Brauerei Schlössle – 400 Jahre Craft

schloessle-bier.de

Mein bieriger Instinkt hat mich intuitiv zu einem echten Geheimtip für real beerlover geführt. Zur Brauerei Schlössle in Neu-Ulm. Herzlich vom Braumeister Volker Tillmann und Juniorchef Moritz Kaltenbacher empfangen, haben wir uns erst einmal den gastronomischen Teil meiner neuer Lieblingsbrauerei angeschaut.

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Die Brauerei, 1690 erstmals urkundlich erwähnt, wird in der 4. Generation von Christa und Werner Zoller geführt.

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Der Biergarten mit 400 Sitzplätzen und wunderschönem alten Kastanienbesatz wurde 2000, 2004, 2006 und 2012 zu einem der schönsten Biergärten Deutschlands gekürt.

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Dann ging es zur gegenüber liegenden Brauerei, die von Braumeister Volker und seinen 2 Lehrlingen geschmissen wird.

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Bis 2004 wurde noch im alten 20 hl Sudwerk mit direkter Holzbefeuerung gebraut, das 2005…..

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… vom neuen Nerb Sudhaus mit Maischautomatik abgelöst und in Rente geschickt wurde. Gebraut wird die leckere Hauptsorte Märzen mit 13% Stammwürze im Dekoktionsverfahren. Das wegen der höheren Energiekosten aufwendige Teilmaischekochen macht die Biere der Brauerei zu kernigen Raritäten.

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Dann ging es weiter mit Christa Zoller, die die Brauerei seit 1988 führt, in den Gärkeller mit seinen blitzeblanken Edelstahlgärtanks….

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… und hinunter in den modernisierten historischen Lagerkeller. Braumeister Volker, mit dem ich 1990 in der ehemaligen Staufen Brauerei in Göppingen gebraut habe, hat uns voller Leidenschaft die Geheimnisse seiner Biere aufgezeigt. Seit 1995 braut er die exzellenten Schlössle Biere.  Ein weiterer guter Brauerfreund und Bierexperte, Eric Toft von der Schönramer Brauerei, hat hier während seiner Berufsschulzeit in Ulm nebenher fleißig Flüssiges gebraut. Die Bierwelt ist sooo schön fein und  klein.

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Schon sehr früh, nämlich seit 2010, begann man im Schlössle auch moderne, international geprägte Bierstile zu brauen. Lange, bevor in Ulm und um Ulm und um Ulm herum beheimatete Brauer wussten, wie man Craftbeer ausspricht. Los ging es mit Schock – einem untergärigen Bockbier mit herrlicher Schokoladennote, bereichert und ergänzt durch die aktuellen Spezialitäten. Die Bierentwicklungen sind reine Familienangelegenheit.

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Verkostet und intensiv diskutiert haben wir die Biere im wunderschönen Biergarten. Mein Ranking: Bernsteinfarbenes Märzen, Georgsbier (dunkles Kellerbier und European Beerstargewinner 2014 und 2015) gefolgt von Chocolate Porter und High Five Hop.

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Mein Fazit: Brauerei Schlössle – da müsst ihr hin!

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Schönheit der Vergänglichkeit – Kosterbrauerei bad Herrenalb

Heute mache ich eine Reise in die Vergangenheit. Zur Klosterbrauerei nach Bad Herrenalb, zu der meine Familie eine ganz besondere Bindung hat. Begonnen hat diese durch die enge Freundschaft von Hermann Mönch und meinem Großvater Wilfried Dinkelaker. Fortgesetzt wurde diese durch die Ausbildung meines Vaters in Bad Herrenalb vor seinem Studium in Weihenstephan im Jahr 1956. Die Brauerei wurde 1863 durch Andreas Mönch gegründet und bis 1999 durch Hermann Lörcher betrieben. Die Bilder habe ich von Herrn Sebastian Graubner zur Verfügung gestellt bekommen, der kurz vor dem Abriss der Brauerei 2007, diese fotografisch verewigte. Sein Buch “Schönheit der Vergänglichkeit” ist eines der beeindruckendsten seiner Art. Die Reise beginnt mit der Außenansicht der Brauerei und des Wohn- und Verwaltungsgebäudes…….

