Altes Sudhaus – Das Kupfer- und Rotbierparadies

Altes Sudhaus

Als dritte Station auf unserer historischen Nürnberger Rotbier Expedition ging es zur ältesten erhaltenen Nürnberger Braustätte an den Schillerplatz. Und somit zu einem, was die Nürnberger Brauereigeschichte betrifft, einzigartigen Ort. In dem wunderschönen denkmalgeschützten Backsteingebäude aus dem Jahre 1899 brauten zuerst die fusionierten Nürnberger Altstadtbrauereien Bernreuther und Liebel. Umgebaut wurde das Sudhaus dann 1939/40 als die Reifbräu sich dazu gesellte. Die Brauereien waren eigenständige Firmen und teilten sich das Sudhaus. 1960 kam es durch Fusion zur Brauhaus Nürnberg J.G. Reif AG. Die Reif AG brachte den Markennamen Siechen mit. 1966 fusionierte dann die „Reifen-Jungs“ mit der damals Freiherrlich von Tucher’schen Brauerei AG zur Brau AG.  Die „Tucher-Jungs“ hingegen verlegten in diesem Zug ihre Braustätte von der Langen Gasse (heutige Friedrich Alexander Uni) an den Schillerplatz.  Fortan wurden die Biere unter Tucher –  Siechen den durstigen Kehlen feil geboten.

Die Vielzahl der Rechtsform der AG bei Brauereien sind by the way dem enormen Kapitalbedarf der Brauereien in der Zeit der Industrialisierung geschuldet. Damals haben die Brauer einfach viel Kohle für die Anschaffung von Dampf- und Kältemaschinen benötigt, um mit der wirtschaftlichen Entwicklung standzuhalten. Empfangen wurden wir von Helmut Ell, dem ultimativen Bier- und Biergeschichts- wandelnden Kollektivwissen der Tucher Brauerei. Helmut ist verantwortlich für die Führungen im Alten Sudhaus und in der neuen Tucher 2- Städte Brauerei. In Helmuts Fragestunde beantwortete er alle Fragen rund um die Tucher Brauerei in aller Perfektion. Mein Gastgeschenk hat er sofort begeistert empfangen und als ausgebildeter Biersommelier gleich in diesem historischen Kontext verkostet und für gut befunden. Helmut ist eine wohl ziemlich einzigartige Energie- und Wissensquelle in allen Belangen rund um den köstlichen Gerstensaft.

Die Tucher Jungs haben nach aufwändigen Renovierungsarbeiten dieses Bierparadies zum Tag des deutschen Bieres am 23. April letzten Jahres wieder eröffnet, um ihrer Brauerei-DNA den passenden Rahmen zu schenken. Das kathedralenhafte 400 hl Kupfersudwerk aus dem Jahre 1960 ist eine Schönheit die ihresgleichen im bayrischen Bierorbit sucht.

An dieser kupfernen Schönheit sieht sich der Bierlover nicht satt….

…nicht satt….

…und nicht satt. Der Hopfenentlauger der Firma Steinecker ist eine echte Rarität und wohl in dieser Ausführung einmalig. Diese Technik ist längst in Vergessenheit geraten, bei der die durchfließenden Heisswürzen vom Läuterbottich Richtung Pfanne den vorgelegten Hopfen ausgelaugt haben. Oder einfach erklärt, eine Hopgun für die Heisswürzen.

Und genau hier wurde nach fünfjähriger intensiver biergeschichtlicher Recherche und unzähligen Brauversuchen der Tucherschen Rotbiertradition wieder Leben eingehaucht. Und zwar in Form einer Kaspar Schulz 15 hl Bräuhausanlage Baujahr 1996. Und in derselbigen findet das Tucher Rotbier seinen Ursprung.

Für das Rotbier werden zwei Biergattungen gebraut und später nach der Lagerung vor dem Abfüllen vermählt. Zum Einen wird ein Vollbier im Infusionsverfahren mit 12% Stammwürze eingebraut. Verwendet werden Cara Red, wenig Röstmalz und klassisches Pilsner Malz. Gehopft wird mit Spalter Select, Hallertau Tradition und Herkules. Der Doppelbock wird mit 19% und den gleichen Zutaten eingebraut. Vergoren wird ganz nach Nürnberger Art klassisch kalt und somit untergärig….

…gereift jeweils 6 Wochen in den Lagertanks.

Der Doppelbock findet dann nach der Reifung nochmal acht Wochen seine Ruhe in verschiedentlich getosteten Eichenholzfässern. Das ist der Wahnsinn, wieviel Mühe, Leidenschaft und Können die Tucher Braumeister sich für diesen Göttertrunk geben.

Abgefüllt wird mein Nürnberger Rotbierfavorit seit 3 Monaten in Flaschen, der 5 l Dose und für ausgesuchte Gastronomieobjekte in eigens angeschaffte Holzfässer. Zum Doppelbock und vor dem finalen Rotbier haben wir eine leckere Gerstenbrezel als kulinarische Grundlage gefuttert. Super Idee. Food- und Bierpairing mal ganz basic.

