L – wie Läuterbottich

Neben der Sudpfanne, der wohl schönste Einrichtungsgegenstand einer Brauerei. Unter Läutern (lt. Duden reinigen oder klären) versteht man im Brauprozess das Herausfiltern  der unlöslichen Bestandteile (meist Spelzen) aus der Maische durch Sedimentation im Läuterbottich. Ein wunderschönes Exemplar entdeckt bei der Häffner Bräu Bad Rappenau.

Läuterbottich

K – wie Kalthopfen

Unter Kalthopfen, auch Hopfenstopfen oder dry hopping genannt, versteht man die Zugabe von Hopfen bei der Bierbereitung nach der Würzekühlung. Selten im Gärkeller, üblicherweise im Lagerkeller. Hierbei entstehen die typische Hopfenaromen, die beim Riechen am Bier für manchen Biertrinker “Suchtgefahr” erzeugen können :-). Beim Würzekochen lösen sich die Hopfenbitterstoffe und bringen die Bittere ins Bier; die Hopfenöle zeichnen sich für das Hopfenaroma (von Mango bis Zitrus) verantwortlich – und dies ganz energiesparend ohne Kochung.

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Aufgenommen bei der Trapistenbrauerei Orval in den Ardennen Belgiens.

Mein Fazit: Gekonntes Hopfenstopfen – ich liebe es!

 

 

 

 

J – wie Jodprobe

Bei der Jodprobe wird der Maische nach den Verzuckerungsrasten eine kleine Probe entnommen und diese auf einen weisen Teller gegeben. Dann gibt man einige Tropfen Jod in die Probe. Ist die Färbung gelblich, dann ist keine Stärke mehr vorhanden. Schlägt die Farbe ins Blaue um, muss weiter Verzuckert werden, will man keine zu süßen Biere.

I – wie IPA

IPA – oder – India Pale Ale

Das sehr hopfenbetonte, meist von den Drehzahlen etwas stärkere Bier hat seinen Ursprung Mitte – Ende des 19. Jahrhunderts in England. Stärker gehopft und stärker eingebraut, um es für seine Challenge von England nach Indien einigermaßen haltbar zu machen. Denn der gute alte Hopfen wirkt antibakteriell und der Alkohol konservierend. Der Überlieferung nach wurde dann nach Ankunft in Indien das  Gebräu mit Wasser verdünnt und zum Pale Ale verwandelt. In Amerika heute die Szenebiergattung, in Europa noch weitgehenst unbekannt.

Black sheep

Eine leckere Variante das Black Sheep vom Brau Kollektiv, gebraut bei der Rogg Brauerei Lenzkirch.

H – wie Hopfenseiher

Der gute alte Hopfenseiher, früher in jeder Brauerei unentbehrlich, um den Naturhopfen aus der Würze “herauszubekommen”. Die heute verwendeten Hopfenpellets und der immer noch von meist größeren Brauereien verwendeten Hopfenextrakt lösen sich bei der Würzekochung fast vollständig auf. 2 mir bekannte Hopfenseiher kann man heute noch in Betrieb bei der Waldhausbrauerei und der Herbsthäuser Brauerei finden.

Hopfenseier

Mein Fazit: Der Hopfenseiher bringt dem Biere Kraft, der zu viel des Hopfen hat.

G – wie Grünhopfenbier

Unter Grünhopfenbier versteht man Bier, das unter Verwendung von frisch geerntetem, nicht getrocknetem oder aufbereitetem Hopfen gebraut worden ist. Ein leckerer Vertreter stammt von meinem geschätzten Brauerkollegen Eric Toft aus der Schönramer Brauerei.

schneiderhopfengarten

Mein Fazit: Grünhopfen, das grüne Gold der Brauer. Was duftet leckerer?

G – wie Gärbottich

Super zu beobachten sind die Gärstadien bei den guten alten offenen Gärbottichen. Diese alte Art von Gärgefässen sind leider vom Aussterben bedroht und nur noch sehr sellten zu finden. Auf dem Bild Gärbottich bei der Eichhofer Schlossbrauerei.

Gärtank1

Heute werden nur noch geschlossene Gärtanks gebaut, der Hygiene und Automatisierung von Reinigung, Befüllung- und Entleerung geschuldet. Unten – Gärtanks bei der Brooklyn Brewery New York.

Lagerkeller1

F – wie Filterkeller

Im Filterkeller wird filtriert. Und zwar das gute Bier, um diesem die Trübungsbestandteile zu berauben. Hefen, Eiweiß und ein bisserl vom Geschmack. Oder anders rum – es glanzfein zu bekommen. Mann sieht wieder – jedes Bier hat seine 2 Seiten. Prost.

Filterkeller Filterkeller bei der Schlossbrauerei Ellingen.

Mein Fazit: Ob Filtrat oder Unfiltrat; frisches Bier vor oder nach dem Filter; lecker.

E – wie Eisbock

Der Eisbock, die Biergattung mit dem wohl höchsten Alkoholgehalt. Da die Vergärung mit zunehmendem Alkoholgehalt abnimmt, besteht ein Mittel, höheren Alkohol zur erreichen darin, unser leckeres Bier durch Einfrieren und Ausscheiden des Eises zu konzentrieren.

Eisbock