What the hell does Craftbeer mean? Part 2 – The solution

Um den Begriff Craftbeer konkreter fassen zu können, habe ich ein Bewertungssystem zur Beurteilung von Bieren entwickelt. Nach dem Durchlaufen der sechs Prüfungspunkte kann der „Pro-Bierende“ für sich entscheiden, inwieweit es sich bei dem geprüften Bier um „real craft“ handelt oder nicht.

Hier nun Werner´s SPCS* (*Six Point Craftbeer Consulting System).

Ich mit Glas

Mit den ersten drei Punkte überprüfen wir die „hard facts“ hinter dem Bier. Diese drei Punkte habe ich an den Aufnahmekriterien für Craftbeer Breweries der Brewers Association in Amerika angelehnt.

  1. Brauereigröße, bei der das Bier hergestellt wurde. In Amerika z.B. werden alle Brauereien mit weniger als 9,5 Mio hl den Craftbeer Breweries zugeordnet. Das würde für Deutschland bedeuten, dass alle deutschen Brauereien aufgrund ihrer Größe darunter fallen würden. Ich sehe dies differenzierter, deswegen ist es für mich wichtig zu wissen, mit welcher Brauerei ich es zu tun habe. Hierbei helfen folgende Fragen: Wie groß ist die Brauerei (hl Ausstoß)? Wo ist die Brauerei? Wie ist diese eingerichtet? Hier hilft ein Blick ins Internet, um ein Gefühl für die Braustätte zu bekommen. Das gilt natürlich ebenfalls für die Gipsy Brewer. Bis 100.000 hl 3 Punkte, bis 1 Mio hl 2 Punkte und ab 1 Mio hl 1 Punkt.
  2. Unabhängige Brauerei, dies bedeutet, dass ein Braukonzern weniger als 25% Anteile an der Brauerei hält. Hierbei lege ich meinen Schwerpunkt auf „unabhängig“ im Sinne, die Möglichkeit zu haben, unabhängige und eigenständige Biere zu brauen und zu vermarkten. Fernab von Konzern- oder Fremdeinflüssen. 0 oder 3 Punkte
  3. Traditionelle Bierstile und deren Herstellung. Handelt es sich um einen traditionellen Bierstil, um eine Weiterentwicklung hieraus oder um ein Fake?? Wie werden die Biere hergestellt? Hierbei ist für mich auch die Braukompetenz des Braumeisters und dessen Fachwissen sowie  die technischen Anlagen der Brauerei mit in die Bewertung einzubeziehen. Traditioneller Bierstil 3 Punkte, Weiterentwicklung hieraus 2 Punkte, Fake 0 Punkte.

Bei den letzten drei Punkten geht es mir um die „soft skills“ hinter dem Bier.

  1. Eigenständiges Bier mit Wiedererkennung. Erkennt man das Bier hinsichtlich seines Geschmacks wieder? Entspricht das Aussehen und der Geschmack dem Bierstil? Handelt es sich um eine bemerkenswerte Qualität? 1-3 Punkte.
  2. Zutatenfokus, die Biere müssen in diesem Punkt zwingend ohne jegliche Mithilfe von künstlichen Aromen, Farbstoffen, Enzymen sowie jeglichen Chemikalien gebraut sein (Stichpunkt Reinheitsgebot, Natürlichkeitsgebot). Dies gilt grundsätzlich für alle Biere. Hier hilft der Blick auf die Zutatendeklaration auf dem Etikett oder das Gespräch mit dem Braumeister vor Ort 🙂 0 oder 3 Punkte
  3. Leidenschaft und Spass der Macher hinter den Bieren. Dies bedeutet nicht zwingend Vollbart und T- Shirt, sondern die Frage: Wer steht hinter den Bieren? Craftbeer im Sinne des Lebensgefühls möchte cool sein. Sind die Macher hinter den Bieren authentisch im Sinne der Craftbeerbewegung oder eher wonna be? Wie kommt das Marketing – vom Etikett bis zur Homepage/Facebook – daher?  0-3 Punkte

Und nun ein Beispiel zum Einüben 🙂

Boon Kriek (s. http://www.bierblog.eu/?s=boon&submit=Suchen )

Spontanvergoren (alte Gärungsmethode – historischer Braustil), Mischung aus 1-3  Jahre alten Lambics unter Verwendung von Schaarbeek Sauerkirschen. Keinerlei Aromen und Süßstoffe. Brauerei top eingerichtet, Frank Boon ist eine lebende Bierlegende und der Fachkenner unter den Lambicbrauern. Familienbrauerei.

  1. Brauereigröße? 3 Punkte,  20.000hl
  2. unabhängig? 3 Punkte – Familie
  3. traditionelle Herstellung und Bierstil? 3 Punkte – Kriek
  4. Eigenständiges Bier mit Wiedererkennung? 3 Punkte
  5. Zutatenfocus? 3 Punkte – Schaarbeek Sauerkirsche – keine Aromen
  6. Leidenschaft und Spass? 3 Punkte

Gesamtpunktzahl: 18 Punkte – für mich – Craftbeer

Und nun los geht´s. Viel Spass. Und lasst mich teilhaben an Euren Bewertungen. Bei Fragen, einfach melden.

Regal

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