Mein Fazit: Tucher Rotbier = Vollbier + eichenholzgereifter Doppelbock = Lecker, lecker! Helmut 1000 Dank.

Schanzenbräu – vom Rotbier auf moderne Art

Schanzenbräu

Station Nr. 2 auf unserer Rotbierchallenge war die Schanzenbräu, in einem neuen Industriegebiet in Sichtnähe zur Stadtgrenze Fürth auf Nürnberger Gemarkung gelegen.

Die ersten Sude braute Brauereigründer und Schanzencheffe Stefan Stretz  schon 2004 ganz klassisch, wie es sich gehört, in einem Waschkessel in der Bärenschanzenstrasse. Daher auch der Name und das Logo. Als die Mengen die Waschzubergrenze überschritten, mietete er sich, gypsy-like, bei der Brauerei Sauer Rossdorf ein. Seit 2016 braut er nun in Eigenregie in der nagelneuen Braustätte am Rande von Nürnberg. Stefan hat seine Brauerlehre bei der Brauerei Tucher gemacht und dann den Dipl. Ing. Braumeister in Berlin draufgesattelt. Seit 2017 wird er unterstützt vom angehenden Ulmer Braumeister Domenic Steger, der seine Lehre bei der Brauerei Rittmayer in Hallendorf absolvierte.

Wunderschön anzusehen ist das kathedralenhafte 20 hl Sudwerk von Schulz,…

…pro Sud werden 355 kg Braumalz eingemaischt. Vom klassischen Pilsner Malz, Cara hell und dunkel bis zum Melanoidinmalz für das leckere Rotbier. Nix da Dekoktionsverfahren, hier wird mit dem Infusionsverfahren gearbeitet. Das Läutermanagement von Schulz jagt die Würzen bei der Abläuterung in fantastischen zwei Stunden durch den Läuterbottich. Das spart richtig Zeit, denn die Abläuterzeiten können sich bis zu 4-4,5 Stunden bei älteren klassischen Systemen ziehen.

Das Rotbier wird mit feinstem Hallertauer Tradition und Spalter Select gehopft. Ganz old-school am Anfang und Ende der Würzekochung. Vorgelegt wird dieser im Hopfengeber…..

Die guten Würzen werden im Eintankverfahren vergoren und gereift.

Die Jungs von der Schanze lieben unfiltrierte Biere, deswegen wird auf die Filtration verzichtet und es wird nur untergärig vergoren. Die Hefe kommt aus Kulmbach.

Dann gab es zum Relaxen erstmal eine leckere Verkostung vom Rotbier direkt aus dem Lagertank…..

Im Gär- und Lagerkellerbereich sieht man, dass in dieser Braustätte Zucht und Ordnung herrscht….

Den größten Absatz erzielen die Jungs mit ihrem Hellen. Mein Favorit ist jedoch das mengenmäßig zweitstärkste Gebräu: Das Rotbier mit seinen smoothen 24 Bittereinheiten. Meine liebe Frau hat das Märzen „Kehlengold“ gefeiert. Mit Cascade, Tradition und Select auf stattliche 36  Bittereinheiten getrimmt.

In der Brauerei werden nur die Fässer gefüllt. Die Flaschenabfüllung ist an die Kaiserbräu in Neuhaus vergeben.

Mein Fazit: Schanzenbräu – Schmeckt immer! Cheers.

Hausbrauerei Altstadthof – Die Wiederentdecker des Rotbieres

Altstadthof Nürnberg

Ich liebe Weihnachten. Denn da habe ich von meiner Frau eine bierige Reise nach Nürnberg geschenkt bekommen. Eine Reise, auch zu einem Teil meiner frühesten Familiengeschichte. Über meine außerordentlich eindrucksvollen Biererfahrungen werde ich in den nächsten vier Blogs berichten. Selten hat mich eine Bierreise so nachhaltig beeindruckt. Mein Ur- Ur- Ur- Uropa und Brauereigründer in Böblingen, Carl Gottfried Dinkelacker, hat in Nürnberg als Oberknecht einige Jahre Rotbier gebraut und diese untergärige Spezialität dann 1823 bei seiner Brauereigründung im Schwobaländla eingeführt (später hierzu mehr). Nun wollte ich intensiv in die Geschichte des Rotbieres eintauchen und habe mich ins bierige Getümmel geschmissen. Los ging es bei der Hausbrauerei Altstadthof, gleich unterhalb der Nürnberger Kaiserburg gelegen.

An diesem geschichtsträchtigen Brauort hat 1983/1984 Dr. Ehrnsperger von der Neumarkter Lammsbräu seine Idee in die Tat umgesetzt, im historischen Kontext die Brauerei wieder wachzuküssen. Denn hier im ehemaligen Roten Brauhaus wurde bis 1905 gebraut.

