Krombacher- der größte Bierladen Deutschlands

Krombacher

Als Bierblogger musste ich natürlich selbstredend auch mal bei der größten Einzelbraustätte Deutschlands meine Aufwartung machen. Also auf nach Krombach bei Olpe ins sagenumwobene Seenland. Die Brauerei begrüßt seine 80.000 Besucher p.a. in einem Kinosaal in der Krombacher Erlebniswelt, der wohl in seinen Ausmaßen einem Kleinstadtkino in nichts nachsteht.

Die Erfolgsgeschichte der Brauerei ist mit Friedrich Schadeberg sen. untrennbar verbunden. Er hat die Brauerei von einer großen mittelständischen Regionalbrauerei zur größten Braufabrik Deutschlands entwickelt. Sein Geist weht durch die Brauerei und mit ihm die konsequente Ausrichtung auf Wachstum, Wachstum und Wachstum. Legendär ist die Loyalität der gesamten Krombacher-Mannschaft und der Spirit, der ihn zu Lebzeiten umgeben hat. Zweifelsfrei gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Brauägide.

In Krombach wird seit 1892 Bier nach Pilsner Brauart produziert. Heute werden insgesamt 6.700.000 hl in Form von sechzehn verschiedenen Bierprodukten und Fassbrause hergestellt. Davon werden 4.800.000 hl Pils deutschlandweit unters Volk gebracht und mittlerweile auch stattliche 400.000 hl  alkoholfreie Biere. Diese unglaublichen Mengen bringen sagenhafte Kostenvorteile mit sich, die die Vertriebs-Krombachjaner auch zum Leidwesen vieler Klein- und Mittelstandsbrauereien gnadenlos in Form von Preisnachlässen an den Markt weitegeben. Ein schlagkräftiges Tool um die Mengensicherung im rückläufigen Biermarkt zu sichern. Auf dem Steinecker Sudhaus Baujahr 1986 werden auf vier 680 hl und einer 1200 hl Sudlinie die Krombacher Biere gebraut. Und zwar im Dekoktionsverfahren. Zwölf Malzlieferanten sichern die benötigten Malzmengen, gehopft wird ganz klassisch mit drei Gaben. Eine Bitter- und zwei Aromahopfengaben. Die Hopfenvorräte reichen für sechs Jahre, so dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.

48 Quellen aus der Umgebung mit weichem 5 °dH Wasser versorgen die Braustätte mit ausreichend Brauwasser höchster Qualität. Die Würze wird unter Einsatz eines Brüdenverdichters mit 95 °C energiesparend gekocht. Der Läuterbottich von unten gesehen schenkt dem brautechnisch versierten Fachbesucher ein beeindruckendes Bild filigraner Technik.

Vergoren wird in 44 Ziemann Gärtanks im Eintankverfahren bei max. 15 °C. Nach der Diacetylrast wird über den Eski Kühler runtergekühlt und noch zwei Wochen gereift. Nach Filtration, dem Zentrifugieren und der KZE geht’s vor der Abfüllung in zehn    4.800 hl Drucktanks bevor der gute Gerstensaft seinen Weg in die Flasche und ins Fass findet.

Das Filtrationsheadquarter ist der ganze Stolz vom Filtrationsleiter Arthur Riedel, der uns durch die Brauerei geführt hat. Arthur hat 17 Jahre bei Königs Pilsner malocht. Von der Lehre bis zum Meister – und das durch alle Abteilungen. Ein Bierenthusiast wie aus dem Lehrbuch. Arthur kennt sich richtig aus in Sachen Bierherstellung, ist ausgebildeter Biersommelier und lebt und missioniert Bier auf seine unvergleichlich direkte und kompetente Art. Filtriert wird noch mit klassischen Rahmenfiltern unterstützt durch Kieselgur Kerzenspaltfilter.

Angeboten werden neben den klassichen Brauereiführungen auch die Krombacher Sommeliertouren. Hier gibt es über die Infos zur Bierherstellung hinaus zum Abschluss noch ein Foodpairing. Das Dunkle in Kombi mit Schoki war richtig lecker, das Weizen mit Blauschimmelkäse nur mmmmhhhh.

Im Braustüberl des „Visitorcenters“ gab es zum Abschluss und zur Stärkung nach der sehr spannenden und informativen Sommelier +++ Führung noch den Krombacher Dreiklang. Leeeecker.

Mein Fazit: Danke lieber Arthur für die klasse Führung. Jetzt lass uns einen krombachern.

