Über Werner

Auf der Suche nach dem Shangri-la des Bieres. Ich bin die 6. bierbrauende Generation Dinkelaker in Böblingen. Wie mein Vater, Großvater und Urgroßvater habe ich der Dinkelakerschen Tradition folgend in Weihenstephan das Studium zum Diplom Braumeister absolviert. 1991 ging es auf Betriebsüberwachungsexpedition nach Venezuela zur Polarbrauerei, die damals “total quality like” rund 20 Mio hl Bier produzierte. Nach meiner Rückkehr habe ich noch kurz den Dipl.- Wirtschaftsingenieur draufgesetzt, erste Schritte im Außendienst bei der Eichbaumbrauerei Mannheim gemacht und bin dann mit Familie für ein Jahr zum Brauereiaufbau nach Nord Zypern (1996). Zurückgekehrt darf ich nun schon seit 1997 mit einer klasse Mannschaft unsere regionalen Biertrinker mit feinsten Leckereien aus der Schönbuch Braumanufaktur in Böblingen beglücken. Bier ist mein Leben, deswegen sind meine Tage auch durch Bier geprägt. Tagsüber bespaße ich meine Kunden, Mitarbeiter und freue mich über unsere tolle Brauerei. Zum Feierabend verkoste ich die mir zugeschickten Bierspezialitäten aus dem In- und Ausland und zum krönenden Abschluss natürlich auch unsere Leckereien. Bierreisen mit meiner lieben Frau (ausgebildete Biersommeliere und geduldige Lektorin meiner Blogs - vielen Dank mein Schatz) und Besuche bei Brauerkollegen mit meinem Bierbruder Olly von der Karftbierwerkstatt sind meine Inspiration. Auf der Suche nach dem “Aledorado” haben schon sehr viele schöne Brauereien unseren Weg gekreuzt. Und darüber blogge ich seit 2013. Mega Spass machen mir auch meine Biervorträge und Verkostungen, bei denen ich mit Bierinteressierten meine Leidenschaft teilen darf. Folgt mir auf der Suche nach dem schönsten Brauerei- und Bierort der Welt.

Staropramen – Ab ins Visitorcenter

Staropramen

Habe mich in Prag mit meinen Brauerkollegen zu Bier- und Brauereifachgesprächen getroffen. In der Mitte Dieter Schmid von der Brauerei Waldhaus und links Holger Fichtel von der Arcobräu Moos mit seiner berühmt berüchtigten Mooser Liesl. Ein Programmpunkt war der Besuch der Staropramen Brauerei, ein Betrieb des Molson Coors Konzerns. Dieser ist weltweit der fünftgrößte Brauereikonzern mit 96 Mill. hl p.a. und einem Weltmarktanteil von 5%. Nachdem wir unseren Besuch angekündigt hatten, haben wir von den Kollegen von Molson Coors den gastfreundschaftlichen Hinweis bekommen, dass keine Brauereiführung unter Kollegen möglich sei und wurden auf ihr „Visitorcenter“ verwiesen (Anmerkung Redaktion: einmaliger Vorgang. Unter Brauern ist die Brauereitüre immer offen). Das hat der konzentrierten Stimmung keinen Abbruch getan und so ging es hoch motiviert und neugierig in das Centro Visitör.

Die Brauerei wurde 1869 gegründet, das erste Staropramen verließ dieselbe 1911. Gute alte Zeit…

Im alten Sudhaus wird auf die lebhafte Vergangenheit Bezug genommen. Die Übernahmekapriolen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks bleiben weitgehend unerwähnt. Von Bass gekauft, wurde Bass später von InBev geschluckt. Dann landete die Brauerei über eine Private-Equity Gesellschaft schlussendlich bei Molson Coors.

Dann ging es an schwebenden Sudpfannenhauben vorbei….

… zu einem ganz interessanten, vollständig erhaltenen Brauereilabor aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.

Das wars dann auch schon mit dem Rundgang durch das Visitor Center  und so landeten wir in der Bar desselben.

Zu verkosten gab es vier Biere….

…die wir rasch leerten, um uns in der Innenstadt im „Original Beer Spa“ von den Strapazen zu erholen.

Mein Fazit: Manchmal ist Spa besser als Bier. Na zdravi.