1995 hat sich dann der ehemalige Technische Leiter der Neumarkter Lammsbräu, Dipl. Braumeister Reinhard Engel, hier selbständig gemacht, und die Hausbrauerei von seinem ehemaligen Cheffe übernommen.  1997 hat er das Nürnberger Rotbier wiederbelebt, indem er nach einem Braurezept aus dem Jahre 1860 die untergärige Leckerei so authentisch  als möglich nachgebraut hat. In dieser Zeit gab es nur „Bio“-Getreide und das Gerstenmalz wurde damals sehr heiß und intensiv gedarrt. In Verbindung mit dem eisenhaltigen Brauwasser der damaligen Zeit entstand so die kupfer- bis rötlich schimmernde Bierfarbe.

Zum ersten Mal wurde in Nürnberg um 1310 im ältesten Satzungsbuch der Stadt Bier erwähnt. Seit dieser Zeit wird das untergärige und traditionell etwas hopfenbetontere Rotbier gebraut und schleichend ab 1905-1910 vom bayrischen Braunbier abgelöst, denn 1806 wurde bekannterweise die Stadt vom bayrischen Staat annektiert. By the way  wurde ab 1531 auch obergäriges Weißbier gebraut. Anfangs als reines Gerstenbier, später ab dem 17. Jahrhundert dann auch unter Beimischung von Weízen. Heute werden im Sudhaus übers Jahr 1.500 hl in Form von 10 verschiedenen Biervarianten eingebraut.

Die Biobrauer von der Neumarkter Lammsbräu betreiben bis heute eine eigene Mälzerei. Dort wird das für das Rotbier verwendete Malz extra durch eine intensive Keimung und eine dem Melanoidinmalz angelehnte Darrung hergestellt. Reinhard Engel legt hierauf besonderen Wert, denn so bekommt er die so prägnante Farbe und Geschmack nicht einfach durch Mischung moderner Malze ins Bier. Gelagert wird im „modern-style“…

…seit 2005 wird bei der Altstadthof auch vergorene Bierwürze destilliert…

…. und mindestens 3 Jahre in verschieden getoasteten Eichenholzfässern gelagert und als Ayrer´s Organic Single Malt Whisky abgefüllt. Die Fässer kann man auch personalisieren lassen.

Mein Fazit: Mythos Rotbier – die Legende lebt.

 

 

Steinacher Hausbräu – Mitten im Kristallweizenland

Steinacher Hausbräu

Habe meinem Brauereikollegen Olly von der Kraftbierwerkstatt geholfen, sein neues Sudhaus in Bad Waldsee abzuholen. Das hat er von Armin Sauter bekommen, seines Zeichens Bräu vom Steinacher Hausbräu. Bei dieser Gelegenheit hat uns Armin spontan in seine wunderschöne Brauerei eingeladen.

Armin hat die Brauerei 2004 gegründet und anfangs im Nebenerwerb betrieben. Armin hat echte Bierkompetenz.  Gestartet ist er mit der Brauerlehre 1991 im Bürgerlichen Brauhaus Ravensburg, das Ende 2000 leider die Brauereipforten für immer geschlossen hat. 1997 ging es auf die Ulmer Meisterschule. Von 1998 bis 2012 hat Armin als Braumeister vom Sudhaus bis in den Lagerkeller bei der Schussenrieder Brauerei sein Können gezeigt.

Die Brauerei ist der absolute Hammer. Armin hat 2004 das Sudhaus in das 1890 errichtete ehemalige Waldburgbräu Sudhausgebäude eingebaut. Die Waldburgbräu wurde vom Allgäuer Brauhaus, das zur Radeberger Gruppe gehört, gekauft und hatte bis zur Schließung 1974 einen jährlichen Ausstoß von ca. 40.000 hl Bier. Armins Vater hat in dieser Brauerei schon Brauer gelernt und 10 Jahre gearbeitet. Ein geschichtsträchtigerer Brauereiort ist im Farnyland wohl schwer zu finden. Bitte beachtet die wunderschönen grünen Originalfliesen, die Armin zum Glück erhalten hat.

Die Schulzanlage ist der echte Traum. Das Maischprogramm läuft sauber automatisiert  durch. So kann Armin, während die Enzyme ihre Arbeit verrichten, sich um andere Belange in der Brauerei kümmern. Ausgeschlagen werden 5 hl, gemaischt wird im Infusionsverfahren. Seine verschiedenen Malze bekommt er von der Memminger Mälzerei Bilgram gleich um die Ecke. Hier schätzt er die Qualitäten und den direkten Draht zur Mälzerei. Genial ist das „vollautomatische“ Austrebern mittels Schubkarre gelöst…. 🙂

Sehr bemerkenswert ist die durchgängig hochwertige Anlagen- und Tankausstattung der Kleinstbrauerei mit einem Jahresausstoß von ca. 450 hl p.a.. Alles tipi-topi und so sauber, da kann man echt vom Boden essen.