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….. und setzt sich fort mit der wunderschönen Rückansicht der Brauerei.

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Die Brauereianlagen waren allesamt Baujahr 1908 und bis zuletzt in Betrieb. Die Hauben des Sudhauses und des Läuterbottichs konnte ich erhalten und sind heute in den Brauhäusern der Schönbuch Braumanufaktur in Stuttgart und in Calw zu besichtigen. Ebenso war es mir möglich, die Holzgärbottiche, den Fassfüller und den Berieslungskühler bei mir in Böblingen einzulagern. Hierfür meinen herzlichsten Dank an Hermann Lörcher, Urenkel des Brauereigründers Hermann Mönch.

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Das Ziemann Sudhaus wurde schon damals mit Dampf beheizt. Ausgeschlagen wurden 43 hl, die Brauerei stellte bis zu 6000hl p.a. her. Das Sudhaus war wohl eines der schönsten seiner Art, das ich bei meinen zahlreichen Brauereibesuchen gesehen habe.

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Abgekühlt wurden die Würzen auf dem Kühlschiff….

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… vergoren in den hölzernen Gärbottichen. Meine Besuche in der Brauerei sind mir immer noch sehr gut in Erinnerung und so kann ich diese unserem heutigen Brauernachwuchs weitergeben. Dadurch erhalten unsere Jungbrauer einen Einblick in die damalige Bierproduktion und eine vage Vorstellung wie aufwendig diese war.

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Gelagert wurden die untergärigen Mönchschen Bierspezialitäten in Aluminium Lagertanks, gekühlt wurde, wie damals üblich, durch Raumkühlung.

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Der Dampfkessel wurde mit Kohle beheizt und mit 8 bar Betriebsdruck betrieben.

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Der Ammoniak Kältekompressor wurde über Transmissionsriemen angetrieben und war für die komplette Kälteversorgung der Brauerei verantwortlich.

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Hermann Lörcher kämpfte viele Jahre für den Erhalt der wunderschönen Gebäude und der einmaligen Brauereiausstattung aus dem Jahre 1908. Hierfür zolle ich ihm meinen größten Respekt.

Mein Fazit: Den Wert der Dinge erkennt man erst bei ihrem Verlust.

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Stonehenge Berlin – Greg machts möglich

www.stonebrewing.eu

Meine bierige Neugierde hat mich nach Berlin Mariendorf verschlagen, in den neuen Biertempel von Greg Koch und seiner Stone Brewery. Greg, einer der erfolgreichsten Craftbeer Brewer der USA und bekennender Reinheitsgebotskritiker, hat sich zum Ziel gesetzt, Europa mit seinen full metall jacket Bierspezialitäten zu beglücken. Im Amiland braut er seit 1996 seine arroganten, hopfenbetonten Westcoast-Ales.

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Auf der Suche nach einem geeigneten Brauereistandort hat Greg gefühlte 400 mögliche Orte gecheckt, bis er ca. 15 km außerhalb der Berliner City in einem ehemaligen Gaswerk fündig und sesshaft wurde. Die Backsteingotik mit ihrem kathedralenhaften Charme, erbaut 1901, hat echt Größe und Stil.

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Neben der Brauerei ist auch ein Bistro beheimatet. Auf 2400 m2 Superlative pur.

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Florian Gruber, seines Zeichens Associate Bar Manger und verantwortlich für alles rund um die PR, hat mich sehr herzlich empfangen und durch die heiligen Hallen geführt.

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Ausgeschlagen werden auf dem state of the art Krones-Brauhaus 100 hl pro Sud. In der jetzigen Ausbaustufe können ca. 45.000 hl gebraut werden, in der Endausbaustufe wären final 150.000 hl real craftbeer varieties möglich….. Long road to run.