Bräunlinger Löwenbräu – 40 Tage Kellerruhe

Bräunlinger Löwenbräu

Auf den Spuren meiner Vergangenheit hat es mich zu einer wunderschönen Traditionsbrauerei in den Südschwarzwald verschlagen. Und zwar nach Bräunlingen, nur vier Kilometer neben Donaueschingen mit der zweitgrößten Schwarzwälder Brauerei, Fürstenberg, gelegen. Vor ein paar Jahren habe ich mich nach erfolgreicher Bewältigung des Schwarzwaldmarathon im Zielbereich so arg über den Senior Brauereichef Friedrich Kalb gefreut. Der hat mein Brauereiauto beim Parken gesehen und präventiv mit Halbe und Roter Wurst im Zielbereich auf meinen verspäteten Einlauf gewartet. Das war das leckerste Siegerbier meiner kurzen Laufbahn. In der Brauerei angekommen…

… hat uns gleich die fast komplette Familie Kalb im Sudhaus empfangen. Mit an Bord, die 9. Generation Kalb.

Das Jakob Carl Sudhaus Baujahr 1998 habe ich in der Art auch bei der  Brauerei Schimpf in Remmingsheim und bei der Gaildorfer Brauerei gesehen. Ausgeschlagen werden pro Sud 44 hl. Neben der Hauptsorte Pils mit 28 IBU, aus der dann das Meister Pils und die super süffige, leckere, unfiltrierte Variante Keller Pils wird, brauen die Bräunlinger noch ihr Edel Export und das Hefeweizen Weisser Leo ein. Das Pils wird mit Perle, Tradition und Tettnanger gehopft.

Das Hefeweizen ist echt bemerkenswert lecker. Kein Wunder, denn vergoren wird im Schnabeltank und nach der Abfüllung gärt das gute Gebräu noch in der Flasche nach. Die obergärige Leckerei ist die zweitstärkste Biersorte der Brauerei. Im Jahr brauen die Kalbs 4.500 hl. Die Hauptgärung läuft bei den Untergärigen bei max. 10°C, bei den Obergärigen bei max 22°C. Geschlaucht wird mit Restextrakt und gelagert mindestens 40 Tage bei 0°C Raumtemperatur. Das gibt mega bekömmliche Biere.

Damit die Gärung auch immer gut durchflutscht, wird fein säuberlich im Labor mit dem Mikroskop, Marke Eigenbau, die Hefezellzahl bestimmt. Echt tricky.

Seit 2012 unterstützt Andre Luis Martins Pinto, der Schwiegersohn, die Kalbs beim Brauen. Er hat den Bachelor Chemie in Brasilien gemacht und bei einem Heinekenableger dort geschuftet. Bei der Doemensausbildung in good old Germany hat er seine große Liebe Evelin kennengelernt und nach weiteren fünf Jahren in Brasilien bei der Cerveceria Schincariol ging es dann ab nach Bräunlingen.

Seine zweite Liebe, das Schwarzbier, hat er in seinem Black Lion zum Ausdruck gebracht. Mit acht Malzen gebraut, vom Carared-, Röst- bis zum Rauchmalz, hat das Bier eine wundeschöne Nase bei rabenschwarzer Farbe. Soooo lecker. Filtriert wird mit einem Kieselgurrahmenfilter Baujahr 1983 von Seitz Ensinger Noll. Ohne Trap oder Schichtenfilter im Anschluss. In Bräunlingen nicht notwendig, da blitzt die ganze Brauerei von oben bis unten. Übrigens erfährt diese Art von Filtration bei dem einen oder anderen Braumeister wieder eine Renaissance. Trotz oder gerade wegen der Crossflow und Co. Entwicklung.

Und wenn ihr nach Bräunlingen kommt, bringt noch a bisserl Zeit mit für den Bierpfad…

….und die braufrischen Biere im Bräustüberl gleich neben der Brauerei.

Mein Fazit: Bräunlingen lohnt sich auch ohne Marathon. Danke liebe Familie Kalb.

Bräugier – Die jüngsten Crafties Berlins

Bräugier

War letztes Wochenende auf einer Kurzvisite in Berlin. Denn da wird es einem Beerfreak nicht langweilig. Gefühlt entsteht an der Spree jeden 30. Tag eine neue Craftbeerlocation. Kleiner Tip am Rande des Bieruniversums: Geht ins Adlon zum Frühstücken. Da kann man von 10 Uhr bis 12 Uhr lecker vespern. Hört sich dekadent an, Preis – Leistung ist unschlagbar. Von Butterbrezel über Kaviar bis zu Dumplings – lecker, lecker Essen vom Feinsten. Und das für 45€ inkl. Schampus satt. Naja, jedenfalls habe ich die Zeit genutzt und die neuesten Caftbeerfreaks mit eigener Brauerei und Taproom im Bezirk Prenzlauer Berg besucht.

Die Gründer Brian Trauth und Johannes Dunkel haben im Februar in der Location angefangen zu brauen und den Brewpub dann im April 2019 eröffnet. Ich habe Johannes beim Craftbeerfestival in Stuttgart kennengelernt. Das  Innendesign echt freaky…..