Nattheimer – Im Reich der kippenden Tanks

Nattheimer

Warum in die Ferne schweifen….? War mit meiner lieben Frau mal wieder auf der Ostalb in Sachen Bier unterwegs. Die Ostalb mit ihren über 10 Brauereien ist ein echter Bier- und Brauerei-Hotspot. Heute geht es in den Landkreis Heidenheim nach Nattheim in die Privatbrauerei Schlumberger. Und diese hat sich als echter Geheimtip entpuppt.

Die Brauerei der Inhaberfamilie Schlumberger  ist ein eigener Ortsteil von Nattheim und steht auf 5 ha brauereieigenem Grund. Wir wurden sehr herzlich im 2007 zum „Deutschlands bester Getränkefachmarkt“ ausgezeichneten Bräumarkt begrüßt. Nach einer Kurzexpedition mit Ulrike Schlumberger durch ihr Einkaufsparadies für Bier- und Weinliebhaber mit einer wohl einzigartigen Geschenkeauswahl ging es mit Brauereichef Heinz Schlumberger direkt ins wunderschöne Sudhaus.

Die Brauereigeschichte der Familie Schlumberger beginnt im Jahre 1847 als Leonard Schlumberger die ehemalige Taverne „Zum Ochsen“ erwarb und dort auch Bier braute. Heute steht der neuerrichtete Brauereigasthof an dieser Stelle, gleich neben dem Sudhaus. Seine Brauerlehre hat Heinz Schlumberger in der ehemaligen Mundinger Brauerei  Offenburg, die 1983 ihre Tore schloss, absolviert. Nach fünf Gesellenjahren in verschiedenen Brauereien leitet er nun schon seit 1971 die Brauerei. 1995 wurde im Sudhaus die Jacob Carl Pfanne installiert, 2015 durch Braukon das restliche Sudhaus erneuert. Ausgeschlagen werden 4 Sude pro Tag mit 80 hl pro Sud. Mit ca. 700 Sud p.a. ist das Sudhaus optimal ausgelastet und produziert somit 56.000 hl feinste Bierwürze im Jahr.

Den Treberabtransport ins 14 m höher gelegene Trebersilo hat Heinz selber entwickelt. Mittels Druckluft wird der Treber in die Silos nach oben katapultiert.

Und dann ging es los. Im obergärigen Gärkeller, in dem die leckeren Bierwürzen in Schnabeltanks ganz klassisch vergärt werden, bin ich auf eine echte Sensation gestoßen. Heinz hat auch da ein wohl ziemlich einmaliges System entwickelt, in dem er seine Tanks durch Hubzylinder während der Hauptgärung kippen kann. Schaut auf die Füsse vorne rechts und links.

Das gleiche System hat er auch bei seinen untergärigen Gärtanks installiert. Hintergrund ist der, dass Heinz möchte, dass der während der Hauptgärung enstehende Kühltrub, der ja bekanntlich nach oben steigt, komplett ausgeschieden wird…..

…und nicht im Bier verbleibt, sondern in den vorgesehenen Wannen landet. Denn durch das Entfernen der Hopfenharze mit dem Kühltrüb entstehen noch feinere, reinere Biere. Genial.

In Nattheim wird bei den untergärigen Bieren „saukalt“ vergoren. Nie wärmer als 8 °C. Das macht die Biere mega bekömmlich und super rein. Mein Liebling ist das Nattheimer Spezial. Rein, süffig und super bekömmlich. Auch die Reinheit und Sauberkeit der Brauerei außen wie innen ist außergewöhnlich. Alles blitzeblank. Gefreut hat mich, dass neben den neuen Gärtanks auch noch die offenen Gärtanks benutzt werden. Was gibt es Schöneres.

Im Filterkeller habe ich meine alte Liebe getroffen. Den Seitz Orion Kombifilter. Ist er nicht schön….

Heinz hat über die letzten 50 Jahre kontinuierlich in seine Brauerei investiert und somit das Fundament für die nächste Generation geschaffen — Sohn Max ist inzwischen nach abgeschlossenen Studium in Weihenstephan mit an Bord! — 1984 wurde die neue Flaschen- und Fassabfüllung auf die grüne Wiese gebaut und mittels einer 180 m langen im Erdreich verbauten  Hostalen Bierleitung mit dem Drucktankkeller verbunden.

Zum Abschluss ging es noch auf Zeitreise durch das bei der Brauerei im ehemaligen Verwaltungsgebäude gelegene Brauereimuseum. Sehenswert.

Mein Fazit: Nattheimer rein und fein. Das Bier, das aus der Kälte kam.

