Lamm-Bräu Untergröningen – Zur Bierappel auf die Ostalb

Lamm-Bräu Untergröningen

Habe von meiner Lieblingscraftbierwirtin Barbara vom Maulwurf in Stuttgart Vaihingen den Tipp bekommen, die Familie Kunz und ihre Lamm-Bräu in Untergröningen zu besuchen. Mit diesen arbeitet sie schon seit vielen Jahren hinsichtlich Aktionsbieren zusammen. Untergröningen liegt mit seinen 1.289 Einwohnern ganz grob nördlich zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen auf der Ostalb.

Getroffen habe ich mich mit dem Inhaber und Braumeister Andi Kunz , der die 1830 gegründete Familienbrauerei in 6. Generation führt, im neuen Sudhaus. Das Sudhaus hat der Andi richtig klasse gemacht…

… denn der Plan des Seniorchefs im Hause Kunz war, das alte Sudhaus in den bestehenden Räumlichkeiten durch ein neues zu ersetzen. Am Ende hat sich dann doch der Andi mit seiner am Stammtisch geborenen Idee durchgesetzt, das neue Prunkstück in einem neuen, vorgesetzten Zweckbau zu installieren. Sein Kumpel, der Schreiner, und sein gutes Bier haben ihn dazu inspiriert.

Da hab ich richtig was dazu gelernt. Falls ich mal  ein neues Sudhaus bauen sollte, werde ich ebenfalls bei einem guten Bier mit meinem Schreiner über diesen Konzeptansatz sprechen. Andi hat seine Lehre beim Biobier-Pionier Neumarkter Lammsbräu gemacht. Der Kontakt kam damals über den legendären Karl Friedrich Kretschmer, Brauereitechniker, Erfinder des Friabilimeters und Buchautor. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Werke „Fibel der Bierschädlinge“ und „Wissenswertes über alte Brauweisen“. Nach der Lehre ging es über die ehemalige Ziegelhofbrauerei in der Schweiz, die Lasser Brauerei in Lörrach und Fischer´s Brauhaus Mössingen noch zwei Monate ins Labor der Dinkelacker Brauerei Stuttgart. Weiterbildung gab es noch für ein Jahr zum Braumeister bei Doemens und zum Betriebswirt.

Gebraut werden auf dem 30 hl Braukonsudwerk, das erst 2019 in Betrieb ging, zehn verschiede all year round und fünf saisonale Bierspezialitäten. Das Export ist mit 40% ausstoßstärkste Sorte. Das sagenumworbene Bier-Appel hat es mir allerdings besonders angetan. Ein super süffiges, extrem zum Weitertrinken anregendes, untergäriges Unfiltriertes.  Der Sage nach ist die Bierappel ein Schlossgeist, die vor langer Zeit, spät in der Nacht, eine Magd beim Bierzapfen im Schlosskeller erschreckte, die ihren Herrschaften heimlich an die Biervorräte gehen wollte. Als die Magd den Spunden aus einem Fass zog, um ihren Krug zu füllen, wurde sie von der Bierappel überrascht. Vor lauter Schreck ließ die Magd den Spunden in ihren Bierkrug fallen und steckte ihren Finger in das Loch, um Schlimmeres zu verhindern. Daraufhin spottete die Bierappel: „Oho muss i do lacha, dr Zapfa en dr Kachel ond dr Fenger em Loch!“ Genial!

Die 4000 hl Verkaufsbier im Jahr bei 60% Fassbieranteil (vor 2020) werden mit dem 16° dH Wasser aus dem eigenen Brunnen gebraut. Wegen des etwas härteren Wassers verwendet Andi im neuen Sudhaus eine biologische Säuerungsanlage. Der Gärkeller verbirgt eine ganz besondere Rarität. Kunz Senior war einer der ersten Brauer in Süddeutschland, der 1976 das Vergären im geschlossenen, stehenden ZKG (Zylindrokonischer Gärtank) praktiziert hat. Zur damaligen Zeit ein absolutes Novum und extrem innovativ. Denn damals wurde üblicherweise in offenen Bottichen kalt bei 8°C vergoren. Bei dem heute in fast jeder Brauerei angewandten Eintankverfahren werden die Würzen bei 13 °C unter Druck vergoren.