…coole Bierphilosophie. Die Jungs feiern Deutsche Biervielfalt und die schließt geile IPAs, Sauers and so on null aus.

Johannes ist der Brauer und Brian der Anschieber. Brian, 40 Jahre jung, schaut auf einen nie langweiligen Lebensweg zurück. Geboren in New Orleans mit deutschen Vorfahren aus der Pfalz, ist er ganz im Herzen ein echter BWLer. Studiert in good old Germany, hat es ihn nach London zu den Pleitegeiern Lehmann Brothers Investment Banking verschlagen. Nach dem Finanz Crash 2008 hat er den Blick frei gehabt für den entstehenden Craftbeertrend in England und Amerika und das Potenzial für sich in Deutschland gesehen. Zuerst haben Brian und Johannes als Zigeuner in Hartmannsdorf brauen lassen, bis dann der Traum vom eigenen…..

…wahr wurde. Die 4 hl Brewiks Anlage ist echt witzig. Zwei Behälter – that´s it.  Vorne der Maischbottich und Würzepfanne, hinten der Läuterbottich und Whirlpool. Mega Vorteil ist die einfache Reinigung.

Süß und mega effizient ist der Babywürzekühler. Da kann der Johannes auch im Kleinmaßstab saubere, mikrobiologisch einwandfreie Bierspezialitäten zaubern.

Vergoren und gelagert wird in den tschechischen Svoboda Tanks. Das Westcoast IPA mit sauberen 50 IBUs hat mir super gemundet. Bemerkenswert ist, dass die Jungs viel Wert auf die lückenlose Kühlkette bis hin zum Kunden legen. Heute helfen sich die Bräugierer bei Engpässen im Berlin Craftzentrum aus. Das Ziel, der große Traum, ist eine eigene 30 hl Brauerei. Jungs – gebt Gas.

Mein Fazit: Bräugier kommt von Neugier. Brian, thanks for dein lecker Brut IPA.

1. Bier und Wohlfühlhotel – Gut Riedelsbach

Gut Riedelsbach

Wenn man Bierhotel googelt landet man direkt bei Bernhard Sitters 1. Bier- und Wohlfühlhotel. Also ab mit meiner lieben Frau ins Auto und los geht es Richtung Bierhimmel. Und dieser liegt irgendwo im Nirgendwo  50 km hinter Passau und 50 km vor Linz an der Deutsch-Tschechisch-Österreichischen Grenze im Bayrischen Wald.

Begrüßt wird man mit einem, man höre und staune, Augustiner Pilsaperitif. Dann ging es gleich auf eines der 46 sehr liebevoll und modern eingerichteten Bierzimmer. Alles, wirklich alles, dreht sich hier ums Bier. In diesen Bierwohlfühlzimmern beherbergt der Bernhard und seine Familie pro Jahr 21.600 Gäste.

Die im Hotel beheimatete schnucklige Kleinbrauanlage der Fa. Beraplan Baujahr 1998 mit 5 hl Ausschlagmenge wird vom Schwager betrieben.

Gebraut werden rund 300 hl Sittersche Bierspezialitäten. Von hell bis dunkel. Mein Favorit ist das gestopfte Hopfenfest.

Der Bernhard ist ein echtes Bierunikat. Er gehört zu den legendären „glorreichen Sieben“. Eine wilde Biertruppe um Eric Toft, Markus Lohner, Karl Schiffner und Co. Er war schon ganz am Anfang bei den ersten Sommeliers mit dabei und ist der                  1. Biersommelierwirt und Begründer des 1. Bierhotels Deutschlands.

Nach der Verkostung hat er mich gleich ins Bierbad gesteckt. Das ist super mega Bierwellness auf höchstem Niveau. Neben 1 Pitcher Aldersbacher Dunklem, einer Halben Bierhefe und einer Geheimsuspension aus ätherischen Hopfenölen haben mich die Whirlpoolbläschen (kein CO2) ins Biervana gebeamt. Ein absolutes MUSS. Den täglichen Bieraufguss von Bernhard in seinem top modernen 2.000 m2 Wellnessbereich habe ich leider verschlafen. Für diesen benötigt Bernhard 18 hl Sitterbier im Jahr. Sportlich. Im Wellnessbereich sind Bierkühlschränke zur Selbstbedienung aufgestellt. Dort finden sich Leckereien aus ganz Deutschland, um der Dehydrierung vorzubeugen.

Für den Gaumen und zur Stärkung nach den ganzen Wellnessstrapazen gibt es Abends ein rustikales Bierkulinarium in der sehr schönen Sitterschen Gastronomie.

Mein Fazit: BBBBB –  Bernhards Bayerisches Bier Bottich Bad. Ich komme wieder.

