Eine Liebeserklärung – von Garrett Oliver

Bin beim Lesen des Vorworts des Atlas of Beer von National Geographic auf wohl eine der berührensten Liebeserklärungen für Bier gestoßen. Verfasst wurde diese von meinem geschätzten Kollegen Garrett Oliver von der Brooklyn Brewery, New York. Garrett hat mich 2012 durch seine Brauerei geführt und durch seine Leidenschaft und Fachwissen in Sachen Bier inspiriert. Eines meiner Lieblingsbierbücher ist übrigens „The Brewmaster´s Tabel“, auch vor vielen Jahren  von Garrett geschrieben. Ein Muss für jeden Bierliebhaber.

„Drei Jahrzehnte später, als Braumeister der Brooklyn Brewery habe ich Glückspilz die ganze Welt bereist, und das sitzend auf einem fliegenden Bierteppich. Ich habe Bier getrunken mit einem bayrischen Prinzen auf seinem Schloss; ich trank aus einem gemeinschaftlichen Bleicheimer in einem südafrikanischen Township; ich trank während dem Mittagessen inmitten blühender Hopfenfelder im Elsaß; ich trank in einem brasilianischen Zuckerrohrfeld; ich trank, als ich nackt im Schnee an einem gefrorenen See in Finnland stand; und ich trank direkt vor einem Kohlebrand in Derbyshire, während riesige Zugpferde vor der Tür auf ihrem Gras kauten. An all jenen Orten dankten die Menschen mir für das Brooklyn Bier ohne zu verstehen, dass diese Reisen mir das Bier schenkten.“

„Bier ist nicht nur Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser. Bier bedeutet Liebe und Freundschaft, vereint Technologie und Magie, Bier stiftet Identitäten und prägt Sprachen, Bier kann Streitereien und Debatten auslösen, aus Bier entstehen Musik und Mode, es ist konservativ als auch revolutionär, Bier ist sowohl Vergangenheit als auch Zukunft. Im Bier lässt sich der Aufstieg der Zivilisation erkennen, durch Bier werden Nationen erlebbar, durch Bier erfahren wir die Wiedergeburt unserer Esskultur. Denn: Bier ist nicht nur eine Flüssigkeit. Bier ist die Menschheit selbst.“ (Die Übersetzung stammt aus der Feder meiner lieben Tochter Nina.)

Mein Fazit: „Folgen Sie den Pfaden und Sie werden mit Sicherheit mit Ihren eigenen großartigen Geschichten biergetränkter Reisen im Gepäck und einzigartigen neuen Freundschaften im Herzen nach Hause zurückkehren.“ Thank´s Garrett.

 

Zur Growler Besichtigung ins Lager Lager

lagerlager

What?

Das dachte ich, als mir mein Freund Janusch, Architekt und Vater der schönsten Szenebar Paul & Georg in Stuttgart, paulandgeorg, den hippsten Craftbeer Laden und Verkostungsraum Lager Lager in Berlin zeigte.

Neben dem gängigen Craftbeersortiment….

… werden auch bis zu acht Fassbiere zum Verkosten vor Ort oder zum Mitnehmen angeboten.

Und hier kommt der Growler ins Spiel. Craftbeer aus dem Fass – to take away. Der Growler, mega angesagt in USA, befördert den guten Gerstensaft aus dem Fass schaum- und sauerstofffrei in die bottle.

Und so funktioniert der Growler

 

MEIN Fazit: The Growler – oder besser. Bier für die Gass. Cheers.

 

 

Auf den Keller fertig los – Die Oberhaider Kellergasse

In einer der wohl bierträchtigsten Gegenden der Welt, im Landkreis Bamberg, wurde, man höre und staune, bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich Wein angebaut. So richtig los ging es mit dem guten fränkischen Bier erst Ende des 17. Jahrhunderts. Zuerst hauptsächlich obergärig und erst etwas später auch untergärig. Wie wir wissen lieben die untergärigen Hefen kalte Gärungs- und Reifungstemperaturen. Und das ganzjährig. Aus diesem Grunde wurden die berühmte Oberhaider Kellergasse mit ihren zahlreichen tiefen Bierkellern angelegt.

Und diese wollte ich unbedingt erforschen. 2009 war Sanierungsstart, um diese auch der interessierten Bierenthusiastennachwelt zu erhalten. Auf der Karte sind alle 30 Keller akribisch eingezeichnet und kartografiert.