Neu angeschafft hat sich Armin den Flaschenfüller. Das erspart die Gurkerei zum nächstgelegenen Abfüllungsbetrieb. Außerdem hat er nun alle Herstellungsschritte selber in der Hand. Armin macht die Brauerei alleine, zum Abfüllen von 200 Flaschen in der Stunde holt er sich allerdings Verstärkung dazu.

Die Hauptsorte ist die Steinacher Halbe, bernsteinfarben mit einem Alkoholgehalt von 5,2 Vol.%. Das Dunkle kommt mit 5,6 Vol.% etwas stärker um die Ecke, das Weizen gibt es nur über den Sommer. Eins verbindet die Biere. Alle mega sauber, super süffig und sooo arg lecker. Da können sich einige bekannte und unbekannte Klein-, Craft- und sonstige Brauer und Nichtbrauer eine richtig starke Scheibe abschneiden. Wenn ihr die Biere verkosten wollt, und das solltet ihr unbedingt, dann ab ins Kristallweizenland. Die Biere gibt es nur in ein paar ausgesuchten Gaststätten und auf Festen in Bad Waldsee.

Mein Fazit: Steinacher Hausbräu, sehr sehenswert. Meinen Dank an den Arminator.

Hochdorfer – Die Schöpfer des NaturRadlers

Hochdorfer

Anlässlich des Sektionstreffens der Biersommeliers Baden-Württemberg habe ich meinen geschätzten Brauerkollegen Eberhard Haizmann und seine Kronenbrauerei in Hochdorf wieder einmal besucht. Die Familienbrauerei schaut auf eine außergewöhnlich lange Tradition zurück. Seit 1654 werden mittlerweile in der 12. Generation sehr leckere Bierspezialitäten gebraut. Das ist wohl ziemlich einmalig in Deutschland. Die nächste Generation ist seit 2011 mit Tochter Katharina auch schon am Start.  Hochdorf liegt im Gäu, ca. 50 km entfernt von Stuttgart. Eberhard ist ein echter Bier-Evolutionär. Durch seine vorausschauende Kreativität war er bei einigen bemerkenswerten Entwicklungen Vorreiter. Lasst Euch überraschen…

Nach der sehr netten Begrüßung hat er uns seine beeindruckende mittelständische Brauerei gezeigt. Los ging es standesgemäß im wunderschönen Sudhaus. Hier braut Eberhard 7 Sude pro Tag. Bei einer Schüttung Malz von 2.000 kg werden 120 hl ober- und untergärige Würzen ausgeschlagen.

Das Sudhaus der Firma Nerb wurde im August 2007 in Betrieb genommen. Die Würzen werden mit dem Außenkocher schonend gekocht. Mit den beim Kochen anfallenden Schwaden wird im Pfaduko (Pfannendunstkondensator) Wasser erhitzt und im Brauprozess umweltschonend wiederverwendet. Ja, wer ist der denn….?

Eberhard verarbeitet Hopfen der Sorte Hallertauer Tradition aus seinem eigenen Hopfengarten. Da war er seiner Zeit lange voraus, denn diesen gibt es schon seit 1993, also lange vor dem Zeitalter der Nachhaltigkeit. Mein Lieblingsgarten hat eine Größe von 1 ha. 4000 Hopfenstöcke bringen einen jährlichen Ertrag von ca. 50 Ztr feinstem Hochdorfer Hopfen. Das deckt, je nach Biersorte, ca. 30-40% des jährlichen Hopfenbedarfs. Der Rest wird aus Tettnang bezogen. Verbraut werden ausschließlich Naturhopfen Pellets Typ 90. Das ist auch der Grund für das feine Hopfenaroma meiner Lieblingssorte, der Hochdorfer Pils-Krone.

Der Gär- und Lagerkeller wurde in drei Etappen 1993, 1998 und 2016 auf den heutigen Stand ausgebaut.  2016 wurde auch die Hefepropagation bzw. die Hefereinzuchtanlage in Betrieb genommen. Dadurch verwendet Eberhard immer frische, hochmotivierte Hefen zum Vergären seines Gerstensafts.

Eberhard braut seit 2010 sein Hochdorfer NaturRadler und war damit in Deutschland die erste Brauerei, die NaturRadler hergestellt hat. Diese Innovation hat ihn in dieser Biermischgattung zum Marktführer in Baden-Württemberg katapultiert. Chapeau! Seit 2017 wird auch Cider hergestellt und seit 2018 alkoholfreies naturtrübes Pils. 

Sehr cool ist der Kiesbyetank. In diesem offenen Gärtank werden nicht nur die Weizenbiere vergoren, nein….

….man kann der Hefe auch beim Arbeiten zuschauen.

Seit Dezember 2006 wird die brauereieigene Hackschnitzelanlage betrieben. Es wird ausschließlich mit Holzhackschnitzeln aus der Region geheizt. Hiermit werden damit umgerechnet ca. 350.000 Ltr. Heizöl und ca. 1.000 t CO2 pro Jahr eingespart. Auch hier war Eberhard mal wieder der schnellste Brauer in BW.