Bierparadies Kloster Aldersbach

Aldersbacher

Auf dem Weg ins Bierhotel sind wir auf einen der wohl schönsten Brauereihotspots in Niederbayern gestoßen. Auf die Aldersbacher Brauerei und ihr Kloster ca. eine halbe Fahrstunde südlich von Passau gelegen.

Das Kloster und die Brauerei blicken auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück.  Das Kloster wurde 1146, die Klosterbrauerei 1268 das erste Mal schriftlich erwähnt und sie zählt somit zu den ältesten schriftlich dokumentierten Braustätten der Welt. In dieser Zeit wurde allerdings noch in sehr kleinem Maßstab für die Mönche und deren Besucher gebraut, aber bemerkenswerterweise schon Hopfen kultiviert und angebaut. Nach der Säkularisation wurde die Brauerei samt Kloster 1811 an die heutige Inhaberfamilie des Freiherrn von Aretin verkauft. Die Marienkirche zählt zu den schönsten Barockkirchen der Welt.

So jetzetle genug der Kultur und ab in Richtung Brauerei. Empfangen hat uns der Braumeister Lorenz Birnkammer, der lieber Bierkammer heißen würde, mit einer super leckeren in der Flasche vergorenen kleinen Kloster Weiße Spezial 0,5l. Lorenz hat bei der Aldersbacher seine Lehre zum Brauer und Mälzer gemacht und das Brauen nach Abschluss der Lehre zwei Jahre in einer Gasthausbrauerei in Lana/Südtirol praktisch vertiefen können. Nach dem Doemens Braumeister ist er dann für drei Jahre in die Augustiner nach München zum Mälzen und Flaschenabfüllen. Wieder zurück in Aldersbach hat er das Labor geleitet und ist seit 2017 als verantwortlicher Braumeister die Brauerei.

Die Brauerei wurde in den letzten Jahren konsequent modernisiert und zählt mit ihren 70.000 hl zu den must – have Beerhotspots in Niederbayern. Das Malz kommt aus den Mälzereien Ireks, Pappenheim und Donaumalz. Geschrotet wird mit einer Nassschrotmühle, dem Maischomat von Steinecker. Das Nassschroten ist sehr selten in Brauereien anzutreffen. Der Vorteil ist, dass das Malz vor der Schrotung, also dem Mahlen und Zerkleinern des Malzes, mit Wasser befeuchtet wird. Das bringt höhere Sudhausausbeuten.

Das unglaublich schöne Sudhaus Baujahr 1995 mit 170 hl Ausschlagmenge ist ebenfalls aus dem Hause Steinecker und der wahrgewordene Brauertraum. Wunderschön architektonisch in den Gesamtgebäudekontext integriert. Und die Sudpfanne ist auch noch mit einem Stromboli – Innenkocher ausgestattet. Wie geil ist das denn….?? Der Sud rauscht in sechs Stunden durch die Braukathedrale, abgeläutert wird in zwei Stunden. Echt sanatoriumshafte Bedingungen für das spätere Bier.

Lorenz vergärt in den 800 hl Gresser Gärtanks und kräust dann unter Umpumpen in die Lagertanks auf. Das gefällt dem Bierblogger Werner, denn der Zusatzaufwand lohnt sich. So bekommt man durchgängig super reine Biere. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer braut die reinsten Biere im ganzen niederbayrischen Land….?

Die Hauptsorte ist regional bedingt das klassische Kloster hell mit smoothen 11,5% Stammwürze. Gefolgt von der im Einmaischverfahren gebrauten Kloster Weisse hell. Alle anderen Biere werden mit dem Infusionsverfahren gebraut. Das Kloster Dunkel (lecker – lecker) gibt es ganzjährig, saisonal den Maibock und den mit Aromamalz von Ireks gebrauten Rubinbock. Lorenz´ Lieblingsbier ist das Pils. Mit 30 Bittereinheiten unter Verwendung der Hopfensorten Perle, Tradition und Saphir super geschmeidig gebraut. Das Pils sowie alle späteren glanzfeinen Biere rauschen zum Klären über den Kombifilter…

Lorenz hat von seinem Inhaber in Sachen Braukunst freie Hand. Als Bierspezialitätenliebhaber bietet er an Samstagen Braukurse auf der 3 hl Johann Albrecht Brauanlage an. Hier können sich bis zu 16 Bierbegeisterte sieben Stunden von Lorenz himself die Braukunst näher bringen lassen. Eine zweite Anlage dieser Art habe ich bei der Mönchshof in Kulmbach gesehen…

Beim Brauen auf der Anlage hat sich Lorenz auf die oak aged Biere mit Eichenholzfassreifung spezialisiert. Von Barleywine bis Imperial Stout. Für den Pfarrer der Marienkirche hat er sogar extra ein IPA gebraut, dass ich natürlich gleich verkosten wollte. Super lecker, richtig saftiger Hopfen, so mag ich das.