Der erste Keller wurde bereits 1796 urkundlich erwähnt. Hans Klamann war der erste Brauer, der seinen Keller dort anlegte. Weitere sollten ihm bald folgen. Die 29 Kellerbesitzer ließen ihr Bier allesamt beim Brauer vor Ort zu günstigen Konditionen brauen. Um das Bier aber in den Kellern zu vergären und zu lagern war ein Hausbraurecht erforderlich.

Um dies zu erlangen musste man ein Haus in Unterhaid besitzen und dem Gerstenanbau nachgehen. Dieses Braurecht gilt im übrigen noch heute.

Die Elektrifizierung Oberhaids nach 1924 war die Voraussetzung für den Einzug des modernen Kühlschranks. Dieser Epochensprung nahm den tiefen Bierkellern ihren Sinn und so endete 1950 die Bierlagerung in den selbigen.

1850 wurde über den Kellern der erste Biergarten angelegt. So entstand der heute noch gerne und oft benutze Ausspruch: „Lass uns auf den Keller gehen“. Natürlich wird dieser auch heute noch bewirtschaftet.

Um 1900 kam eine noch heute funktionsfähige Kegelbahn dazu, um die trinkfreudigen Gäste länger auf dem Keller zu halten.

Mein Fazit: Erst im Keller, dann auf dem Keller, da wird es dem Dinki immer heller.

 

 

One Beernightstand in Riga

Bin mal kurz nach Riga, um dort die Craftbeerscene der lettischen Metropole zu erkunden. Wo geht das besser als auf dem dortigen Craftbeerfestival……

Und gleich rein ins Getümmel. Echt krass geil, was hier biermässig geboten ist. Die baltische Craftbeerscene hat sich extrem schnell entwickelt. Um Riga rum haben sich in den letzten Jahren ca. 20 beernerds ihren Traum vom eigenen Gerstensaft erfüllt.

Die Location, der Stadtpark von Riga, wie auch die ca. 40 Brauereien, echt super.

Mit dabei und mittendrin ist auch ein ganz großer Vertreter der hippen Braukunst. Die Delirium Tremens aus Brüssel mit ihrem pinken Elefant. Immer wieder lecker der bockige Langrüssler.   

Auch kulinarisch ist auf dem Festival was geboten. Was passt besser zu den stärkeren Biervertretern als…….

Im ganzen Craftbeertrubel tut ein kurzes Ruhepäuschen richtig gut… 🙂

Nach vielen guten Gesprächen und reichlich Verkostung der baltischen Leckereien habe ich ihn endlich gefunden. Meinen Top – Favoriten….

Die Brauerei wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zu Fuss ca 30 min von der Innenstadt gelegen, haben die Jungs eine sehr coole Location in einem alten Backsteinensamble realisiert. Hier brauen sie ihre 40 verschiedenen Biere.

Der Taproom ist richtig kultig gemacht. Hier kann man sich gemütlich durch die 12 Fassbiere verkosten. Die Biere sind in 5 Farbgruppen eingeteilt. Grau – gelb – rot – schwarz und pink. Je nach Alkoholgehalt. Echt witzig.

Die Brauanlage wie das Bier – alles home made. Die Biere sind zum Teil im Infusionsverfahren, wie auch im Teilmaischekochverfahren gebraut.

Das ist die erste Sudpfanne mit Segelohren, die mir bei meinen Challenges begegnet ist. Voll strange.

Für Klein- und Versuchssude wird von den Jungs der Grainfather aktiviert.

Dann haben wir uns durch die Lagertanks gezwickelt….

… bis ich mich dann mit einem lecker Lielais Kristaps ( „der legendäre Fährmann von Riga“) verabschiedet habe.

Mein Fazit: Auf nach Riga.

 

The show must go on – die erste Beerchallenge 2017

Sodelle, ihr lieben Leser, seit gegrüßt im neuen Bierjahr. Nach meiner traditionellen, alljährlichen Bierfastenzeit im Januar, freue ich mich schon mega auf meine erste Bierexkursion ins gute Frankenland. Um Euch schon Appetit auf meine nächsten Blogs zu machen, habe ich mich kurzerhand entschlossen, das Programm vorab zu enthüllen. Los geht´s am 1. Februar. Was folgt ist eine echte Beerchallenge durch 19 Brauereien in 4 Tagen. Freundlicherweise haben mich 6 Bierenthusiasten hierzu eingeladen, spannende und bemerkenswerte Bierhotspots mit ihnen gemeinsam zu erkunden.