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Auf der großen Anlage wird seit Juni 2016 gebraut….

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….auf der 10 hl Versuchssudanlage seit Dezember 2015. Putzig.

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Ganzjährig brauen die Jungs IPA,  Ruination Double IPA, Cali-Belgique IPA, das sagenumwobene Arrogant Bastard Ale und zu Weihnachten Xocoveza. Die Biere werden europaweit vertrieben, von Österreich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz, bis ins ferne Großbritannien.

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Abgefüllt wird der polarisierende Gerstensaft mit voller Überzeugung in die gute alte Dose, geschützt vor den negativen Einwirkungen der Berliner Sonne. Und das mit modernster Krones Abfülltechnik…..

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…..und zeitgemäßem Design.

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Ein Besuch lohnt sich, zum Verkosten gibt es reichlich. 65 verschiedene Fassbiere, davon die meisten aus befreundeten Brauereien, und weitere Flaschen- und Dosenbiere laden zum Verweilen ein.

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Mein Fazit: Na denne – Cheers

 

Der Grosch und sein Luthertrunk

www.der-grosch.de

Im Lutherjahr 2017 bin ich auf der Suche nach dem berühmten Tresen des Martin mitten in Franken zwischen Bamberg und Suhl  in Rödental auf den Luthertrunk gestoßen. Und das glücklicherweise im Brauereiausschank der Brauerei Grosch. Dort kreiert der ursprünglich aus Wiesbaden stammende Bierrevoluter Christof Pilarzyk seit 20 Jahren außergewöhnliche Bierspezialitäten. Nebenbei ist er auch Geschäftsführer der Privaten Brauereigasthöfe und Mitbegründer des Vereins Bierland Oberfranken.

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Ziel des vor 12 Jahren gegründeten Vereins mit 10 Mio. Internetseitenzugriffen p.a. ist der Erhalt der oberfränkischen Biervielfalt. Denn vor 30 Jahren gab es dort noch sagenumworbene 700 Brauereien, heute stabile 188 survivors fränkischer Bierschaffender. Das bedeutet Weltrekord! Hier ist die höchste Brauereidichte mit 5000 Einheimischen und Zugereisten pro Braustätte zu finden. By the way wird Mann übrigens Vereinsmitglied per Dekret – dafür ohne Mitgliedsgebühren. Respekt!

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Das 2 Gerätesudhaus aus dem Jahre 1969 mit 61 hl symbolisiert wunderschön die Philosophie von Christof, zwischen Tradition und Moderne, ganz nach seinem Motto:

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Wie seine Biere so auch seine offene Gärung – Kunstwerke für Augen und Gaumen…

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Im Lagerkeller ist Christof dann näher auf seine Philosophie der Bierkreationen  eingegangen. Zusammen gefasst drückt sich diese sehr schön in einem Zitat von ihm aus: ” Der Geschmack ändert sich, unsere Rezepturen nicht”. So lagert dort still und leise Christofs Liebling, das Anno 1492. Da war doch was? Genau, just in diesem Jahr überquerte Christoph K. den Teich und die Brauerei Grosch würde gegründet. Deswegen trifft in dieser cross over Kreation auch fränkisches Rauchmalz auf amerikanischen Citra- und Cascadehopfen. WOW- dezente Rauchmalznote vs. Südfruchtaroma. Bemerkenswert.

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Weiter ging es steiler und steiler in die alten Lagerkeller, wo wir dann auch Luther getroffen haben. Natürlich DE Öko 001 zertifiziert. Bio, weil zu Martins Zeiten Biobier voll trendy war. Gebraut wird der Trunk mit Biomalz von Weyermann und Biohopfen aus der Spalter Hopfenecke. Lecker!

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An der Schnittstelle Lagerkeller – Fassabfüllung vorbei ging es direkt…..

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….zur Bierfiltration. Ganz klassisch nach altväterlicher Sitte werden die leckeren Bierraritäten schonend schichtenfiltriert und dann zum…..