Mein Fazit: Mitten im Aldersbacherland, wo ein „Kleines“ 0,5 Liter misst… – so geht Lebensqualität. Danke lieber Lorenz.

 

 

Pilsner Urquell – Vom Japaner und dem grolligen Groll

Pilsner Urquell 

Unsere Kumpels haben meiner lieben Frau eine Reise nach Pilsen geschenkt. Das hat mich natürlich besonders gefreut. Denn zu Pilsen fallen mir sofort so viele schöne Bierassoziationen ein. Josef Groll, Pilsner Brauart, helles Malz, weiches Wasser etc.. Doch dazu später mehr. In Pilsen angekommen, bin ich sofort in die Brauerei gestürmt.

Im sogenannten „Visitor Center“ werden über 100.000 bierinteressierte Touristen im Jahr empfangen. Sehr schön ist der Originalnachbau einer vor ca. 100 Jahren tätigen Brauerei mit Kühlschiff, Berieselungskühler und Sudhaus, die den Besucher im Eingangsportal begrüßt. Und das im ehemaligen Kühlschiffhaus der historischen Brauerei.

Vor 1842 haben ganz viele ganz klitzekleine Brauer in Pilsen fürchterlich schlechtes Bier gebraut und in der Not hat der Stadtrat den griesgrämigen Wanderbrauer Josef Groll aus Vilshofen in der Nähe von Passau engagiert, um den Pilsener Qualitätsnotstand zu lindern. Der Josef war nur kanpp 4 Jahre in Pilsen und hat das Problem nachhaltig gelöst. Und wie das? In seinem Reisegepäck hatte er untergärige Bierhefe dabei. In dieser Zeit, also die Zeit vor der Erfindung der Kühlmaschine durch Carl Linde 1876, war die untergärige Brauweise noch nicht en vogue in Pilsen, wie auch im gesamten dunklen Bierdeutschland. Untergärige Biere sind bekannterweise aufgrund der kälteren Gärtemperaturen wesentlich stabiler hinsichtlich mikrobiologischer Kollateralschäden als die obergärigen. Und so hat er das erste Bier Pilsner Brauart gebraut. Untergärig und….

… nicht nur das. Der grimmige Josef hat auch noch etwas mehr Hopfen beim Brauen verwendet, denn auch der Hopfen trägt zur Haltbarmachung des guten Gerstensaftes durch seine antiseptischen Eigenschaften bei. Dann noch helles Malz anstatt dunkles  in Verbindung mit dem natürlich samtweichen Quellwasser. Und fertig war Josefs Zauberbier. Das erste Bier Pilsner Brauart. Eine eiserne Sudpfanne aus dem späten 19. Jahrhundert hat mich in die Grollsche Zeit zurück gebeamt.

Die Pilsner Urquell gehört mittlerweile seit 2 Jahren zu Asahi, einem großen Japanischen Braukonzern, der den renditeorientierten Haien von AB Imbev die Brauerei und mit ihr viele Andere hinsichtlich kartellrechtlicher Vorgaben abgenommen hat. Denn ansonsten hätten die Ami-Belgier fast soviel Weltbiermarktanteil wie das Bier Pilsner Brauart. Nämlich fast 70%! Das ist schon bemerkenswert mit den Japanern, aber wen wundert es. Mittlerweile haben sich die Chinesen sogar schon auf dem württembergischen und bayrischen Biermarkt eingekauft. Und besonders bemerkenswert ist der „Japaner“ wirklich,….

…denn früher vor 100 Jahren hat er in Form eines Grünmalzkarrens (auch „Japaner“ genannt) den Mälzern bei der Verteilung des Grünmalzes auf der Darre geholfen.

So, genug gelästert. Das alte Sudhaus Baujahr 1931 ist echt eine Pracht…..

…und das Neue noch viel mehr. Hier werden 630 hl auf etlichen Sudstraßen im Einmaischverfahren gebraut und von den 2 Mio. hl Urquell wandern knapp 30% in den Export.

Dann ging es in die berühmten Keller der Brauerei. Hier haben sich in den Hochzeiten vor Einführung der Eisen- und späteren Edelstahl- Gär- und Lagertanks auf den 9 km langen Kellergewölben  6000 Holzfässer verteilt. Und das in 5-10m Tiefe.

Heute haben die Jungs und Mädels von Urquell für die Touris wieder einen historischen Holz – Gär- und Lagerkeller „in Betrieb“. Das ist toll gemacht und so ziemlich einzigartig, denn hier…

… können die Besucher dem Bier beim Gären in historischem Ambiente zuschauen.

Und solche Holzfässer sind heute richtig teuer. Ein Fässle kostet handmade schlappe 11.000€.