The ultimativ Oberfranken Beerchallenge 2017:

Mi 1.2.2017

09:30 Abfahrt Memmelsdorf 09:35 Ankunft Kommunbrauhaus Rossach (Großheirath, Coburger Straße, Tel. 09565-1689), seit 1712 bekannt, 90 hl/Jahresausstoß 11:00 Abfahrt Rossach 11:20 Ankunft Brauerei Grosch, Rödental, Gasthof seit 1425; Brauerei seit 1492, 3.200 hl/Jahresausstoß; (www.braugasthof-grosch.de) 14:20 Abfahrt Rödental 14:40 Ankunft Alte Klosterbrauerei Vierzehnheiligen, Kloster seit 1445, Braurecht seit 1803, Kloster hat 500.000 Jahresbesucher; 10.000 hl/Jahresausstoß 15:40 Auszug aus Klosterbrauerei 15:40 Besuch Klosterkirche Vierzehnheiligen 16:15 Abfahrt Vierzehnheiligen 16:25 Ankunft Metzgerbräu, Uetzing, seit 2004 Errichtung der Brauerei neben bestehender Metzgerei; 250 hl/Jahresausstoß, (www.metzgerbraeu.de) 17:40 Abfahrt Uetzing 18:15 Ankunft Brauerei Hönig, Tiefenellern, frühere Poststation, daher heute auch „Gasthof zur Post“; 6.500 hl/Jahresausstoß, (www.brauerei-hoenig.de) 19:45 Abfahrt Tiefenellern 20:00 Ankunft Drei Kronen Memmelsdorf (Abendessen und Übernachtung)

Do 2.2.2017 (Steigerwald)

09:00 Abfahrt Memmelsdorf 09:15 Ankunft Unterhaid mit Besichtigung Kellerweg (Führung mit Kreisarchivpflegerin), bekannt seit 1796, eine 165 m lange in Franken einmalige Kellergasse mit 29 Einzelkellern und einem Sommerkeller 10:00 Abfahrt Unterhaid 10:05 Ankunft Brauerei Mainlust, Viereth-Trunstadt, seit 1848 Braurechte, 700 hl/Jahresausstoß (www.mainlust.com) 11:30 Abfahrt Viereth-Trunstadt 12:00 Ankunft Brauerei Bayer in Theinheim, 300jährige Braugeschichte, gilt als kleinste Brauerei Frankens (www.bayer-Theinheim.de) inkl. Mittagsvesper 14.30 Abfahrt Theinheim14:45 Ankunft Brauerei Zehender, Mönchsambach, seit 1808 als Brauerei geführt, (www.moenchsambrach.de) 15:45 Abfahrt Mönchsambach 15:50 Ankunft Brauerei Schwanenbräu Burgebrach, Gasthaus seit 1394, seit 1436 Erbschankrecht, Brauerei mit 1000 hl/Jahresausstoß, (www.schwanawirt.de) 16.50 Abfahrt Burgebrach 16:55 Ankunft Brauerei Herrmann, Burgebrach-Ampferbach, Braurecht seit 1718, mit Herrmann-Sommerkeller seit 1825 18:00 Abfahrt Ampferbach18:30 Rückkehr Drei Kronen Memmelsdorf (Abendessen und Übernachtung)


Fr 3.2.2017 (Fränkische Schweiz)

09:00 Abfahrt Memmelsdorf 09:40 Ankunft Bräuwerk, Neudrossenfeld; Brauerei seit 1649, wegen Vereinsgastronomie vor einigen Jahren geschlossen, seit 2014 als AG wiedererrichtet und betrieben, mit Tanzlinde in Nachbarschaft 10:40 Abfahrt Neudrossenfeld 10:50 Ankunft Trebgast Einkehrschwung bei Haberstumpf (www.brauerei-haberstumpf.de) 11:25 Abfahrt Trebgast 12:25 Ankunft Gänsteller Bräu (www.ganstellerbrau.de) 13:55 Abfahrt Hallerndorf 14:35 Ankunft Elch-Bräu Gräfenberg, Brauerei/Mälzerei seit 16.Jahrhundert, neu übernommen 2007 (www.gasthof-seitz.de) 15:50 Abfahrt Gräfenberg 16:30 Ankunft Brauerei Heckel, Waischenfeld, seit 1611 Kommunbrauhaus, 1981 von Familie Heckel übernommen, 3000 hl/Jahresausstoß 18.30 Abfahrt Waischenfeld19:15 Ankunft Löwenbräu Buttenheim, seit 120 Jahren Familienbetrieb(www.loewenbraeu-buttenheim.de); 1000 hl/Jahresausstoß Abendessen und Übernachtung