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… Trunk freigegeben.

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Mein Fazit: Dem u.g. Zitat ist nichts hinzu zu fügen! Christof 1000 Dank für die Gastfreundschaft und deine inspirierenden Inputs.

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Kommunbrauhaus Rossach – die Mehrgenerationenbrauer

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Wer das Märchen Dornröschen kennt, der kann meine Liebe zu altehrwürdigen Kommunbrauhäusern verstehen. Aus diesem Grunde ging es ab nach Großheirath-Rossach in Oberfranken. Schon von außen – Liebe auf den ersten Blick.

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Im Inneren wartet die schlafende Prinzessin auf mich. In Form des “neuen” Sudhauses aus dem Jahre 1934.

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Die gute alte Prinzessin wird vier mal im Jahr wachgeküsst und natürlich direkt befeuert. Macht bei 25 hl pro Sud ca. 100 hl lecker Bierchen p.a..

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Angetrieben wird sie mit Riemen, eingemaischt wird bei 34 °C. Gleich vier mal wird  gehopft, ganz dezent und mit viel Leidenschaft. Schön der Läuterbottich, der nicht nur zum Abläutern, sondern auch zur Maischeruhe gebraucht wird. Fürs Dekoktionsverfahren bzw. Teilmaischekochen ganz nach altväterlicher Sitte. Der Würze wird in Rossach zum Kochen zwei Stunden Zeit geschenkt - Luxus pur.

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Dann ging´s steil die Treppe hoch zum schmiedeeisernen……

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…Kühlschiff. Das ist immer noch zum Würzekühlen in Gebrauch und soll bald durch ein Kupfernes ersetzt werden. Das Kommunbrauhaus gehört der Gemeinde, betrieben wird es von drei ehrenamtlichen Brauern, die vom Bürgermeister eingesetzt wurden. Strom- und Wasserkosten gehen an die Gemeinde, sowie eine unbekannte Menge an Haustrunk. Der Rest wird von Landwirten der Gemeinde in Fässern abgeholt und bei diesen im Keller endvergoren und ausgereift. Früher haben die Landwirte pro ha Grundbesitz 1 hl Bier bekommen.

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Mit der frischen Hefe aus der Weismainer Püls Bräu wird die 12%- ige Würze vergoren. Schön im offen Gärbottich, wie es sich gehört. Da kann man die Kräusenbildung noch live erleben.

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Klaus Ziegler, seines Zeichens Seniorbrauer, hat uns in die Geheimnisse der Herstellung des hellen untergärigen Gerstensafts eingeweiht…..

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…unterstützt von Sebastian, the next generation.

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Mein Fazit: Kommunbrauhaus Rossach - Wachküssen macht Spass.

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Günzburger Weizen – Herr der Flaschengärung

www.guenzburger-weizen.de

Dem Mythos Flaschengärung auf der Spur, hat mich meine Suche nach Günzburg gebracht. Hier an der schwäbisch bayrischen Grenze braut Georg Bucher mit seinem Braumeister Ralf Sittig Weizenbiere allererster Güte – und ganz konsequent – mit meiner so geliebten Flaschengärung. Heute leider nur noch sehr selten zu finden und zu schmecken, habe ich die Möglichkeit genutzt, mir die traditionelle und leider schon fast vergessene Braumethodik live vor Ort zeigen zu lassen. Und das vom Herr der Flaschengärung persönlich, Georg, Dipl. Braumeister Weihenstephan, Biersommelier und leidenschaftlicher Weizenbierpapst.

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Die Brauerei wurde zwischen 1984 bis 1997 von dem historischen Brauort in der Günzburger Stadtmitte auf die grüne Wiese ausgelagert. Bis 1950 wurden nur untergärige Biere gebraut. Seit Einführung der obergärigen Weizenbierspezialitäten hat sich deren Anteil bis heute auf 85% vom Gesamtausstoß rasant entwickelt.