Verkostet werden darf direkt vom Eichenholzfass. Für viele Besucher der beste Stoff in Pilsen. Ich bin mir da nicht so sicher, denn das bierige Tröpfle hat eine gewisse organoleptische Ähnlichkeit mit dem unfiltrierten Pilsner Urquell aus dem Edelstahl Keg in den tschechischen Schänken….

Mein Fazit: Bierhistorie trifft Walt Disney. Ein Prost auf den Josef.

Humbser – Jugendstil macht Spass

Humbser

Bei meiner Stipvisite in Nürnberg haben wir auch einen kleinen Abstecher ins benachbarte Fürth gemacht. Ziel war das historische Sudhaus der ehemaligen Humbser Brauerei. Seit 1888 wurde hier in der Schwabacher Strasse gebraut. 1911 wurde vom Brauereicheffe Martin Humbser das wunderschöne Jugendstil Gebäude errichtet und ab 1912 wurde in dem Selbigen fleißig eingemaischt.

Gebraut wurde in dieser wunderschönen Ambiente bis 2009.  Schaut Euch den historischen Originalfilm an, der lohnt sich. Humbserfilm Nach langen Jahren des Leerstandes wurde diese Schönheit nun wieder wachgeküsst.

Und hier wurde mal richtig gebraut. In diesem stolzen Sudhaus wurden in den besten Zeiten über 1 Mio. Hektoliter Bierwürzen p.a. hergestellt….

… auf den Wandkacheln haben wir historische Artefakte entdeckt. Sudanzahl mal Ausschlagmenge…

Seit Oktober 2018 beherbergt der Jugendstilbau eine bierige Gastro. Nach fast drei Jahren aufwändigsten Umbauarbeiten wurde durch den Gastrobetrieb den wunderschönen Kupferhauben eine neu Aufgabe übertragen. Früher Bier machen, heute Bier ausschenken. Aus zwölf Zapfhähnen fließt das bei Tucher gebraute Humbser und Grüner Bier, Schanzenbräu, Boeheim und mehr.

Schöner geht nicht…

Das ist wohl der größte kupferne Läutergrant, der mir seither begegnet ist.

Mein Fazit: Humbser – Bier mit (Jugend-) Stil. Cheers!

 

Tucher, die 2- Städtebrauerei

www.tucher.de

Im Rahmen unserer Nürnberger Rotbierchallenge haben wir dann auch mit Helmut Ell die heutige Tucher Brauerei mit ihrem 2- Städte- Sudhaus besucht. Die Stadtgrenze Nürnberg – Fürth durchzieht genau das Sudhaus. Und das aus gutem Grunde.

Doch erst einmal tauchen wir in die turbulente Geschichte dieser Traditionsbrauerei ein. 1855 ging es durch den Kauf des Königlichen Bräuhauses in der Altstadt in Nürnberg durch die alte Patrizier Familie Freiherren Tucher von Simmelsdorf los. Dort wurde bis zum Brauereiumzug 1906 gebraut. Von 1890 wurde parallel ebenfalls in der neu gebauten Brauerei im Tucher’sche Gartenanwesen Langen Gasse 20 gebraut. Habe eine historische Fotografie vom Bräuhaus gefunden. Vergleich früher….

….zu heute. Wir haben extra eine kleine Schleife an diesen historische Ort in der Nürnberger Altstadt gemacht.

Zurück im 300 hl Gea Sudhaus im 2- Städte- Sudhaus. Dort werden 26 verschiedene Biersorten eingebraut. Über die 19 verschiedenen Tucher Biere , das Lederer Pils als die älteste Nürnberger Biermarke aus dem Jahre 1468, das von Helmut Ell 2011 wieder wachgeküsste Grüner Bier bis zu den guten Humbser Bieren aus der ehemaligen Brauerei in Fürth. Eingemaischt und gekocht wird auf dem Nürnberger Satdgebiet, abgeläutert und im Whirlpool der Heisstrub ausgeschieden auf dem Fürther. Genial.

Seit 2004 gehört nach vielen Fusionen und Eigentümerwechseln die Tucher Bräu GmbH & Co KG mit ihren Marken zu der Radeberger Gruppe und somit der Familie Oetker. Zum Glück, denn die Spekulanten der Reemtsma-, Schickedanz mit seinem Quelle Konzern-, die März- und Inselkammer Fraktionen haben es durch ihre Gier geschafft, komplett alle Nürnberger (Brauhaus Nürnberg J.G. Reif, Lederer und Tucher) und Fürther (Geismann, Berg Bräu, Humbser und Grüner) Traditionsbraustätten platt zu machen. Die Familie Oetker hat dann durch die Grundsteinlegung 2007 endgültig Fakten geschaffen und mit ihrer 55 Millionen Euro Investition alleine in das Sudhaus der neuen Brauerei den Fortbestand der Marken, der Brautraditionen und der Arbeitsplätze gesichert. Chapeau!