Die Tanks stammen aus dem Hause Gross aus Radolfzell, das heute zur Firma Kieselmann gehört. Andi hat mir sogar verraten, warum sein nur im Sommer erhältliches Hefeweizen so lecker ist. Die Rezeptur seines Zeiselweizens ist unter Mithilfe seiner Freunde aus der Weissbierbrauerei Gutmann und der Brauerei Sonne Bischberg entstanden. Gelagert werden die Biere um die null Grad, ebenfalls stehend…

Nach dem Lagerkeller sind wir noch auf einen Sprung ins stillgelegte Jakob Carl Sudhaus Baujahr 1952. Wunderschön mit den original grünen Sudhausfliesen. Der Seniorchef möchte dort ein Biermuseum installieren. Da freu ich mich schon drauf…

Vorbei ging es an der hauseigenen Brennerei, bei der leider Gottes momentan aus altem Fassbier edler Bierbrand gezaubert wird,…

… direkt in die Brauereigaststätte zur Bierverkostung. Die Kunzens führen  nicht nur diese selber, sondern auch die zwei brauereieigenen Gastros „Hinz und Kunz“ in Schwäbisch Gmünd und in Abtsgmünd. Die Bierverkostung mit Andi und seinem Vater war ein bieriges Highlight. Ich werde mit Sicherheit baldmöglichst mit meiner Gattin wiederkommen und mir dann neben den köstlichen Bierspezialitäten ein leckeres Abendmahl und ein schönes Zimmer im Brauereigasthof gönnen.

Mein Fazit: Lamm-Bräu Untergröningen – sagenhaft!

Der Bräunlinger Bierpfad

Habe mit meinem Sohnemann Luki und meinem Bierbruder Olly was für die Gesundheit getan. Und wo geht das am besten? Natürlich an der frischen Luft. Und zwar dort, wo sie mit am gesündesten ist: Am Rande des wunderschönen Schwarzwaldes, im beschaulichen Bräunlingen. Denn dort gibt es nicht nur gesundes Bier aus der mir lieb gewonnenen Bräunlinger Löwenbrauerei, sondern auch einen lehrreichen Bierpfad dazu.

Braumeister André hat uns herzlich empfangen und am Startpunkt des Pfades, gleich neben der Brauerei gelegen, mit einigen Fläschchen leckerem Gerstensaft ausgestattet.

Nach intensiver Erklärung der Route, damit wir auch nicht auf falschen Pfaden wandern, ging es los auf die 6,5 km lange Bierrunde.

Immer gut gekennzeichnet, damit sich der durstige Wandersmann*innen auch nicht verlaufen mag…

Und zum Lernen gibt es dabei auch jede Menge. Zum Beispiel an der ersten Station über den herzoglichen Kanzler Leonhard von Eck, der das am 23. April 1516 durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassene Deutsche Reinheitsgebot niedergeschrieben hat. Danach darf zum Brauen bekanntermaßen nur Hopfen, Malz und Wasser verwendet werden.

Wir haben auch einiges über genau diese Zutaten an verschiedenen Stationen auf dem Lehrpfad erfahren dürfen. Spannend wurde es, als es um mein persönliches Lieblingsthema Biergeschichte ging…

Und um physikalische Maßeinheiten…

Mein Fazit: Raus an die frische Luft. In Bräunlingen schmeckt die besonders frisch. Cheers.

Über die Suche nach dem heiligen Gral des Bieres

Heute gibt es einen ganz persönlichen Podcast über…

…mich. Und zwar über:

Meine Suche nach dem heiligen Gral des Bieres

Der Macher des Gründerleben Podcasts Mathias Hackenbracht hat mich überreden können, einen ganz persönlichen Podcast über mich und mit mir zu machen. Macht Euch ein schönes Bier auf und hört rein!

Mein Fazit: Gründerleben macht Spass. Dir weiterhin viel Erfolg lieber Mathias.