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Durch die Auslagerung und die damit verbundene Generalmodernisierung steht heute den Brauern eine sehr modern eingerichtete Braustätte zur Verfügung. Das Huppmann Sudwerk mit einer Ausschlagmenge von 250 hl ist allererste Sahne. Die Sauberkeit in der Brauerei bemerkenswert.

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Zum Brauen werden die Weizenmalze von Schwabenmalz verwendet, gehopft wird ausschließlich mit Aromahopfen.

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Die eingesetzte Nassschrotung hat den Vorteil, dass die Spelzen des Gertenmalzes bei der Schrotung durch die Zweiwalzenmühle kaum beschädigt werden.

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Die Würzen werden in den Gärtanks endvergoren. Das für die Weizenbieraromen wichtige Höhen – Durchmesser – Verhältnis der Gärtanks wurde optimal umgesetzt.

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Nach der Hauptgärung wird das Jungbier zentrifugiert…..

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….. und mit frischer “Speis”, also mit frischer Würze und obergäriger Hefe, im Mischtank vermischt. Danach geht’s ab in die Flasche und wird in derselben endvergoren. Das so gezauberte helle Hefeweizen ist der Star mit 60% vom Gesamtausstoß, gefolgt – ACHTUNG – vom lecker lecker Leichten Weizen! Das Geheimnis der Günzburger Spezialitäten liegt in der obergärigen Hefe, die konsequent nur einmal geführt wird. Georgs Philosophie einfach und genial: ” Die Hefe ist das, was uns ausmacht”.

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Oder anders ausgedrückt: ” Sensorik vor Analytik – denn der Bierlover hat ja auch kein Labor…”. Wie wahr. Bei den Günzburgern steht der Gaumen im Fokus.

Mein Fazit: Flaschengärung – I love it.

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Hopfenhacker oder – Kill Bill

Hopfenhacker

Gestern hat Münchens jüngstes Craftbeer Brauereile eröffnet – der Hopfenhacker. Da wollte ich natürlich dabei sein – und aufi, ab noch Minga – mitten ins Szeneviertel Haidhausen. Dort angekommen, erstmal klingeln…..

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…. und eintreten ins Institut zur….

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Die Hinterhofatmosphäre – sehr cool und absolut szenig. Dort hat sich mein Namensvetter und Braumeisterkollege Werner Schuegraf in einer ehemaligen Bäckerei seinen Traum vom Brauen erfüllt.

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Werner II hat nach seiner Lehre zum Brauer und Mälzer bei der Spatenbrauerei erfolgreich sein Brauerstudium in Weihenstephan absolviert. Brauerfahrung hat er unter anderem auch reichlich bei der Isarbräu und der Fliegerbräu gesammelt.

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Münchens neuester Craftbeer Hotspot ist sehr sehenswert und mega lässig eingerichtet. Werners künstlerisches Talent schlägt nicht nur bei der Bierqualität und der Etikettengestaltung voll durch….

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Das Sudhaus der Fa. JPD hat Werner aufgrund seiner Erfahrung im Brauereianlagenbau echt cool feingetuned. Denn nur mit und durch optimale technische Voraussetzungen lassen sich solche bemerkenswerten Beerflavours zaubern. Werner braut sechs verschiedene Bierspezialitäten, drei qualitativ echt bemerkenswerte craftige Vertreter sind auch dabei. Das West Coast Ale Roter Wuiderer, das Kill Bill, ein würdiger deutscher Wit Bier Vertreter, gebraut mit Kreuzkümmel und Koriander. Und noch das IPL, ein Imperial Pale Lager.  Besonders angeturned hat mich jedoch seine “klassische Biervertreterin” - die Hanf Weisse. Fly fly away…..

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Abgefüllt wird noch von Hand…..

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….aber dafür wird das Bier schon in die heimlich- unheimliche Craftbeermetropole Berlin exportiert und im Meisterstück ausgeschenkt.

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Mein Fazit: Hände hoch oder – Kill Bill. Gebraut mit frischer Bergamotte. LECKER!