Die Brauerei gehört zu den Modernsten in Europa. Was den Energieverbrauch, Umweltfreundlichkeit und letztendlich Produktivität betriff ist sie ganz weit vorne. Und im Übrigen auch was die Qualität angeht. Das Sebaldus Weizen mit seinen + 6%. Vol. Alk. hat mich echt begeistert. Mega feine Banane, super harmonisch.

Hier hat jeder Tank seine Bestimmung…

Bei den Radebergers stehen die Filtrationsentscheider voll hinter der wohl modernsten Technik der Bierfiltration. Der sogenannten Crossflowfiltration. Diese habe ich neulich auch bei der Einbecker Brauerei entdeckt.

Die Liebe zum Detail hat mich begeistert. Auf dem Weg zur Filtration ging es an einem alten Massefilter vorbei. Diese Technik wurde seit der Erfindung der Bierfiltration und ihrer Patentierung durch die Firma Ensinger im Jahre 1845 bis nach dem 2. Weltkrieg angewandt und dann durch die Schichten- und Kieselgurfiltration abgelöst.

Mein Fazit: Brückenbauen macht Spass. Cheers.

 

Altes Sudhaus – Das Kupfer- und Rotbierparadies

Altes Sudhaus

Als dritte Station auf unserer historischen Nürnberger Rotbier Expedition ging es zur ältesten erhaltenen Nürnberger Braustätte an den Schillerplatz. Und somit zu einem, was die Nürnberger Brauereigeschichte betrifft, einzigartigen Ort. In dem wunderschönen denkmalgeschützten Backsteingebäude aus dem Jahre 1899 brauten zuerst die fusionierten Nürnberger Altstadtbrauereien Bernreuther und Liebel. Umgebaut wurde das Sudhaus dann 1939/40 als die Reifbräu sich dazu gesellte. Die Brauereien waren eigenständige Firmen und teilten sich das Sudhaus. 1960 kam es durch Fusion zur Brauhaus Nürnberg J.G. Reif AG. Die Reif AG brachte den Markennamen Siechen mit. 1966 fusionierte dann die „Reifen-Jungs“ mit der damals Freiherrlich von Tucher’schen Brauerei AG zur Brau AG.  Die „Tucher-Jungs“ hingegen verlegten in diesem Zug ihre Braustätte von der Langen Gasse (heutige Friedrich Alexander Uni) an den Schillerplatz.  Fortan wurden die Biere unter Tucher –  Siechen den durstigen Kehlen feil geboten.

Die Vielzahl der Rechtsform der AG bei Brauereien sind by the way dem enormen Kapitalbedarf der Brauereien in der Zeit der Industrialisierung geschuldet. Damals haben die Brauer einfach viel Kohle für die Anschaffung von Dampf- und Kältemaschinen benötigt, um mit der wirtschaftlichen Entwicklung standzuhalten. Empfangen wurden wir von Helmut Ell, dem ultimativen Bier- und Biergeschichts- wandelnden Kollektivwissen der Tucher Brauerei. Helmut ist verantwortlich für die Führungen im Alten Sudhaus und in der neuen Tucher 2- Städte Brauerei. In Helmuts Fragestunde beantwortete er alle Fragen rund um die Tucher Brauerei in aller Perfektion. Mein Gastgeschenk hat er sofort begeistert empfangen und als ausgebildeter Biersommelier gleich in diesem historischen Kontext verkostet und für gut befunden. Helmut ist eine wohl ziemlich einzigartige Energie- und Wissensquelle in allen Belangen rund um den köstlichen Gerstensaft.

Die Tucher Jungs haben nach aufwändigen Renovierungsarbeiten dieses Bierparadies zum Tag des deutschen Bieres am 23. April letzten Jahres wieder eröffnet, um ihrer Brauerei-DNA den passenden Rahmen zu schenken. Das kathedralenhafte 400 hl Kupfersudwerk aus dem Jahre 1960 ist eine Schönheit die ihresgleichen im bayrischen Bierorbit sucht.

An dieser kupfernen Schönheit sieht sich der Bierlover nicht satt….

…nicht satt….

…und nicht satt. Der Hopfenentlauger der Firma Steinecker ist eine echte Rarität und wohl in dieser Ausführung einmalig. Diese Technik ist längst in Vergessenheit geraten, bei der die durchfließenden Heisswürzen vom Läuterbottich Richtung Pfanne den vorgelegten Hopfen ausgelaugt haben. Oder einfach erklärt, eine Hopgun für die Heisswürzen.

Und genau hier wurde nach fünfjähriger intensiver biergeschichtlicher Recherche und unzähligen Brauversuchen der Tucherschen Rotbiertradition wieder Leben eingehaucht. Und zwar in Form einer Kaspar Schulz 15 hl Bräuhausanlage Baujahr 1996. Und in derselbigen findet das Tucher Rotbier seinen Ursprung.