Als Abschluss unseres Besuchs gab´s für die Sommeliertruppe natürlich noch das obligatorische Biertasting mit Eigen- und Fremdbieren und passenden Gebäckvariationen. Lecker….

Mein Fazit: Aus der Region für die Region – Lecker Bier, NaturRadler, Cider und Co. Danke lieber Eberhard.

 

Liberation Brewery Jersey – Alles Ale oder was?

JerseyBrewery

Es freut mich ganz arg, dass mein Freund Rolf Spiess einen Gastbeitrag zu meinem Blog beisteuert. Rolf war letztes Jahr längere Zeit als Tourguide auf der Kanalinsel Jersey tätig und hat sich fürchterlich in das Ale Mary Ann verliebt, das Bier, das Jersey berühmt gemacht hat.

Was viele nicht wissen: Die Kanalinseln waren von 1940 – 1945 von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Ein riesiger Propaganda-Erfolg für Hitler-Deutschland: Englisches Territorium in deutscher Hand. Für Jersey eine schwere Zeit, die aber zur Geschichte der Insel gehört. Am 9. Mai 2015 jährte sich der Tag der „Befreiung“ zum 70. Mal.

Die Liberation Brewery schaut auf eine lebhafte Geschichte zurück mit vielen Standort- und Besitzer-wechsel. Man glaubt, dass das erste Bier in der Ann Street in Saint Helier gebraut wurde und die eigentliche Gründung der Brauerei in der Ann Street als ANN STREET BREWERY fand 1905 statt.

 

Das Flaggschiff ist das MARY ANN – Bier, das 1926 erstmals beworben wurde.


Mary Ann Best (3,6% ABV) wurde auf den Kanalinseln geboren und gebraut. Sie ist eine traditionelles BEST BITTER mit einem IBU von 40.

Gebraut mit einer Mischung aus feinsten Maris Otter- und Schokoladenmalzen, hat dieses dunkle Bitterbier einen ausgeprägten Schokoladencharakter.

Die abgerundete Bitterkeit wird durch ein blumiges Aroma, das aus englischen Fuggles und Goldings Hopfen und Getränken gewonnen wird, perfekt ausbalanciert, und schmeckt wesentlich gehaltvoller als es der ABV vermuten lässt.

Blick ins Sudhaus. Das Einbrauen eines Sudes ergibt nicht mehr als 6.000 Pints und so kann man kleinere Mengen von vielen verschiedenen Bieren produzieren:

Die Biere der Brauerei sind Teil der reichen Geschichte und des Erbes von Jersey, und das Bierbrauen blieb auch während des Ersten Weltkriegs und der deutschen Besetzung von Juni 1940 bis Mai 1945 ununterbrochen bestehen. In den 1970er Jahren war Mary Ann als „Das Bier, das Jersey berühmt gemacht hat“, bekannt.

Seit 2011 trägt die Brauerei den Namen Liberation Brewery und hat seit dem viele internationale Preise für ihre Biere erhalten. Seit 2015 hat die Unternehmensgruppe die Butcombe Brewery in der Nähe von Bristol, England übernommen und unterhält über 100 Pubs (in England und Jersey je 40 und 20 auf der Nachbarinsel Guernsey). Der Jahresausstoß ist aber nicht größer als 6 THL.
Der Austausch mit England ist vielfältig. Sei es die Flaschenabfüllung, die bei Fuller’s erledigt wird oder das Einbrauen von Spezialbieren zu besonderen Anlässen.

Der Chefbrauer Patrick Dean an seinem Steuerpult vor der Fassabfüllung.

Liberation E.P.A. – English Pale Ale

Dieses neue gelbbraune Bier, das nur bei dem Wetherspoon Real Ale-Festival (außerhalb der Kanalinseln) erhältlich ist, hat eine leichte Malzigkeit im Geschmack, abgeleitet von Maris Otter und farbigen Malzen, die durch das florale Aroma und den knackigen Geschmack gut ausgewogen sind.

 

 

 

Liberation I.P.A.


Das traditionelle Indian Pale Ale ist ein reichhaltiges goldenes Bitter mit Maris Otter und Crystal Malzen. Ein Zitronen-Hopfen im Koriander-Stil stammt von den feinsten neuseeländischen Hopfen Motueka und Nelson Sauvin und hinterlässt einen knackigen, ausgewogenen Abgang.

Das Blonde Craft Lager von Liberation Brewery (3,8%) ist ein funkelndes, leichtes und erfrischendes Bier, das im Craft-Stil gebraut wird.


Das Lager Malz bietet einen Hauch von Keks mit einem aromatischen Zitronen- Hopfen, der aus der Mischung der Saaz- und Hallertau-Sorten entsteht. Blond ist ein gut ausgeglichenes, leicht trinkbares Bier, das am besten gekühlt serviert wird.

