch vorher muss das Bier in die bottle.

Die Leibinger Flaschenabfüllung ist echt tricky. Kompakt ohne viel Schnickschnack findet das Gebräu sauerstoffarm den direkten Weg in die Flasche. Max ist als studierter Kommunikationsdesigner ein echter Kommunikationsheld. Die 2 Millionen Medienkontakte sprechen für sich und die Etikettenlinie zeichnet sich durch eine tolle Wiedererkennung aus.

Mein Fazit: Kiel – Kieler – Lille. Chapeau lieber Max und weiterhin viel Erfolg.

 

Die Lahnsteiner Brauerei – dem Grutbier auf der Spur

www.Lahnsteiner.de

War vor zwei Wochen mit meinem Lieblingsbrauereibesichtigungskumpel Olly Koblenzer am wunderschönen Rhein in Rheinland-Pfalz. In diesem Bundesland gibt es nur 15 Brauereien. Direkt neben Koblenz, in Sichtweite zur Koblenzer Brauerei, liegt das schöne Städtchen Lahnstein. Jaja, die Koblenzer Brauerei, eine wechselhafte Geschichte. Früher bekannt als Königsbacher Brauerei, übernahm 1992 die Karlsberg Brauerei Homburg die Braustätte. Seit 2010 gehören nun die Markenrechte vom Königsbacher Bier und dem „Netten Edel Pils“ zum Bitburger Konzern. Die Brauerei blieb bis 2012 bei Karlsberg und wurde dann an zwei Koblenzer Geschäftsleute verkauft. Heute brauen sie noch ca. 100.000 hl, davon je 30% unter dem Namen Koblenzer und Königsbräu. Aber darum geht es ja heute gar nicht. Sondern um Dr. Markus Fohr, seines Zeichens Inhaber der Lahnsteiner Brauerei, und seine Braustätte. Markus hat uns am Wahrzeichen seiner Brauerei empfangen, dem 1411 erbauten Brauereiturm…

Die Geschichte der Brauerei ist untrennbar mit der der Familie Fohr verbunden. Seit 1667 brauen die Fohrs in Lahnstein ihr Bier. Somit ist dem Markus das Brauen in die Wiege gelegt worden, der nun in der 10. Generation seit 1999 Bier aus Lahnstein braut. 1969 geboren, hat Markus hat seine Brauerlehre im elterlichen Betrieb absolviert. Danach ging es von 1990 bis 1998 zum Studieren nach Weihenstephan mit dem Abschluss Dipl. Ing. für Brauwesen und Getränketechnologie.  Den Doktortitel hat er sich unter seinem Doktorvater Meyer-Pittroff im Bereich Energietechnik erarbeitet.

Vor Eintritt in die elterliche Brauerei war er 1,5 Jahre bei der Bitburger tätig, bei der er durch Neuverhandlung der Stromeinkäufe 1 Mio DM einsparen konnte und auch im Marketing und Vertrieb unterwegs war. Seit 2011 ist er ausgebildeter Biersommelier, 2018 wurde er zum Deutschen Meister dieser Zunft gekürt. Die Biersommelier-Ausbildung hat auch die Entwicklung der Brauerei stark beeinflusst. Bei seinem Eintritt 1999 wurde in der ehemaligen St. Martin Brauerei in Lahnstein nur untergärig mit Pils als Hauptsorte gebraut. 2007 wurde die St. Martin Brauerei in Lahnsteiner Brauerei umgetauft und seit der Biersommelierausbildung werden neben den klassischen Bieren auch Craftbiere gebraut. Los ging die Brauereireise mit zufällig gleicher Oberhemdenfarbe im 1961 erbauten Ziemann Sudhaus…

Die Jakob Carl Steuerung, die wir auch bei uns in Böblingen hatten, war eine der ersten in Deutschland und verrichtet auch heute noch treu ihren Dienst.

2002 wurden die Sudgefäße runderneuert und der Innenkocher in Eigenplanung durch Markus und einen örtlichen Schlosser neu organisiert. Genial.

Die Lahnsteiner Brauerei braut heute ca. 25.000 hl Bierspezialitäten mit 13 Festangestellten und einigen Aushilfen, Respekt! Die Hauptsorte ist nach wie vor das Pils mit seinen 30 Bittereinheiten. Markus setzt ganz bewusst und aus brautechnischer Überzeugung nach wie vor auf den bewährten Bitterhopfenextrakt, um den seit Jahrzehnten geliebten Geschmack nicht zu verändern. Gefolgt wird das Pils von den obergärigen Bieren Lahnsteiner Altbier und dem Obergärigen nach rheinischer Brauart, das Markus aufgrund der Kölschkonvention von 1985 nicht Kölsch nennen darf. Vergoren werden die großen Sude im Jakob Carl Gärtank…

Die kleineren Sorten werden im Miniaturgärtank vergoren. Das Kirschbier mit Kirschnektar und das Honigbier unter Zugabe von Blütenhonig…

Die Brauerei ist im Besitz mehrerer kathedrahlenhafter Türme: Gär- und Lagertanktürme…

… sowie dem Wahrzeichen, dem Brauereiturm,…

… der ab sofort auch die neuen Etikettenlinie ziert…

Am 4.6.2019 war ein ganz besonderer Tag. Da hatte Markus seinen 50. Geburtstag. Und genau zu diesem Anlass hat sich Markus selbst sein schönstes Geburtstagsgeschenk gemacht: Eine nagelneue 10 hl Craftbierbrauerei. Ganz unter dem Motto „Craftbier zum Austoben“. Leider ist sie bei meinem Besuch wieder abgebaut, da sie von Markus einen neuen Boden spendiert bekommt…

Die neue Brauanlage stammt aus dem Hause Speidel. Dem Sudhaus hat der Markus die Kinderkrankheiten, nach anfänglich ordentlich Bauchschmerzen, mittlerweile ausgetrieben…

… dafür gären die Rauchbiere, IPA´s, Porters, diversen Festbiere und das Donka (ein untergäriges Vollbier, gereift auf bulgarischen Eichenholzchips und bulgarischem Wildthymian, benannt nach Donka Fohr, Markus´ Ehefrau) zuverlässig in den dazugehörigen Gärtanks.

Mein Favorit ist das Grutbier. Kein Braumeister in Deutschland hat über diesen mittelalterlichen Bierstil  so intensiv Nachforschungen betrieben und hierüber einen eigenen Forschungsbericht veröffentlicht. Markus ist im übrigen Nebenberufsjournalist mit schon über 230 Veröffentlichungen und Büchern. Sein Grutbier, dessen Entwicklung von der Fachhochschule Trier unterstützt wurde, würzt er mit Zitronengras, Rosmarin und Anis, der Drinkability wegen. Als Bierbasis dient ein obergäriges Gebräu, die Gewürze werden im Lagertank gestopft. Geiler Stoff, echt seltenes Bier. Ein MUST HAVE!

Mein Fazit: Grutbier ist wie mit dem Ur- Ur- Ur- Uropa Bier trinken–Grut ist gut! Cheers.