Meteor trifft Tiger – Auf Brauhaus Tour in Strassbourg

Meteor

Nach unserem Collaboration Brew bei Vivien in Colmar ging es nach Strasbourg zum Brauhaus-hopping. Genächtigt haben wir in einem der ältesten Hotels Europas, dem Cour du Corbeau. Absoluter Geheimtip! Nach unserer Ankunft sind wir gleich ganz zufällig über das Brauhaus der Brasserie Meteor mitten in der Fußgängerzone der Altstadt gestolpert.

Die Jungs und Mädels von Meteor haben ihren Biertempel im Oktober 2019 eröffnet. Ganz schön mutig in einer weingeschwängerten Gegend unterhalb der elsässischen Weinstrasse. Die Brasserie Meteor, oder auf Deutsch Brauerei Meteor, ist mit rund 500.000 hl Jahresproduktion die größte familiengeführte Privatbrauerei in Frankreich. In ihrem Brauhaus wird zwar nicht gebraut, aber die halbierte, an die Wand gedübelte Kupfersudpfanne mit Barfunktion lässt keine Brauerwünsche offen. Gebraut wird übrigens im 25 Autominuten entfernten Hochfelden nördlich von Strasbourg.

Auf gut und gerne 1000 m2 Gastrofläche wurde hier ein Brauerei Flagshipstore der Extraklasse und neuesten Generation verwirklicht. Der echte Hammer. Von der Hauptbar Nr. 1 ….

…bis zur Bar Nr. 2 auf dem historischen Bieromobil. Voll lässig und mitten drin im Gastrohimmel.

Die Biere durch die Bank rein, lecker und mega süffig. Vom selbstgebrauten Abtei Remake, über Baltic Porter, IPA, Blanche bis zum Lager. Mein Lieblingsmeteor  ist das Pils.

Bevor es ins nächste Brauhaus ging, haben wir uns noch mit der leckeren elsässichen Brauhausküche gestärkt und ein wenig über die Örtlichkeiten gefreut…

Fünfzehn Minuten fußseitig vom Meteoriteneinschlag entfernt, liegt gleich hinter dem Altstadtausgang das zweite super moderne im industrial vintage style konzipierte Brauhaus Le Tigre der Brauerei Kronenbourg. Kronenbourg ist mit 30% Marktanteil und ca. 5.000.000 hl Jahresproduktion die größte Brauerei in Frankreich und gehört zum Carlsbergkonzern in Dänemark. Carlsberg ist nach AB InBev, Heineken, China Ressources Breweries die viertgrößte Brauereigruppe der Welt.

Empfangen wird man in der Bar „Le Petite Tigre“ von ein paar süßen Miniaturgärtanks. Hier werden die saisonalen Spezialitäten vergoren. Erwähnenswert ist das IPA, ordentlich durchgehopft und absolut biersortentypisch. Der Hauptgastraum „Le Grand Tigre“ mit einer Kapazität von gefühlten 200 Sitzplätzen ist schon auf den ersten Blick echt beeindruckend…

… zumal er sich mit dem zweiten, IPA-geschwängerten Blick als Auslaufgehege des elsässischen Tigers offenbart.

Sehr cool sind die zwei riesengroßen Flammkuchenofen, aus denen die Hälfte der auf der Karte befindlichen Spezialitäten geboren werden.

Mein Fazit: Strasbourg, nicht nur brauhausmäßig immer eine Reise wert. Chapeau.

 

Auf Biersafari in Südafrika

Nach unserer Begegnung mit meiner neuen vollmundigen Liebe, dem Rooibosbier aus Stellenbosch, ging es hochmotiviert entlang der Gardenroute auf bierige Südafrika Brauerei Challenge. In Südafrika werden ca. 30. Mio. hl (Hektoliter) Bier hergestellt, in Deutschland 90 Mio. hl und in den USA 210 Mio. hl. Erster Halt war im  landschaftlich unfassbar schönen Nirgendwo in Stanford, 144 km südöstlich von Kapstadt. Dort hat uns der nette Winemaker & Viticulturist David Smith mit einem Bier begrüßt und durch die Brauerei geführt.

Die Birkenhead Brewery wurde 1998 gegründet und zählt somit zu den ältesten Craftbeer Brauereien Südafrikas. Sie gehört zu den Walker Bay Vineyards und ist in dem 22 ha großen Weingut mit integriert. Das Weingut gehört einem Minenbesitzer, der seiner Mannschaft freie Hand lässt und sich 1-2 mal im Jahr bei seinem Besuch in Stanford über seine excellenten Weine und Biere freut.