Sa 4.2.2017

09:00 Abfahrt Löwenbräu Buttenheim 09:02 Ankunft Levi Strauss-Museum Buttenheim mit Sonderführung 10:00 Abfahrt Buttenheim 10:15 Ankunft Brauerei Sauer, Roßdorf am Forst, Brauerei seit 1720 mit Felsenkeller und Sommerkeller-Betrieb (www.brauerei-sauer.de) 12:15 Abfahrt Roßdorf 12:30 Ankunft im Cafe Abseits, Bamberg (www.abseits-bamberg.de) 13:10 Abfahrt vom Cafe Abseits

Mein Fazit: Ich freue mich darauf, Euch auch im Jahr 2017 wieder mit dem einen oder anderen Blog bierig zu begeistern.


Beer meets Whisky – im Getreidehimmel

Beer & Whisky? Das hört sich für mich als Bier-Ultra fast so an wie Fremdgehen. Habe mich auf die neue Romanze trotzdem eingelassen, nachdem mich der ausgewiesene Stuttgarter Whiskykenner und Cheffe vom Jazzclub Bix, Jens Ölkrug, dazu bei unserem gemeinsamen Pretasting in der Imme überredet hatte. Dort haben wir fünf verschiedene Biere mit fünf ausgesuchten Whiskys gepaart und diese gestern live on stage im Bix vor vielen interessierten Bier- und Whiskylovern präsentiert.

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Als erstes Herrengedeck haben wir Schönbuch Jäger Spezial, ein altväterliches Exportbier mit 5,7 Vol.%, mit Glenrothes sherry cask reserve gereicht. Zuerst das lecker Bier auf die Zunge gelegt und dann den edlen Schotten drüber laufen lassen. Ein WOW ging durch den Saal. Malt – the same heart of the thing – war hier ganz deutlich zu schmecken.

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Weiter ging es mit Torpedo IPA und Auchentoshan three Wood. Der Whisky hat sofort die geile Hopfenbittere des IPA wegezaubert. Mega Kombi war die zwischen dem Schönbuch Weizenbock oak aged, will heißen neun Monate im Bourbon Fass gereifter Weizenbock, und dem Knob Creek rye. Die Potenzierung der Potenzierung zwischen Vanille und Bananenaromen. Supergeil!

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Danach haben wir Fullers London Porter mit Ardmore traditional cask vereint und als Hammer Abschluss mein Lieblingsbier Trappistes Rochefort 8 mit Laphroaig quarter cask. In diesem letzten Akt ging das Spiel anders herum. Hier haben wir zuerst den Whisky auf die Zunge gelegt und dann das Rochefort drüber gelassen. Unglaublich. Der Schweigemönch hat den intensiven Torfcharakter des Whiskys weggeblasen bevor nach einem kurzen Glücksgefühl der Torf klammheimlich mit voller Wucht wieder um die Ecke kam.

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Mein Fazit: Beer & Whisky – Fremdgehen leicht gemacht.

Ale, Ale, Ale – Beerfestivalhopping in London

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Wenn im August an einem Wochenende in London gleich zwei angesagte Beerfestivals anstehen, dann kann ich nicht anders. Hotel buchen und ab Richtung Ales. Das Great British Beerfestival in der ehrwürdigen Olympia – Halle in Kensington war mein first Stop.

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Als erste Anlaufstelle habe ich mir meine liebste Londoner Brauerei in der Kategorie Traditionsbrauereien, die Fuller´s ausgesucht.

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Mit ihrem lecker Black Cap Stout bewaffnet ging´s ab in die Menge und auf Beerscouting Tour.

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Zweiter Stop, Real Ales antesten. Harter Job, denn der Weg durch trinkfreudige Engländer in Volksfeststimmung zum The Swan Stand „wird kein leichter sein“.

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Belohnt wird der beernerd visuell durch den coolen Zapfhahn-Highway und organoleptisch durch das mega leckere Oracle aus der Salopian Brewery, ein fresh sparkling vibrant sunflower gold citrusy Ale. Hammer.