 

Brauerei Holzhausen – Daniel Düsentrieb und sein Oloid

Brauerei Holzhausen

Nach viel zu langer Coronapause sind Olly und ich endlich mal wieder auf Brauerei- Entdeckungsreise gefahren. Nach dieser Zwangspause habe ich uns einen besonderen bierigen Leckerbissen rausgesucht. Und zwar die sagenumworbene Oloidbrauerei des Markus Langer in Holzhausen-Igling. Igling liegt knapp neben Buchloe, Buchloe ganz grob unterhalb von Augsburg…

Markus hat uns ganz in Braumeistermanier super herzlich empfangen. Markus, seines Zeichens Dipl. Braumeister Weihenstephan hat zur selben Zeit wie ich sein Studium in Weihenstephan absolviert. Und so haben wir erstmal ausgiebig über mehr oder weniger uns beiden bekannte Persönlichkeiten, Bekannte und Freunde des Brauwesens gelästert und gelacht…

Markus hat seine Brauerlehre im Kloster Ettal gemacht. Dann ging es zum Bund als Fallschirmspringer nach Nagold, bevor er als junger Dipl. Braumeister für vier lange Jahre bei Berg in Ehingen anheuerte. Viel über die Weizenherstellung gelernt hat er unter dem sagenumwobenen Braumeister Mandi Mühlbauer vom Hofbräuhaus Freising. Sein betriebswirtschaftliches Knowhow hat sich Markus in Pforzheim beim Aufbaustudium zum Dipl. Wirtschaftsingenieur angeeignet. Bevor er 2013 dann die Brauerei Holzhausen angepachtet hat, hat er viele Projekte freiberuflich für Markus Lohner´s Braukon übernommen.

Los ging es im Sudhaus. Das Besondere an der Brauerei ist, dass sie ohne den Einsatz einer Pumpe auskommt. Dementsprechend maischt Markus am obersten Punkt der Brauerei im Maischbottich ein. Nach dem Maischen geht es  in den Läuterbottich (auf dem Bild vorne) und danach in die daruntergelegene Pfanne. Läuterbottich und Pfanne sind ein Kombigerät. Das alles läuft mit Hilfe der Schwerkraft. Die Läuterbottichpfanne hat er von Brewdog Aberdeen Sonntag morgens über Facebook ersteigert. „That´s pretty cool man“.

Markus verzichtet ganz bewusst auf den Einsatz von Pumpen, um seinem Bier die Pein der Scherkräfte zu ersparen. Für ihn sind Scherkräfte für sein Bier wie Folter für Bierhexen im Mittelalter. Markus hat einige Patente angemeldet. Eines davon ist der Vormaischer, bei dem das Wasser aus der Mitte strömt und einen rotierenden Wasserteller erzeugt. Auf diesen Wasserteller fällt das Schrot und vermischt sich sofort staub- und klumpenfrei mit dem Wasser. Durch die extrem gut gebundenen Schwebstoffe erspart man sich im Läuterbottich beim Abläutern den Tiefschnitt und erhält so extrem blanke Würzen. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Standzeiten bei der späteren Bierfiltration deutlich erhöhen… WOW!

Dann hat uns Markus sein auf der Welt wohl einmaliges top secret gezeigt. Sein Oloid in der Maischepfanne. Der Oloid ersetzt das klassische Rührwerk und zeichnet sich zum Einen dadurch aus, dass er einer der wenigen Körper ist, der über seine gesamte Oberfläche abrollen kann. Zum Anderen, dass er eine Grundströmung erzeugt, die schräg auf die Maischbottich-Edelstahlinnenseite trifft und eine Drehung der guten Maische bewirkt. Die perfekte scherkraftfreie Durchmischung. Erfunden hat den Oloid übrigens der Maschinenbauer Paul Schatz 1929, der als Plausibilitätsnachweis für die von ihm begründete Inversionskinematik gilt. Da war der Olly nicht mehr zu halten und hat ganz frech in den Maischebottich gelugt…