Für das Rotbier werden zwei Biergattungen gebraut und später nach der Lagerung vor dem Abfüllen vermählt. Zum Einen wird ein Vollbier im Infusionsverfahren mit 12% Stammwürze eingebraut. Verwendet werden Cara Red, wenig Röstmalz und klassisches Pilsner Malz. Gehopft wird mit Spalter Select, Hallertau Tradition und Herkules. Der Doppelbock wird mit 19% und den gleichen Zutaten eingebraut. Vergoren wird ganz nach Nürnberger Art klassisch kalt und somit untergärig….

…gereift jeweils 6 Wochen in den Lagertanks.

Der Doppelbock findet dann nach der Reifung nochmal acht Wochen seine Ruhe in verschiedentlich getosteten Eichenholzfässern. Das ist der Wahnsinn, wieviel Mühe, Leidenschaft und Können die Tucher Braumeister sich für diesen Göttertrunk geben.

Abgefüllt wird mein Nürnberger Rotbierfavorit seit 3 Monaten in Flaschen, der 5 l Dose und für ausgesuchte Gastronomieobjekte in eigens angeschaffte Holzfässer. Zum Doppelbock und vor dem finalen Rotbier haben wir eine leckere Gerstenbrezel als kulinarische Grundlage gefuttert. Super Idee. Food- und Bierpairing mal ganz basic.

Mein Fazit: Tucher Rotbier = Vollbier + eichenholzgereifter Doppelbock = Lecker, lecker! Helmut 1000 Dank.

Schanzenbräu – vom Rotbier auf moderne Art

Schanzenbräu

Station Nr. 2 auf unserer Rotbierchallenge war die Schanzenbräu, in einem neuen Industriegebiet in Sichtnähe zur Stadtgrenze Fürth auf Nürnberger Gemarkung gelegen.

Die ersten Sude braute Brauereigründer und Schanzencheffe Stefan Stretz  schon 2004 ganz klassisch, wie es sich gehört, in einem Waschkessel in der Bärenschanzenstrasse. Daher auch der Name und das Logo. Als die Mengen die Waschzubergrenze überschritten, mietete er sich, gypsy-like, bei der Brauerei Sauer Rossdorf ein. Seit 2016 braut er nun in Eigenregie in der nagelneuen Braustätte am Rande von Nürnberg. Stefan hat seine Brauerlehre bei der Brauerei Tucher gemacht und dann den Dipl. Ing. Braumeister in Berlin draufgesattelt. Seit 2017 wird er unterstützt vom angehenden Ulmer Braumeister Domenic Steger, der seine Lehre bei der Brauerei Rittmayer in Hallendorf absolvierte.

Wunderschön anzusehen ist das kathedralenhafte 20 hl Sudwerk von Schulz,…

…pro Sud werden 355 kg Braumalz eingemaischt. Vom klassischen Pilsner Malz, Cara hell und dunkel bis zum Melanoidinmalz für das leckere Rotbier. Nix da Dekoktionsverfahren, hier wird mit dem Infusionsverfahren gearbeitet. Das Läutermanagement von Schulz jagt die Würzen bei der Abläuterung in fantastischen zwei Stunden durch den Läuterbottich. Das spart richtig Zeit, denn die Abläuterzeiten können sich bis zu 4-4,5 Stunden bei älteren klassischen Systemen ziehen.

Das Rotbier wird mit feinstem Hallertauer Tradition und Spalter Select gehopft. Ganz old-school am Anfang und Ende der Würzekochung. Vorgelegt wird dieser im Hopfengeber…..

Die guten Würzen werden im Eintankverfahren vergoren und gereift.

Die Jungs von der Schanze lieben unfiltrierte Biere, deswegen wird auf die Filtration verzichtet und es wird nur untergärig vergoren. Die Hefe kommt aus Kulmbach.

Dann gab es zum Relaxen erstmal eine leckere Verkostung vom Rotbier direkt aus dem Lagertank…..

Im Gär- und Lagerkellerbereich sieht man, dass in dieser Braustätte Zucht und Ordnung herrscht….

Den größten Absatz erzielen die Jungs mit ihrem Hellen. Mein Favorit ist jedoch das mengenmäßig zweitstärkste Gebräu: Das Rotbier mit seinen smoothen 24 Bittereinheiten. Meine liebe Frau hat das Märzen „Kehlengold“ gefeiert. Mit Cascade, Tradition und Select auf stattliche 36  Bittereinheiten getrimmt.

In der Brauerei werden nur die Fässer gefüllt. Die Flaschenabfüllung ist an die Kaiserbräu in Neuhaus vergeben.

Mein Fazit: Schanzenbräu – Schmeckt immer! Cheers.