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The smooth Operator – Schlossbrauerei Odelzhausen

www.schlossgut-odelzhausen.de

Auf dem Heimweg, gleich hinter München, bin ich auf dieses Schild gestoßen. Da habe ich sofort Jugenderinnerungen bekommen. Während des Studiums in Weihenstephan sind wir oft auf dem Weg nach Hause an diesem heiligen Ort der Brauereien eingekehrt, um den von uns gefeierten Operator zu verköstigen. Also – Blinker links – und – a la Queen: “Don´t stop me now”.

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Nach herzlicher Begrüßung ging´s gleich hinab in die tiefen ehrwürdigen Gewölbe der Schlossbrauerei, vorbei  am Fummel Bunker……..

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…. an gefährlich lauernden Tieren….

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…. zum tief unter der Erde gelegenen 20 hl Sudhaus. Das, soweit mir bekannt, tiefst gelegene seiner Art. Dort hat uns Roman Eidelsburger, seines Zeichens Brauer in der Schlossbrauerei, super kompetent die Feinheiten des Kaspar Schulz Sudhauses Baujahr 2002 erklärt. Roman hat seine Bierbraukunst bei der Kapplerbräu Altomünster erlernt und braut mit viel Herzblut und Sachverstand seit 2012 die drei Leckereien der Schlossbrauerei.

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Die Hauptsorte Helles mit 12% Stammwürze, das Dunkle mit 12,5% und den legendären dunklen Doppelbock Operator mit sportlichen 18,5%. Alle mit dem Infusionsverfahren und der guten Hallertauer Perle. Der Operator wurde 1963 als Festtrunk zur Eröffnung des Münchner Nationaltheaters gebraut.

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Dann stießen wir immer tiefer……

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….und tiefer…

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…bis zu den heiligen Hallen des Gär- und Lagerkellerbereichs vor. Fast kathedralenartig öffnet sich dieser mit top modernen Nerb Lagertanks. Genial!

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Nach der Hauptgärung wird das gute Bier mit Restextrakt aus den Gärtanks in die Lagertanks geschlaucht. Nach ca. 6 Wochen, der perfekten Reifezeit der Odelzhausener Biere, wird dieses glanzfein über den altehrwürdigen Kieselgurschichtenfilter filtriert….

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…. bevor sich das Bier mit dem Schlossbrauerei-Truck auf den Weg zu den Operatorfans macht. Schöööön.

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Mein Fazit: Operator – the best of the best - mit Sülze im Bräustüble - I love it.

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Kommunbräu Kulmbach – the black death

www.kommunbraeu.de

Solltet ihr mal in Kulmbach verweilen, habe ich Euch einen echten Tipp. Auf dem Weg zur Plassenburg, dem historischen Wahrzeichen von Kulmbach, lädt das Kommunbräu zum Umtrunk mit Stärkung ein. Genau richtig gelegen, um sich auf den beschwerlichen, aber lohnenswerten Aufstieg optimal vorzubereiten.

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Das Kommunbräu wurde 1994 geöffnet, nachdem einige der wackeren Bierbürger Kulmbachs sich der Marktmacht der Kulmbacher Brauerei überdrüssig wurden. Ziel war der Erhalt der Biervielfalt und des Kulmbacher kollektiven Bierwissens. So gründeten sie das Kommunbräu, angelehnt an die Tradition der Kommunbrauhäuser der fränkischen Schweiz. Diese wurden von den Kommunen betrieben, um Bürgern mit Braurecht das Brauen auch ohne eigene Brauerei zu ermöglichen.

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So gilt das Kommunbräu als einer der Vorreiter der Hausbrauereibewegung in Deutschland. Auch heute können übrigens immer noch Anteile erworben werden – will heißen – wenn ihr Euch mal als Brauereibesitzer fühlen wollt, oder einen Anteil an dem schönen Kupfersudhaus besitzen wollt - legt los.