Der Oloid hat neben seiner sehr intensiven scherkraftfreien Durchmischung der Maische auch noch den Vorteil, dass er sage und schreibe bis zu 25 Prozent weniger Energie als ein klassisches Rührwerk benötigt. Und zu reinigen ist er ebenfalls sehr leicht, da keine toten Ecken am Corpus Delicti zu finden sind…

Leider ist Stand heute der praktische Einsatz des Oloiden nach oben hin auf 60 hl Maische begrenzt. Sonst hätte ich für meine Brauerei zu Hause gleich einen bei Markus geordert und wäre somit stolzer Besitzer des zweiten in einer Brauerei eingesetzten Oloids. Vom Whirlpool geht es mit 0,85 bar Sterilluftdruck scherkraftfrei über den Plattenkühler..

…in den Gärkeller. Dort wird die Würze ganz klassisch untergärig bei maximal 10°C und obergärig bei maximal 23°C vergoren…

… bevor das Jungbier im Lagerkeller in den langen, tiefen Winterschlaf fällt.

Markus hat seine neue scherkraftfreie Brauerei 2018 im ehemaligen Flaschenkellergebäude der Brauerei in Betrieb genommen. Die neue Brauerei dient hauptsächlich dem Zweck, dass Markus seinen Forschungsarbeiten in scherkraftfreier Bierherstellung nachkommen kann. Mittlerweile so erfolgreich, dass er als Nebenerwerbsbraumeister respektable 800 hl feinste Biere im Jahr verkauft. Und das wundert nicht, denn seine bemerkenswert milden, runden Biere zeichnen sich nicht nur durch einen extrem stabilen, feinporigen Schaum aus, sondern auch durch seine wunderbar sämige Perlage.  Soooo lecker!!

Vorher hat Markus in der alten Brauerei gebraut. Unter Mithilfe des Sudhauses Baujahr 1951 mit 22,5 hl Ausschlagmenge und vieler, vieler Transmissionsriemen.

Unter dem Dach ist noch eines der letzten intakten Kühlschiffe, neben dem in der Brauerei Drei Kronen in Memmelsdorf,  in Deutschland zu finden.

Mein Fazit: Holzhauser Landbier – so unglaublich schön kann Bier sein. Der Schaum, ein Traum.

Ich wünsche Euch ein gesundes bieriges 2021 – Jahresrückblick 2020

Puhhh was für ein Jahr…. Der C-Virus hat uns alle schwer zu schaffen gemacht. Besonders hart getroffen hat es die kleineren, regionalen Brauereien mit einem hohen Fassbieranteil, viele Gastronomen und unsere Freunde aus dem Craftbeer-Bereich. Gerade auch aus diesem Grunde habe ich trotz aller Schwierigkeiten versucht, den einen und anderen Kollegen zu besuchen, um uns gemeinsam die Freude an dem wohl mit schönsten Beruf der Welt, dem des Brauern, nicht zu verlieren. Ich nehme Euch jetzt mit zu ein paar Stationen meiner Bierreisen 2020. Los ging es in Südafrika mit der Stellenbrau und ihrem unglaublich leckeren Rooibosbier. Mit den dafür extra angefertigten überdimensionierten Teesieben…

Nach diversen bierigen Destinations im südlichsten Land des afrikanischen Kontinents ging es ins Elsass zur Brasserie Sainte Cru zum Collabbrewing. Das Brauen mit Cheffe Vivien hat riesig Spass gemacht. Leider hat uns hier das C-Virus den Ausschank unseres Gemeinschaftssudes in Böblingen unmöglich gemacht…

Auf dem Rückweg haben wir Strassbourg mit dem wunderschönen Brauhaus der Brasserie Meteor und deren Biere genossen…

…bevor wir später meinen geschätzten Kollegen Dr. Markus Fohr und seine Lahnsteiner Brauerei besucht haben, um uns an seinem legendären Grutbier zu laben…

Im Sommer haben wir auf unserer Deutschlandtour Weihenstephaner Studienkollegen, etliche  Keller in Bamberg und Bierpaläste in Dresden besucht, bevor wir im hohen Norden bei der Lille Brauerei gestrandet sind…

Dann noch einen Abstecher in eines der schönsten Sudhäuser Deutschlands bei der Einbecker-Tochter Härke,

…bevor das Bierjahr nach erfolgreicher Meisterung des Bräunlinger Bierpfades mit dem Bräunlinger Löwenbräu Braumeister Andre endet.