Liberation Ale (4% ABV)

Das preisgekrönte Ale ist ein goldenes Bier, das mit dem besten Maris Otter und Lagermalz gebraut wird. Golding-Hopfen wird für Bitterkeit verwendet, während Syrer Goldings und Hallertau Hersbrucker Hopfen für Aroma sorgen. Es ist ein ausgewogenes Bier mit einem Hauch von Zitrusfrüchten in der Nase und ist die perfekte Begleitung zu Meeresfrüchten, Pasta und Salaten, und dies gilt besonders für die Verwendung lokaler Produkte.

Leider ist die Brauerei für ausgiebige Besuchergruppen nicht ausgelegt. Deshalb hat mich es besonders gefreut, dass Pat für mich über zwei Stunden Zeit hatte.
Dass die Liberation Brewery noch viele andere Ale-Varianten braut habe ich bei der abschließenden Verkostung festgestellt. Im Sommer braut man Biere für die Surfer-Szene (Jersey ist ein Hotspot für Standup Paddeling, Kite- und Body-Surfing), zur Fussball-WM (war da was?) oder ein Bier zur Weihnachtszeit.

Mein Fazit: Ale Biere sind nicht jedermanns Sache, aber aus der englischen Welt nicht wegzudenken und für Bier-Aficinados ein Muß.

 

Einbeck – Auf den Spuren des Bocks

Einbecker

Kurz vor Weihnachten haben Olly und ich uns auf den Weg nach Hamburg gemacht, um dort die neue Reeperbahn Brauerei von Astra anzuschauen. Jedenfalls kommt man auf dem Weg Richtung Waterkant als Brauereisuchender nicht an Einbeck vorbei, ohne den Blinker rechts zu setzen. Einbeck ist seit vielen Jahren aufgrund seiner wohl einmaligen Biergeschichte ein Biersehnsuchtsort für mich. Dort angekommen, lohnt sich neben der Brauerei  auch ein Kurztrip durch das wunderschöne Fachwerkstädtchen, gerade auch in der Zeit, in der der kleine schnuckelige Weihnachtsmarkt zuckersüß seine Waren feil bietet.

Im Städtle lohnt sich auf alle Fälle ein kulinarischer Besuch des Brothauses am Marktplatz im Rahmen des  Einbecker Bierpfades. Das Brothaus beherbergt die Brauereigaststätte. Im historischen Altstadtkern wurde im 14. Jahrhundert in fast jedem Haus Bier gebraut, denn jeder Bürger hatte das Recht hierzu. Der Stadtrat kaufte in dieser Zeit von den fast 700 Brauherren die Überproduktionen auf und sorgte für den Vertrieb der damaligen Starkbiere quer durch Europa, von Amsterdam bis Reval. Aus dieser Zeit rührt der legendäre Ruf des Ainpöckischen Gerstensaftes her. Im krassen Gegensatz zum authentischen Fachwerkflair hat uns dann der  Prunkbau der Brauerei aus den 1980ern feudal empfangen. Hier trifft historisches Altstadtflair auf produktive Bierherstellung.

Wir wurden sehr nett vom 1. Braumeister Christoph Benseler empfangen, der seit August 2018 die Verantwortung für die wohl berühmtesten Bockbiere der Welt in seinen Händen trägt. Vor Einbeck war er drei Jahre bei Eric Toft in Schönram, davor bei Paulaner. Die Brauerlehre hat er bei den Bierspezialisten von Riegele in Augsburg absolviert

Dann ging es gleich ins Sudhaus. Auf dem Huppmann Sudwerk werden 12 verschiedene Biere eingebraut. Allesamt im Infusionsverfahren und unter Zugabe von nicht zu knapp Hopfen. Die Hopfenliebhaber kommen in Einbeck durch alle Biersorten hinweg auf ihre Kosten. Die Hauptsorte ist das lecker feingehopfte Brauherrenpils. Ausgeschlagen werden je nach Sorte zwischen 500 hl und 800 hl pro Sud.

Die Einbecker Brauhaus AG wurde erst 1967 gegründet. 1972 wurde aus der Einbecker Brauhaus AG, der Schultheiss-Brauerei AG Berlin und der Dortmunder Union-Brauerei die erste große Deutsche Brauereigruppe Brau & Brunnen.  1997 wurde die Aktienmehrheit der Einbecker Brauhaus AG von einer privaten Investorengruppe übernommen. 2004 wurden die restlichen verbliebenen Brauereien der B&B Gruppe übrigens durch den Kauf der Oetker Gruppe in den Radeberger Verband integriert.

Die 1980 gebaute Brauerei war zu dieser Zeit wohl eine der modernsten und produktivsten Brauereien in Europa mit einer Kapazität von ca. 1.000.000 hl. Heute werden einschließlich der Marken Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger und Härke noch ca. 550.000 hl gebraut. Die Bockbiere mit einem Stammwürzegehalt von + 16°P gibt es als helle wie auch als dunkle Variante in Form von Winter-Bock und Ur-Bock dunkel. Die Vermählung der dezenten dunklen Röstaromen des Münchner Malzes mit der ausgeprägt schönen Hopfung machen diese zu einem besonderen Genuss. Übrigens ist für mich die dunkle Jahreszeit, die Zeit der dunklen Bockbiere – lecker, lecker, lecker (Anmerkung des Autors). Die ZKG´s des Lagerkellers von der Fa. Munk & Schmitz aus Köln sind noch aus Stahl gefertigt und haben eine Innenbeschichtung. Diese werden nach und nach durch neue Edelstahltanks ersetzt.

