Schönheit der Vergänglichkeit – Kosterbrauerei bad Herrenalb

Heute mache ich eine Reise in die Vergangenheit. Zur Klosterbrauerei nach Bad Herrenalb, zu der meine Familie eine ganz besondere Bindung hat. Begonnen hat diese durch die enge Freundschaft von Hermann Mönch und meinem Großvater Wilfried Dinkelaker. Fortgesetzt wurde diese durch die Ausbildung meines Vaters in Bad Herrenalb vor seinem Studium in Weihenstephan im Jahr 1956. Die Brauerei wurde 1863 durch Andreas Mönch gegründet und bis 1999 durch Hermann Lörcher betrieben. Die Bilder habe ich von Herrn Sebastian Graubner zur Verfügung gestellt bekommen, der kurz vor dem Abriss der Brauerei 2007, diese fotografisch verewigte. Sein Buch „Schönheit der Vergänglichkeit“ ist eines der beeindruckendsten seiner Art. Die Reise beginnt mit der Außenansicht der Brauerei und des Wohn- und Verwaltungsgebäudes…….

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….. und setzt sich fort mit der wunderschönen Rückansicht der Brauerei.

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Die Brauereianlagen waren allesamt Baujahr 1908 und bis zuletzt in Betrieb. Die Hauben des Sudhauses und des Läuterbottichs konnte ich erhalten und sind heute in den Brauhäusern der Schönbuch Braumanufaktur in Stuttgart und in Calw zu besichtigen. Ebenso war es mir möglich, die Holzgärbottiche, den Fassfüller und den Berieslungskühler bei mir in Böblingen einzulagern. Hierfür meinen herzlichsten Dank an Hermann Lörcher, Urenkel des Brauereigründers Hermann Mönch.

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Das Ziemann Sudhaus wurde schon damals mit Dampf beheizt. Ausgeschlagen wurden 43 hl, die Brauerei stellte bis zu 6000hl p.a. her. Das Sudhaus war wohl eines der schönsten seiner Art, das ich bei meinen zahlreichen Brauereibesuchen gesehen habe.

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Abgekühlt wurden die Würzen auf dem Kühlschiff….

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… vergoren in den hölzernen Gärbottichen. Meine Besuche in der Brauerei sind mir immer noch sehr gut in Erinnerung und so kann ich diese unserem heutigen Brauernachwuchs weitergeben. Dadurch erhalten unsere Jungbrauer einen Einblick in die damalige Bierproduktion und eine vage Vorstellung wie aufwendig diese war.

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Gelagert wurden die untergärigen Mönchschen Bierspezialitäten in Aluminium Lagertanks, gekühlt wurde, wie damals üblich, durch Raumkühlung.

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Der Dampfkessel wurde mit Kohle beheizt und mit 8 bar Betriebsdruck betrieben.

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Der Ammoniak Kältekompressor wurde über Transmissionsriemen angetrieben und war für die komplette Kälteversorgung der Brauerei verantwortlich.

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Hermann Lörcher kämpfte viele Jahre für den Erhalt der wunderschönen Gebäude und der einmaligen Brauereiausstattung aus dem Jahre 1908. Hierfür zolle ich ihm meinen größten Respekt.

Mein Fazit: Den Wert der Dinge erkennt man erst bei ihrem Verlust.

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