To be continued… Danke für Eure Treue und Eure tollen Feedbacks. Bleibt gesund!!!

 

 

 

Podcast No. 1 – Die Premiere

Werners Bierblog Podcast 

Frohe Weihnachten, liebe Bierblog – Leser*innen! Zum Fest habe ich mir in diesem Jahr etwas ganz Besonderes überlegt: Die Weltpremiere von Werners Bierblog Podcast! Mir hat die Aufnahme voll Spaß gemacht und ich hoffe, Euch macht das Hören genauso viel Spaß. Ich freue mich über Euer Feedback. Genießt die Feiertage und bleibt gesund! Und vergesst das Anstoßen mit einem guten Bier nicht.

Mein treuer Brauerei- und Bierbegleiter Olly hat mir nicht nur 2013 den Anstoß gegeben, über meine vielen Brauereibesuche einen Blog zu machen, sondern vor ein paar Wochen dann auch noch mit ihm einen Podcast auf den Bierweg zu bringen. Einen was? Podcast? What the hell…??? Auf Nachfragen bei meiner Tochter und Social-Media-Spezialistin Nina, was denn ein Podcast sei, meinte Sie nur: „Papa, Podcasts sind voll Mainstream, das machen sogar mittlerweile Merkel und Kretschmann…“. Naja, also genau das richtige Hipster-Ding für mein Alter. Zum Glück ist Olly ein alter Hase im Medien Business und hat uns gleich die richtige Technik zum Podcasten in mein Kanada Tonstudio gebracht,…

…und direkt losgelegt. Übrigens ist er mit seiner eigenen Biermarke Kraftbierwerkstatt auch schon seit 2014 am Start und teilt mit mir seine Liebe zum Bier.

Nach unserem ersten Versuch, der uns trotz vielen Bieren und entsprechendem Enthusiasmus nach mehrmaligem Anhören nicht ganz veröffentlichungsfähig erschien, haben wir uns mit einem neuen Storyboard und personeller Verstärkung nochmals ans Vertonen gewagt. Mit meinem Sohnemann Luki an Bord, der gerade das Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan macht und durch sein legendäres kaltgehopftes Lagerbier Lucky Experience regionalen Ruhm erlangte, wagten wir den zweiten Anlauf…

In unserem Podcast greifen wir auf die Brauereibesuche aus meinem Bierblog zurück und vertiefen verschiedentliche Themen aus vielen Bereichen rund um unser Lieblingsthema Bier. Bei unserem Jungfernpodcast haben wir uns für meinen Besuch bei der Lille Brauerei in Kiel entschieden. Hierbei hat uns Olly inhaltlich durch den Podcast geführt und Luki durch sein technisches Fachwissen ergänzt.

Die Musik zu unserem Podcast hat uns Axel zur Verfügung gestellt. Super geniale Mucke. Unser Ziel ist es, in aller Regelmäßigkeit mit viel Spass und verschiedenen interessanten Biermenschen hinters Mikro zu sitzen und für Euch viele Dinge über Brauereien und das Bier zu vertonen. Wir freuen uns sehr auf Euer Feedback und Eure Anregungen, doch jetzt hört aber erstmal rein:  Werners Bierblog Podcast.

Viel Spass.

Unser Fazit: Bierlein, Bierlein an der Wand, wer hat den schönsten Bierpodcast im Land? 1000 Dank an Olly, Axel und Luki für Euren Support.

Luki braut Lucky reloaded – Funfactor XXL in viralen Zeiten

Von mir hört und lest ihr nichts über Corona und Co. Wozu auch, dass Netz ist ja schon totalitär verseucht. Ich widme mich nach wie vor den schönsten Dingen des Brauerlebens. Und das mit tatkräftiger Unterstützung meines jetzt im homeoffice studierenden Weihenstephaner Dipl. Braumeisterstudenten und Erfolgsjungbräu Luki. Sein Lucky Experience, eines der ersten untergärig kaltgehopften Lagerbiere, ist nun im vierten Jahr und mit saisonal von Mai bis September 1.500 hl verkauften Hektolitern nicht nur bei den Hipstern bei uns um den Schornstein sehr beliebt.