Gebraut wird auf einem 20 hl Biering Sudhaus von der Fooding GmbH Stuttgart. Bin diesem Sudhaus das erste Mal begegnet und konnte über diese Firma leider keine weiteren Infos finden. However, die bierigen Ergebnisse überzeugen trotzdem.

Die Biere werden alle filtriert und im Kammerpasteur pasteurisiert. Was durchaus Sinn macht, bedenkt man die Vertriebswege aus dem Nirgendwo und die hierzu benötigte mikrobiologische Haltbarkeit.

Mein Favorit ist der Goldgewinner des World Beer Cups 2018 in der Kategorie Lagerbiere Südafrika, das Lazy Leopard. Die Bierkarte durchzuprobieren lohnt sich.

Weiter ging es ins Hop Valley, das Hopfenanbaugebiet Südafrikas. Hier wird auf 400 ha Hopfen angebaut. Der meiste Hopfen wird vor Ort verbraut. Im Vergleich hierzu werden in Deutschland auf 19.000 ha Hopfen angebaut und in den USA auf 21.500 ha.

Weiter ging es zu meiner kleinsten und schnucklichsten Brauerei auf der Reise: Der Franschhoek Brewery.

Das Brauereile wurde fertig montiert in einem Überseecontainer Richtung Afrika geschippert und hat dort seine endgültige Bestimmung gefunden.

Der Craftbeer Markt in Südafrika boomt mittlerweile derart, dass ca. 100 Klein- und Kleinstbrauer ihrem Handwerk nachgehen. Was die Winzer können, können auch die Brauer. Und so lohnt sich ein Besuch in Franschhoek nicht nur wegen der durchweg sauber gebrauten Biere, sondern auch wegen der….

…zum Verweilen einladenden Gastronomie in gechilltem Ambiente. Mein Favorit ist das O.P.A., ein Orange Pale Ale mit einem Hauch von Orangenschalen. Lecker.

Dann ging es Richtung Kapstadt mit seinem Hausberg, dem Table Mountain…

Vor der obligatorischen Hop on Hop off Runde mit dem Doppeldeckerbus ging es zuerst an die von den Touristen beliebten Waterfront ins….

… zum Erfrischen in waschechtem deutschem Wirtshausambiente bei 30°C Außentemperatur.

Die letzte Bierstation war dann auch die größte unserer Südafrika Challenge. Und zwar ging es durch die schnuckelige 5.000.000 hl Zweigstelle der AB InBev Tochter Newlands Brewery. AB InBev hat vier Braustätten in Südafrika, die vor der Fusion zur SAB South African Breweries gehörte. AB InBev ist der weltgrößte Bierproduzent mit einem Weltbiermarktanteil von 30%.

Neben ihrer Hauptmarke Castle haben sich die Brauer aus Kapstadt auch dem Craftbeer Trend geöffnet und eine kleine, süße Brauerei  mit der Kapazität einer kleineren Mittelstandsbrauerei in Deutschland installiert.

Natürlich alles vom Feinsten. Vom Kaspar Schulz Sudhaus bis zu den stehenden Gär- und Lagertanks.

Dann ging es mit den Jungs noch im brauereieigenen Biergarten fleißig verkosten, bevor wir an der Waterfront an einem geheimen Gastrostandort das  unpasteurisierte Castle Draught als Absacker genießen durften.

Mein Fazit: Bier auf Wein, das ist fein. Wir kommen wieder.

Brasserie Sainte Cru – Zum Collaben ins Elsass

Sainte Cru

Habe neulich von Vivien Remond, dem Gründer der erfolgreichsten Craftbeer Brauerei Frankreichs, der Brasserie Sainte Cru, eine Einladung zum Collaboration Brewing bekommen. Das hat mich natürlich mega gefreut und so bin ich mit meiner lieben Frau nach Colmar gedüst.

Wir waren ein wenig überrascht und haben sehr gelacht als wir Vivien getroffen haben, denn wir hatten mit einer Braumeisterin gerechnet…..

Die good Vibes waren sofort da…

…und so haben wir uns gleich an das Rezept für unseren deutsch-französischen Freundschaftssud gemacht.