Die ehemalige ZHF Kieselgurfiltration (Zentrifugal Hochleistungs Filter)…

… wird gerade durch eine umweltschonende kieselgurfreie Crossflow Filtration ersetzt. Dieser neuen Art der Filtration könnte die Zukunft gehören. In Einbeck bleibt man am technischen Puls der Zeit.

Ebenso sind die zwei Abfülllinien der Brauerei technisch state of the art und sehr sehenswert. Von diesen Wirkungsgraden träumt der kleine Brauer.

Und warum das Bockbier eigentlich Bockbier heisst und ohne Einbeck nur schwerlich seinen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten hätte, verrate ich Euch in meinem Blog aus dem Jahre 2014. Bockbier

Mein Fazit: Frei nach Martin Luther: „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Ainpöckisch Bier genennt“. Cheers

Vulkan Brauerei – der tiefste Bierkeller der Welt

Vulkan Brauerei 

Immer wieder bin ich auf diversen Craftbeer Festivals oder in der einschlägigen Literatur auf die Jungs aus Mendig gestoßen. Der „tiefste“ Bierkeller der Welt hat mich motiviert, mit meinem Bierbruder Olly von der Kraftbierwerkstatt auf einen daytrip in die Eifel zu düsen.

Dort angekommen, hat uns der Cheffe Malte Tack sehr herzlich empfangen und gleich in Richtung Eingang Bierkeller geführt.

Malte ist ein echt cooler Typ. Er stammt aus einer Mineralbrunnenfamilie und  war vor seinem Brauerleben verantwortlich für das Eventmanagement auf dem Nürburgring. In seiner knappen Freizeit geht der Malte gerne jagen und fährt als Rennfahrer gerne Langstreckenrennen. 2011 hat er die 1875 gegründete Brauerei aus der Insolvenz erworben und nach und nach zu dem Bierhotspot der Region aufgebaut. 2010 wurden noch knapp 2000 hl p.a. gebraut, heute werden 7.500 hl gebraut und lokal im Umkreis von 30 km unter die 450.000 Einwohner gebracht. Wachstum + 45% p.a., Weltklasse!

Dann ging es 153 Stufen und 30 m tief hinab in die Biervergangenheit von Mendig. Mitte des 19. Jh. haben hier die 28 örtlichen Brauereien ihr Bier gelagert. Entstanden sind die natürlichen Höhlen durch die Bimssteingewinnung für Mühlsteine. Diese bildeten sich durch einen Vulkanausbruch vor ca. 13.000 Jahren.

Der Vorgänger der heutigen Vulkan Brauerei, die Wölker Brauerei, hat die  Keller als Gär- und Lagerkeller bis 1980 genutzt. Beeindruckend ist, dass die Gärbottiche….

…. wie auch die Lagertanks heute noch voll erhalten sind. Schon mega scary ist, dass bei so vielen Brauereien im Ort nach einem Bierdiebstahl im Lagerkeller aus Revanche ein Brauer vom anderen in den Tiefen erschlagen wurde…

Im bierigen Hades herrschen ganzjährig bei 95% Luftfeuchtigkeit 8 °C. So konnten die Brauer vor Erfindung der Kältemaschine ganzjährig untergäriges Bier brauen und haben sich dann nach Lindes Kälterevolution einen Haufen Kälteenergie gespart. Die Tankbehandlung – mega….

Die Tanks und alle anderen Gerätschaften wurde mittels Aufzug in die Keller eingebracht, beeindruckend. Malte lagert heute übrigens seinen legendär leckeren Bourbon Barrel Doppelbock in Holzfässern im Hades.

Das alte Sudhaus hat Malte stehen lassen,…..

…das neue 40 hl BrauKon Sudhaus steht gleich daneben. Der neue Gär- und Lagerkellerbereich ist ebenfalls aus der Hand von BrauKon. Bei der Vulkan Brauerei wird komplett auf die Filtration verzichtet. Die Hauptsorte ist mit 60% das Helle, seit 2016 gibt es auch das naturtrübe Pils. Glanzfein ohne Filtration. Möglich durch 8 Wochen Lagerung unter 0°C. WOW. Auch Craftbeer Kollegen sind gerne gesehen. Bei der Vulkan können die Gypsies vom Brauen bis zum Abfüllen alles aus einer Hand haben. Super professionell organisiert.