Aus diesem Grunde habe wir nun schon zum zweiten Male, nachdem wir einen herrlichen rötlich kastanienschimmernden untergärigen Bock (Anm. Redaktion – verheerend süffig) gebraut haben, seine Polsinelli 50 Liter Anlage angeworfen. Ziel war einen Versuchssud für Lucky 2.0 unter Verwendung von verschiedenen Malz- und Hopfensorten einzubrauen und auszutesten.

Luki´s Brauanlage steht wunderschön in unserem ehemaligen Maschinenhaus aus dem Jahre +/-1870 neben diversen uralt Kältekompressoren und einer Dampfmaschine Baujahr 1939. Hier führen wir normalerweise — und hoffentlich bald wieder –regelmäßige Bierverkostungen für Bierinteressierte durch. Also das ideale Ambiente, um den Sud Lucky 2.0, „the new experience“,einzumaischen.

Luki  hat sich ein ganz neues Rezept überlegt. Habt Verständnis, dass wir nur einen Auszug, das Maischprogramm, veröffentlichen. Die Details der verwendeten Malz- und Hopfensorten, deren Mengen und Gabezeitpunkte unterliegen höchster Geheimhaltung.

Dann ging es auch schon los mit dem gemeinsamen Einmaischen, nachdem wir das Schrot auf der Zweiwalzenmühle gemahlen haben. Mit Muskelkraft als Rührwerkunterstützung, damit auch nix anbrennt….

Luki ist ein echter Qualitätsfanatiker. Er achtet nicht nur auf die strikte Einhaltung von Temperaturen und Zeiten, sondern auch extrem auf die Hygiene. Hab bei der 72 °C Rast einen fetten Anschiss von ihm kassiert….

Dann ging es zum top secret, der Hopfengabe. Hier hat Luki sehr viel Hirnschmalz bei der Auswahl der Hopfensorten verwendet. Nur so viel: nix von der Stange, sondern er hat zwei ganz besondere Vertreter meiner Lieblings-Hanfgewächse gewählt. Zur Vermählung gab es erstmal einen geziemenden Streifen Horst hell Lagerbier…

Dann haben wir die Stammwürze gemessen, die Würze abgekühlt und lange zwei Wochen kalt im offenen Gärtank vergoren. Nach dem Schlauchen in zwei 30 l Fässer haben wir das Jungbier behutsam im Lagerkeller ausreifen lassen.

Mein Fazit: Leute, habe schon sehr viel Bier in meinem Brauerleben verkosten dürfen. So ein lecker, unfassbar süffiges Bier leider noch nie. Seid gespannt!! Cheers.

Eilmeldung – Stammt der älteste Göttertrunk Europas vom Bodensee?

Heute möchte ich Euch diese Meldung von der archäologischen Denkmalpflege nicht vorenthalten, die über meinen Presseticker geflimmert ist. Habe den Text leicht auf das Wesentliche gekürzt. Viel Spaß beim Lesen.

Einem internationalen Forscherteam unter der Leitung des Archäobotanikers Dr. Andreas Heiss ist es gelungen, gemälzte Gerste in prähistorischen Gefäßen aus Pfahlbausiedlungen am Bodensee nachzuweisen. Die Forschungsergebnisse bestätigen, dass malzhaltige Getränke bereits im 4. Jahrtausend vor Christus in Baden-Württemberg zubereitet wurden.
Bisher galten keltische Fundstellen des 5. bis 4. Jahrhunderts vor Christus, ebenso im heutigen Baden-Württemberg, als älteste Brauereien Mitteleuropas. Weltweit stammen die ältesten Brauereinachweise bisher aus Israel mit Datierungen aus dem 12. Jahrtausend vor Christus.
Bei der nun untersuchten Fundstelle handelt es sich um die Seeufersiedlung Hornstaad-Hörnle IA, die vor der Halbinsel Horn in der Flachwasserzone des Bodensees liegt. Wie Messergebnisse des Labors für Dendrochronologie des Landesamtes für Denkmalpflege gezeigt haben, wurde die etwa fünfzig Häuser umfassende Siedlung innerhalb weniger Jahre zwischen 3917 und 3910 vor Christus errichtet.