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Damals sehr gemütlich eingerichtet, trifft genau dieser Stil den heutigen Zeitgeist.

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Jedes Kommunenmitglied besitzt im Übrigen neben seinem Anteil einen eigenen Bierkrugparkplatz.

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Dann ging´s los mit der Stärkung. Das Dunkle – der absolute Wahnsinn in Kombi mit dem leckeren Scheufele. Ein echter Heilsbringer….

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…. und nach dem zweiten Dunklen war ich mega satt und immer noch durstig. Das Tiefschwarze hat mich mitten ins Herz getroffen….

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…. und beschwingt fröhlich auf die Plassenburg getragen.

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Mein Fazit: Werner, der schwarze Ritter auf der Plassenburg – PROST!

 

 

Waldhaus – Der Naturhopfer aus dem Schwarzwald

www.waldhaus-bier.de

Ich war im Rahmen eines Familienausfluges im wunderschönen Südschwarzwald. Natürlich geht das nicht ohne eine der momentan wohl angesagtesten Brauereien in Deutschland zu besuchen. Angereist bin ich mit dem hauseigenen Helikopter, um den Mythos Waldhaus zu erforschen :-)….

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Los ging es im wunderschönen Kupfersudhaus. Auf die Kupfergefässe wollen und werden die Waldhaus Bierzauberer auch in Zukunft nicht verzichten. Kupfer im Sudhaus ist in Waldhaus alternativlos. Genauso wie der kompromisslose Einsatz von Naturhopfen - in dieser Konsequenz wohl einmalig. Da haben sogar meine Kids gestaunt….

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Um diesen Mythos Waldhaus zu ergründen, hat mich der Chef persönlich durch seine Okkultbrauerei geführt: Dieter Schmid, Dipl. Braumeister Weihenstephan und Betriebswirt, seit 1997 am Ruder des rein familiengeführten Mittelständlers. Im Sudhaus sind wir auch auf einen magischen Kupferspiegel gestoßen…

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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der erfolgreichste Brauer im ganzen Land :-)?

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Und dann hat er mir eines seiner Geheimnisse gelüftet. Naturhopfen pur in Reinstformat – und von diesem – nur der Beste.

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Im Lagerkeller, einem der modernsten seiner Art in der Betriebsgröße bis 100.000 hl p.a., bin ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Hier wurde mir einiges klar. Dieters Vater hat schon früh konsequent in beste Technik investiert und somit Dieter und seinen Brauermannen die Voraussetzung für den heutigen Erfolg gegeben. Beste technische Voraussetzung ist Grundlage für beste Bierqualität.

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Diese haben wir natürlich auch gleich vor Ort im Lagerkeller überprüft. Das Haupt- und Hausbier, Waldhaus Diplom Pils frisch gezwickelt und unfiltriert. Unschlagbarer Hopfentraum. Super lecker! Kein Wunder räumt Dieter mit seinem langjährigen Braumeister Herrn Vötter alle relevanten Bierpreise der Welt ab. Vom ITQI in Brüssel, European Beerstar bis zum Bundesehrenpreis der DLG und entwickelt sich deshalb wohl auch seit Jahren gegen den Wettbewerb zweistellig pro Jahr….

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Danach wird der lecker Stoff noch mit sauberster Technik schonend kieselgurfiltriert…

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…bevor wir dann den Abschluss im Brauereigasthof feierten. Ein kulinarisches Highlight, bis in die Schweiz beliebt.

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Aber nicht, ohne Dieters neuste Craftbeerinnovation, den Hopfensturm zu verkosten. Ganz nach dem Motto vom Cheffe persönlich: “Craftbeer ist Bier, bei dem man nicht weiss, was hinten rauskommt”. Dieter, nicht nur dieser Sud ist mega lecker – ein echter Hopfensturm.

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Mein Fazit: Mythos Waldhaus – Die Qualitätsfanatiker aus dem Schwarzwald - oder – dem Naturhopfen sei Dank. Und Dir, lieber Dieter ebenso.