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Genial, die Fassbierorga hinter den Kulissen. Da benötigt der Zapfer echt Draftkompetenz. Die Jungs und Mädels hinter den goldenen Hähnen des Bierolymp waren allesamt recht gut in Sachen Bier geschult.

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Für die Auszeit, for smoking or something else, waren extra Tische im Roulette-Style aufgebaut. Sein eigenes Glas wieder finden – ein Royal Flash.

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Gesehen – gelacht – und weiter ging es zum Real Craftbeer Festival mit der Tube zu der Station Bethnal Green am Ostrand der Millionenmetropole. Bei dieser Industriebrachenkulisse waren wir echt gespannt auf das, was uns innen erwartet.

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Über 30 geniale Craftbeer Brewer, die meisten aus UK, haben uns empfangen. Ein Vertreter aus good old Germany, Tilmans, war ebenfalls mit am Start.  Doch vorher war über die spannende Frage zu meditieren…..

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Innen total cooles Ambiente, der DJ mitten drin und jede Menge super nette hipster craftbeerfreaks .

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Nicht nur die Biere waren durch die Bank bemerkenswert, sondern auch der Style von manchen Craftbeer-Schänken.

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Jedenfalls kann ich Euch dieses Festival wärmstens an Euer Craftbeerheart legen, denn die Besucher wie die Brauer waren super geil drauf….

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…. und so habe ich manches interessante Gespräch führen und dazu lecker Ale trinken können.

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Mein Fazit: Ein Cheers auf das Craftbeer Festival London – I like it!

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Am Anfang war das Korn – Braugerstenernte im Schönbuchland

www.altdorfer-muehle.com

Es ist Erntezeit im Schönbuchland. Da habe ich mich doch gleich aufgemacht, um Euch hierüber zu berichten. Auf meinem Weg nach Altdorf bin ich an einem frisch abgeernteten Braugerstenfeld im Nirgendwo zwischen Hildrizhausen und Steinenbronn vorbeigedüst. In dieser Gegend wird der Bedarf an Braugerste von ca. 20 Landwirten für die Schönbuch Braumanufaktur auf ca. 100 ha (1.000.000 m2) angebaut. Bei einem Ertrag von ca. 6 Tonnen/ha entspricht dies ca. 600 Tonnen.

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Die Altdorfer Mühle wird von den Brüdern Ruthardt geleitet und wurde 1487 (!) erstmalig urkundlich erwähnt. Direkt nach dem Einbringen der Ernte fahren die Landwirte zur Mühle. Dort wird als Erstes eine Probe entnommen….

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… und von den Chefs persönlich genau untersucht. Und zwar auf Wassergehalt, Eiweißgehalt und hl- Gewicht. Das Hektolitergewicht wird zur Festsetzung des Getreidepreises ermittelt und entspricht dem Gewicht von 100l Getreide.

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Die Altdorfer Mühle ist ein rein familiengeführter Betrieb und erfasst ca 3.000 Tonnen Getreide p.a. Karl Ruthardt ist übrigens der geistige Vater des regionalen Braugerstenkonzepts der Böblinger Brauerei. Vor ein paar Jahren wurde kräftig investiert und so gilt sie als Musterbetrieb in ihrer Branche. Neueste Steuertechnik, von der Annahme bis zur Verladung, vom Allerfeinsten.

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Wenn die Proben die Qualitätsvorgaben erreichen und keine Auffälligkeiten zeigen, darf abgeladen werden. Natürlich auch hier Handbonitierung, will heißen – das Auge analysiert mit.

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Bevor die Braugerste ins Silo darf, wird sie gereinigt, also von Fremdkörpern befreit.

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Danach ging es auf Klettertour auf das Silodach. Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

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Echt beeindruckend der Blick ins Silo….

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… und auf die Mühle hinab. So schöööön. Und von der Mühle fährt die Gerste zur Mälzerei, wo sie verzaubert wird zu Braumalz, der Seele unserer guten Biere. To be continued……

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Mein Fazit: Charly, danke für den Einblick in dein Braugerstenuniversum.

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Auf den Spuren des Zoigl

Habe mich mit dem Fahrrad auf den Weg zu den heiligen Stätten des Zoiglbieres gemacht, um dessen Mythos zu erkunden. Von Bayreuth aus ging es nach Marktkredwitz in der Oberpfalz. Durstig und hungrig angekommen, sind wir sofort eingekehrt und auf den ersten Zoigl gestoßen.