Um 3910 vor Christus fiel sie einem verheerenden Brand zum Opfer, wurde danach aber sofort wieder aufgebaut. Durch das Schadfeuer sind ganze Haushalte verbrannt, darunter auch Schmuck, Getreidevorräte, Waffen und Geräte sowie tonnenweise Scherben und Tierknochen. Vor welcher Mammutaufgabe die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler standen, zeigt auch die Zahl der erhaltenen Pfähle: Es wurden über 14.500 Pfähle verprobt und das auf einer Fläche von nur etwa einem Fünftel der gesamten Siedlung. Verbrannte Gefäßinhalte gehörten bisher nicht zu den spektakulärsten Funden, aber neue naturwissenschaftliche Ansätze machen in der Archäologie immer wieder Überraschungen möglich.
Die nun im Fachjournal PLOS ONE veröffentlichte Studie nutzt spezifische Abbauspuren, die beim Keimen (und damit beim Mälzen) an den Zellwänden von Getreidekörnern entstehen, erstmals zum Nachweis von Malz in verkohlten archäologischen Resten. Dem internationalen Forscherteam ist es gelungen, diese Methode erfolgreich auch auf verbrannte amorphe Krusten in Töpfen anzuwenden, in denen keinerlei Körner mehr kenntlich waren.
Besonders interessant ist der Fund aus Hornstaad-Hörnle, weil er belegt, dass fein zerkleinertes Gerstenmalz mit einer Flüssigkeit aufgegossen wurde. Der Nachweis, dass diese Flüssigkeit bereits alkoholhaltig war, ist allerdings kaum zu erbringen. Es könnte sich theoretisch auch um ein noch alkoholfreies Malzgetränk gehandelt haben.

Mein Fazit: Hoffentlich ist das mit dem alkohlfreien Malztrunk nur Spkulation. Cheers.

Biertuelle Reise in die Birra Carru – der Bierweinhybrid

Auf unserer heutigen, coronabedingt biertuellen, Reise geht es ins wunderschöne Piemont. Anfang November 2019 waren wir mal wieder in Alba zu Besuch bei der Trüffelmesse. Bei der Gelegenheit haben wir uns zum Mittagessen mit meinem Brauerkollegen und Freund Lelio von der Brauerei Birra Carru getroffen. Er hat uns zu einem sehr leichten Mittagessen im irgendwo im nirgendwo in den albanesischen Bergen eingeladen…

Nach einigen Fläschchen seiner piemontesischen Bierchen ist uns die geniale  Idee gekommen einen Collab Brew am Tag des Deutschen Bieres 2020 zu brauen. Gedacht getan. Nach Rückkehr nach Böblingen habe ich alles Nötige eingetacktet. Doch leider ist der Corona um die Eck gekommen und hat uns unseren Spass gründlich vermasselt. Geplant war mit unseren Rohstoffen bei Lelio einen Bierweinhybrid unter Verwendung einer Muskatellermaische zu brauen. Naja, so sind wir nun anstatt nach Alba zu düsen vorbildlich zu Hause geblieben. Auf diesen Schreck habe ich mir erstmal ein Bombardino von Lelio eingeschenkt.

Vom Biertyp ein „Bionda doppio malta“, ein unfiltrierter, heller, mit Gerstenmal gebrauter obergäriger Doppelbock. Super Ergänzung zu den Butter Braunis meiner Frau. Der 9%-igen Zaubertrank von Lelio ist echt der Hammer. Wer über Lelio und seine Birra Carru mehr erfahren will… Birra Carru

Mein Fazit: Wein nach Bier, das rat ich Dir.