Auf den Spuren der Gose Teil 2 Gosenschenke „Ohne Bedenken“

Gosenschenke

Last but not least sind wir sind wir bei der „ältesten und jüngsten“ Brauereidestination in Leipzig eingeflogen. In die gute alte Gosenschenke „Ohne Bedenken“ etwas außerhalb des Zentrums der Buch- und Messestadt.

Ein absolutes Muss für jeden Beernerd. Nicht nur aus den USA, sondern aus vielen anderen Ländern pilgern die Bierinteressierten zu Jens Gröger in sein Gosenirvana. Der Biergarten mit seinen 300 Sitzplätzen zählt zu den 150 besten der Welt bzw. zu den 10 schönsten in Deutschland.

Jens Gröger war lange Jahre beim Vorbesitzer Dr. Hennebach Geschäftsführer und ist seit 2012 der neue Gosewirt. Seit Juli 2017 braut der Autodidakt auf der 3,5 hl Anlage seine herrlich erfrischende und sehr süffige Edelgose. Umgehauen hat mich sein Gosebock. Wie geil, erinnert an ein gut gebrautes belgisches Tripel.

Die obergärige Hefe bekommt er von Matthias Richter von der Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof. Vergoren werden zwei Sude pro Gärtank. Da freut sich der Jens.

Die Gosenschenke wurde 1899 eröffnet, in der Zeit als die Gose und ihre Schenken die Blütezeit erleben durfte. Noch heute atmet die Schenke die Romantik der 1920er Jahre. Die umfangreiche Rekonstruktion und Sanierung im Jahr 1985 ist ein Traum. Die beste Uhrzeit für mich, diese Authenzität einzuatmen und mit der süffigen Edelgose zu genießen, ist zwischen 13.30 und 16.30 Uhr. Da macht das Gosetrinken richtig Spass. Es gibt einen Gosianer Stammtisch und auch Herr Putin war in seiner Lehrzeit beim KGB Stammgast in der Gosenschenke. Auf seinem Platz trinkt es sich richtig gut. Ihren Namen hat die Schenke übrigens von der Auskunft des ersten Kellners, der auf die Frage „Kann man das Zeug eigentlich saufen“? die Antwort gab: „Ohne Bedenken“.

Und nun zum Geheimnis der mystischen Flaschenform der Gose. Der lange Flaschenhals ist der Tatsache geschuldet, dass früher Jungbier aus den Gosebrauereien in die Schenken geliefert wurde. Dieses wurde von den Wirten zur Nachgärung in die Flaschen gefüllt. Die aufsteigende obergärige Hefe verschloss mit einem Pfropfen auf natürliche Weise die Flasche und wurde beim Ausschenken einfach abgeschüttelt. Je nach Lager- und Nachgärzeit konnte der Schankwirt so den Reifegrad der Gose für seine Kunden variieren. War die Gose übel sauer, wurde ein Allasch zur vorbeugenden Magenberuhigung dazu gereicht. Ein Kümmellikör, der seinen Weg aus dem Baltikum nach Leipzig fand. Links unten seht ihr ein original Allasch- und in der Mitte ein original Goseglas, jeweils aus der Gründerzeit

Und als Belohnung gab es zum Essen die Empfehlung vom Gosenwirt und Brauer Jens. Eine leckere Fettbemme. Mmmhhhh, ein absolutes Highlight.

Mein Fazit: „Was unter den Blumen die Rose, ist unter den Bieren die Gose“. Prost Jens.

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