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Diesen, von der Brauerei Nothhaft gebraut,  habe ich genüsslich mit saurem Herz vertilgt. Foodpairing auf oberpfälzisch. Die Zoiglbiere sind untergärig, unfiltriert und meist sehr unterschiedlich gehopft. Der Marktkredwitzer Rawetzer Zoigl hat durch seine etwas stärkere Hopfung eine wunderschöne Hopfenblume.

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Nach der ersten Stärkung ging es gleich weiter nach Mitterteich zum Kommunbrauhaus. Dieses besteht seit 1864 am Ort. Jeder Bürger im Besitz eines eigenen Hauses hat dort seit dem Jahre 1516 das Recht, sein Bier zu brauen. Von diesem machen heute noch drei Familien ganzjährig Gebrauch, um dann ihren Zoigl in deren Schankwirtschaften zum Ausschank zu bringen. 1932 wurde gerichtlich entschieden, dass dieses Recht keiner Verjährung unterliegt.

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Weiter ging es nach Falkenberg in den Wolfadl Zoigl. Zoigl stammt von „Zeichen oder Zeigen“. Eine Zoiglwirtschaft, ähnlich der schwäbischen Besenwirtschaft, erkennt man am Brauerstern oder einem Fichtenbusch, der vor das Haus gehängt wird. Damit wurde und wird signalisiert, dass es dort frisches Zoiglbier gibt.

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Und genauso lecker und unterschiedlich wie die Biere sind die Gerichte, die zu diesen einmalig süffigen Brauspezialitäten gereicht werden. Basic is amazing….

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In Falkenberg haben wir uns dann vom Zoiglbrauer den Schlüssel vom Kommunbrauhaus geben lassen, um dieses zu besichtigen. Das Gebäude wird von der Stadt, die technischen Anlagen von den Brauern in Stand gehalten.

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Wie aus einer anderen Zeit werden hier in traditioneller altväterlicher Art die Biere gebraut. Gebraut wird mit dem in der heutigen Brauindustrie kaum mehr anzutreffenden energieintensiven Ein- oder Zweimaischverfahren. Dieses macht die Biere aus den Kommunbrauhäusern wunderschön kernig. Nicht fehlen darf der Brauerstern…..

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und das Kühlschiff, mit dem auf traditionelle Art noch heute die Würze abgekühlt wird.

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Die nächste Zwischenstation war der Schlosshof Zoigl der Familie Weiss in Windischeschenbach. Einer der Hotspots des Zoiglbieres.

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Die zünftige Zoiglexpedition endete in Eslarn im Zoigl der Familie Streher mit der Empfehlung an jeden Bierfreak:  „Play it again Sam“.

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Mein Fazit: Zoiglbier – back to the future.

Fözde Feszt in Budapest

www.fozdefeszt.hu

War im Wonnemonat Mai zur Craftbeerexpedition im wunderschönen Budapest. Unser Reiseziel war das legendäre Craftbeerfest Fözdefeszt, dass dieses Jahr schon zum 11 mal stattgefunden hat.

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Das ungarische Craftbeerhighlight findet in einem alten Park mitten in der City  statt. Mega Ambiente und klasse Leute haben das Fest für mich zu meinem persönlichen Festival – Hotspot gemacht.

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Bei 50 Ausstellern, die meisten von ihnen sind lokale Craftbeer Brauer und Beerbars, haben wir uns quer durch die Szene verkostet. Spannende, handwerklich gut gemachte  und echt kultige Gebräue haben meinen Gaumen beglückt. Ganz unter meinem Festivalmotto:

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Cool, die Brauer von der Zip´s Brewery. Extra angereist mit Ausschanktanks. Hab ich auch noch auf keinem Beerfestival vorher gesehen,…

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… genauso wenig wie die Hopegun direkt vor dem Zapfhahn.

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Passend zu den heavy Beers gab es smoked Beef in vielen Varianten…..

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Mein Favorit sind die Biere von der ersten Craftbeer Brewery in Budapest, der Leganda. Super lecker und hammerstark schmeckt die oak aged Legende „Game over“. Die Einladung zur Brauereibesichtigung haben wir auf das nächste Jahr verschoben, denn…..

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….das Kiwibier möchte ich unbedingt aus dem Lagertank Zwickeln.

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Mein Fazit: Budapest – ich komme wieder. Der Geheimtip für alle Craftbeer Freaks.