Ich bin ein Berliner – Das Liechtensteiner Brauhaus

Lichtensteiner

Bei meiner Brauereitour mit Reto durch die Ostschweiz haben wir die Chance ergriffen und einen Abstecher nach Liechtenstein gemacht, um die einzige örtliche Brauerei aufzusuchen: Das Liechtensteiner Brauhaus. Die Brauerei wurde 2007  von Dr. Bruno Guntensperger gegründet, genau 90 Jahre nach der Schließung der letzten Liechtensteiner Braustätte. Ganz unscheinbar liegt sie im Industriegebiet von Schaan.

Empfangen und sofort mit köstlichem Gerstensaft erstversorgt wurden wir vom Chefbraumeister Stefan Lika. Und das auf berlinerisch mit  einer vollen „Berliner Schnauze Breitseite“ sozusagen. Stefan hat vor seiner Sesshaftwerdung in Liechtenstein eine spannende Bierodyssee hinter sich gebracht. Seinen Brauer und Mälzer hat er bei der Schultheiss Brauerei in Kreuzberg gemacht und dann den Berliner Dipl. Braumeister absolviert. Das Rixdorfer Brauhaus in Neukölln hat er auch schon mal angepachtet und als  Brauer und Geschäftsführer betrieben. 2008 war er bei der Vereinsbrauerei Apolda bevor es über die Schützengarten/Schweiz 2012 nach Liechtenstein ging.

Stefan braut seine Biere auf einem der ersten Sudhäuser der Firma Braukon und hat kräftig mitgeholfen, die Kinderkrankheiten aus der frühesten Jugend abzustellen.

Sein Sudhaus nennt er liebevoll „Emma“. Und wenn es Emma mal nachts nicht gut ist und sie auf Störung geht, kommt es auch vor, dass Stefan mit ihr spricht und ihr Trost spendet. Die Emma muss halt gepflegt werden. Der Braukon Hopfengeber mal vor dem Einsatz….

…. und mal im Einsatz.

Live on stage zu sehen bei Retos Kultmovie about the Lichtensteiner.

Stefan verwendet die klassischen Hopfensorten und setzt ganz auf „Tradition, Tettnanger und Perle“. Von 2007 bis 2012 wurde in Liechtenstein sehr traditionell gebraut, Helles, Dunkles und Weizen. Stefans erste Craftbeer Innovation war ein Coffee Stout, ein Guinness Style Stout, das nach Bier schmeckt. Und ganz klar, natürlich nach dem Reinheitsgebot gebraut. Vergoren und  gelagert wird im Eintankverfahren….

… kaltgehopft mit der Hopgun. Stefan ist in Liechtenstein ein absoluter Ausnahmefall, denn er hat ohne Zögern und Murren die Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis erhalten. Warum? Weil vor ihm kein Brauer in ganz Liechtenstein zu finden war…. Auf die Frage von Reto, ob er denn immer noch jeden Tag gerne Bier trinkt hat Stefan wunderschön blumig geantwortet. „Der Bestatter ist doch auch froh, nach Feierabend sich mal mit Lebenden zu unterhalten…“. Schöööön.

Die Hauptsorte ist das Alpagold, ein klassisches Lager mit 20 IBU und 11,5% Stammwürze. Der saubere Gärverlauf lässt auf eine vitale Bierhefe schließen….

So gut wie der komplette Herstellungsbereich ist auch der Abfüllbereich  ausgestattet. Da fehlt es an nichts. Wirklich außergewöhnlich für eine younger age newstyle Brauerei.

Stefan hat verschiedene Bierlinien. Die Speziallinie repräsentiert die traditionellen Bierstile Helles, Weizen und Co., ein single oak aged Whiskybeer gibt es auch als Limited Edition und die craftigen Leckereien vom Pale Ale, IPA, hoppy Lager etc. laufen unter der Linie Club Bier.

Mein Fazit: Ganz nach Stefans Motto – „einer von vielen ist nicht meine Nummer“. Cheers.

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