Von November bis April gibt es den lecker dunklen Doppelbock. Alle Biere werden übrigens nur in der Zehnerkiste in 0,33 l Flaschen zum Vekauf angeboten. Neben dem Brauermarkt gibt es vor Ort noch das Brauhaus. Super cool gestylt, um die alte Fasswichs gebaut. Das gastronomische Highlight der Region. Merkt Euch unbedingt: Ausfahrt Menden raus, Blinker links, und ab ins Brauhaus lecker Vulkan Biere kosten. Super.

Mein Fazit: Vulkan, der direkte Weg vom Hades in den Bierhimmel.

Bierbrauen in Panama City – Cerveceria Central

Central

Gastbeitrag von Lukas Dinkelaker

Auf meiner letzten Praktikumsstation für das Dipl. Braumeister Studium in Weihenstephan hat es mich für zwei Monate nach Panama City verschlagen. Vorherige Stationen waren die Kronenbrauerei Remmingsheim, Brauerei Waldhaus im schönen Südschwarzwald, Dinkelacker Stuttgart, Radeberger Dresden und die Mälzerei Avangard bei Augsburg. Angeheuert habe ich in Panama in der Cerveceria Central bei Joaquin, dem Vater unseres Braumeisters Gustavo Tresselt.

In dieser 2015 gegründeten, 1000 hl großen full metall jacket craftbeer brewery, brauen coole Jungs echt sehr geile Biere (2. von rechts bin ich, in der Mitte (mit Zopf) die beiden Brauer).

Auf der ABE Anlage mit 13 hl Ausschlagwürze werden ganzjährig 5 Sorten gebraut.

Der Läuterbottich wird noch richtig craftig gereinigt. Echtes Handwerk. Und das bei 35°C und 90% Luftfeuchtigkeit, nicht nur im Sudhaus.

Wer rein kommt, kommt auch raus….

Verwendet werden 7 Sorten Hopfen, hauptsächlich aus den Staaten. Das Malz beziehen die Jungs von Weihermann. Geschrotet wird ebenfalls von Hand auf der Zwei-Walzen-Schrotmühle.

Abgefüllt wird in die Einweg-bottles wie auch in kegs….

… die vor der Befüllung nochmals von Hand gereinigt werden, ganz nach den panamesischen Sicherheitsvorschriften….

Der Topseller ist das Hoppy Pale Ale Guachiman mit gefühlten 35 Bittereinheiten. Ein leckeres Summer Ale, passend zu Klima und Ambiente. Desweiteren werden vor Ort noch die Sorten River Down Ale, das Belgian White Veranera sowie das blumige IPA India Dormida gebraut.

Mein Fazit: Coole Craftbiere in einer super Atmosphäre gebraut. Eine Erfahrung, die sich mehr als gelohnt hat.

Engelbräu – So himmlisch wie sein Name

Engelbraeu

Mein Neffe Felix, der bei uns seine Lehre als Brauer und Mälzer gemacht hat, hat es ins wunderschöne Allgäu nach Rettenberg verschlagen. Dort filtriert er die himmlischen Biere der Engelbrauerei. Genau unterhalb des Grüntens.

Die Brauerei mit 350 Jahren himmlischer Tradition  braut im Dekoktionsverfahren auf einem 100 hl Jakob Carl Kupfersudwerk 30.000 hl feinste Bierspezialitäten.

Voll geil, dass die dazugehörige Schützsteuerung noch in vollen Umfang funktionsfähig ist und mit viel Einsatz ihr Tagwerk im zwei Schichtbetrieb leistet – es muss nicht immer digital sein.

Gleich daneben ist die Würzekühlung und der dazugehörige Whirlpool platziert. Die meistverkaufte Leckerei ist das Urtyp Hell, gefolgt vom Grünten Gold (mein Favorit) und das Pils. Das hausgebraute Weizen gibt es nur in der Gastro aus dem Fass.

Die Hefereinzuchtanlage ist Marke Eigenbau von Braumeister Markus Thiel. Respekt!

Markus ist verantwortlich für die komplette Bierherstellung, Felix für den Lagerkeller und die Filtration. Die Allgäuer Traditionsbrauerei legt großen Wert auf die Brauerausbildung und hat zwölf Kammersieger und zwei Bundessieger ausgebildet. Vergoren wird in den kathedralenhaften zylindrokonischen Gärtanks, geschlaucht wird mit Restextrakt.

Der neue Lagerkeller wurde 2008 realisiert. Die acht Tanks sind von der Firma Groß…

…die Verrohrung von dem Mercedes der Verrohrungen, der Firma Kieselmann. Auf zwei Tanks kommt ein Panel. So lieb ich das. Klasse Arbeit!

Und dann ging es auf den Weg zum Filterkeller und dem alten Lagerkeller in die Tiefen zur himmlischen Erhellung…

Dort hat uns der Felix stolz seinen Kiselgur Schichtefilter mit einer Stundenleistung von 60 hl erklärt.

Mein Fazit: Eine wunderschöne Brauerei in einer der schönsten Regionen Deutschlands mit dem wohl himmlischten Slogan der Bierwelt. Cheers!