Vivien ist echt der Hammer. Er hat Marketing und Vertrieb studiert und sich dann, nach anfänglichen autodidaktischen Brauversuchen zuhause, mit jungen 22 Jahren 2012 selbständig gemacht und seinen Traum einer eigenen Brauerei verwirklicht. Das 5 hl Sudhaus, wie auch die Gär- und Lagertanks hat er mit einem örtlichen Schlosser selber entwickelt und gebaut. Aufgrund des großen Erfolgs und des schnellen Wachstums wurde die erste Brauerei, die in einem Teil der Fabrikhalle seines Vaters beheimatet war, schnell zu klein. Und so erwarb er eine neue Halle mit 1200 m2 im Industriegebiet von Colmar und eröffnete diese 2018. Auch das neue Sudhaus ist designed und gebaut von Vivien himself. Sogar die Steuerung ist homemade…

Geschrotet wird mit einer Zwei-Walzen-Schrotmühle, der Läuterbottich und die Sudpfanne sind hydraulisch kippbar. Echt genial crazy.

Geschrotet und eingemaischt haben wir Pilsner Malz, die Rast bei 63°C für 1,5 Stunden gehalten. Zum Hopfen haben wir uns für Herkules entschieden. Vergoren wird unser Collab „hoppy Lager“ mit meiner untergärigen Bierhefe aus Böblingen…

Vivien lässt seinen Bieren Zeit zum Vergären und Lagern. Im Schnitt ca. 35 Tage, kaltgehopft wird unser Gemeinschaftssud mit Amarillo. Bei den Sainte Crus wird auf Filtration und Zentrifugieren verzichtet, was auch aufgrund der Lagerzeiten kein Problem ist. Im Gegenteil, den Bieren tut dies durchweg geschmacklich gut. Seit zwei Jahren wurde von der Flaschengärung auf die Tankreifung für die CO2 Bindung umgestellt.

Nach getaner Arbeit ging es zum fleißigen Verkosten in den Taproom. Dieser ist immer mittwochs von 16-22 Uhr geöffnet. Im Elsass gibt es mittlerweile 50 Craftbier Brauereien, in ganz Frankreich gibt es insgesamt ca. 2000 Braustätten. Die meisten mit einem Ausstoß von unter 300 hl p.a.. Vivien ist mit 6.500 hl die größte Craftbier Brauerei in Frankreich, gefolgt von der Brasserie Uberach und der Brasserie Perle.

Verkauft werden seine leckeren Bierkreationen in ganz Frankreich, 3% werden in die Schweiz exportiert. Der Fassbieranteil liegt bei 50%. Extrem begeistert bin ich von seiner Hauptsorte Orange Mécanique, ein Belgian Honey Ale mit 7% Alkoholgehalt. Am Ende der Kochung gibt Vivien noch 1 kg pro hl Würze elsässischen Honig dazu. Gehopft wird mit Amarillo. Überhaupt sind die Namen seiner Biere genauso genial-unique wie deren Geschmäcker. „Steel this beer“, ein double IPA oder das Session IPA „Don´t think twice“ sowie z.B. das „Red is dead“, ein American red Ale.

Mein Fazit: Sex, Ale and Rock´n´ Roll, I like it. Merci Vivien für den coolen Collabbrew.

 

 

Die Entdeckung – Rooibosbier bei Stellenbrau

Stellenbrau

Auf unserer Reise durch Südafrika haben wir neben gefühlten zehn (!) wunderschön gelegenen Weingütern rund um Stellenbosch auch 4 Brauereien besichtigt (Zusammenfassung folgt). Und ausgerechnet im Herzen des Weinanbaus von Südafrika haben wir eine ganz besonders bemerkenswerte Bierentdeckung gemacht. Und zwar bei der Stellenbrau.

Die Stellenbrau wurde 2012 durch Deon Engelbrecht eröffnet. Deon hat sich der simplicity, der Einfachheit, verschrieben. Keep it simple. Einfach geiles Bier brauen. Und wie sie das machen hat mir sein Braumeister Wonderboy eindrücklich vermittelt. Wonderboy ist seit drei Jahren als Oberbrauer bei Stellenbrau und verantwortlich für die excellenten Gerstensäfte.

Gebraut wird mit Malz – von wem wohl? Natürlich mit Malz von Weyermann aus good old Germany. Der Hopfen stammt aus dem hop valley in Südafrika, das wir ebenfalls während unserer Reise besucht haben. Gemaischt wird mit dem absteigenden Infusionsmaischverfahren. Dabei wird bei 80°C eingemaischt, sodass nur die stärkeabbauenden Alpha Amylasen und die eiweissabbauenden Proteasen wirklich wirken. Wonderboy zieht so in optimierten 60-90 Minuten sein Maischprogramm durch. Mit diesem Maischverfahren habe ich auch schon in diversen englischsprachigen Alebrauereien Bekanntschaft gemacht. 

Gebraut werden auf dem 5 hl Sudhaus 1.500 p.a.. Hauptsorte ist das Cravencraft Lager mit 11 % Stammwürze und Alkohol 4,5 % Vol.. Die Biere sind alle sehr rein, mit einem Tick Restsüße und vollen, opulenten Körperrundungen ausgestattet. Der Hammer allerdings ist meine Neuentdeckung 2020. Und das schon im Januar, das kann ja heiter werden. Das Governor´s Red. Benannt nach dem Gründer von Stellenbosch Governor Simon van der Stel. Der absolute Wahnsinn mit unglaublich intensiven Rooibosaromen. Gebraut wie das Cravencraft, wird beim Würzekochen neben dem Hopfen noch 1 kg Honeybusch und 1,5 kg Rooibostee mitgekocht. Und zwar in überdimensionierten Teesieben…

Stellenbrau hat ein eingetragenes Patent für sein Rooibos Lagerbeer. Vertrieben wird das Rooiboswunder hautsächlich in der Region und im  50 km entfernten Kapstadt. Die Brauerei ist sehr gepflegt, der Gär- und Lagerkellerbereich tip top…

Alle Anlagen, vom Sudhaus bis zum Spundapparat sind aus China importiert worden.

Mein Fazit: Zum Frühstück Rooibosbier statt Rooibostee. I like it.

Brewery and Taproomtour in London – The Bermondsey beer mile

Bermondsey Beer Mile

Habe dieses Jahr fleissig in der Jury des World Beer Awards in London mitgearbeitet. Mein Nebensitzer beim Degustieren war der craftbeerverantwortliche Braumeister der San Miguel Gruppe in Spanien. Er hat mir den Tipp gegeben, dass keine 15 Minuten fußseitig von der Tower Bridge entfernt ein super hipster Craftbeer El Dorado zu finden sei. Also nichts wie hin…

Und die Gegend ist wirklich hipster und wenig von normalo Touristen besucht. Die craftbeer locations sind alle unter einer Bahnlinie beheimatet. Im Umkreis von 2 km sind hier knapp 20 Craftbeerhotspots in Form von kleinen Brauereien oder Bottleshops zu finden.

Los ging es mit dem Taproom der MOOR Beer Company. Der Kalifornier Justin Hawk hat seine Brauerei 2007 gegründet. Seit 2014 braut er seine Biere in Bristol in einer nagelneuen Brauerei. Da freut sich der Gustavo, einer meiner treuen Wegbegleiter in Sachen Bier.

Der Taproom ist echt fancy gestylt und ist seit 2018 hier am Start. Justin braut seine Biere ganz nach unserer deutschen handwerklichen Philosophie, selbstredend angelehnt an unser Reinheitsgebot. Bei ihm kommt keine Fischblase zur Klärung der Biere in den Tank. Dies ist in England übrigens durchaus üblich und hat dort eine lange Tradition. Dafür braut er mit der typischen Westcoast dryhopping Methode und zaubert daraus, wie er sagt, sein Modern Real Ale.

Im Hinterzimmer seines Taprooms hat er seine oak aged Fässer gelagert. Ganz wichtig ist ihm, dass die drinkability an oberster Stelle steht. Abgefüllt und ausgeschenkt wird aus kegs, casks, Dosen und Flaschen. Am Besten hat mir sein REVIVAL gemundet. Ein ganz ehrliches, super drinkable Bitter mit 3,8 Vol.%. Für mich eines der besten modernen Bitter. Ganz nach seinem Motto: Drink MOOR Beer.

Zwei Gleise weiter sind wir in die…

gestolpert… Den Bermondsey beer mile crawl gibt es übrigens seit 2014 und er ist total organisch gewachsen. Hier kommen und gehen die Bars und Taprooms wie die Sude einer florierenden Brauerei. Nichts hat wirklich Bestand bis auf die eingesessenen Craftbrewer der ersten Stunden. Die besten Besuchszeiten sind ab Freitag Nachmittag and the whole Saturday long. Da sind die meisten locations geöffnet.

Die meisten von ihnen sind sehr rough bis puristisch gestylt. Oak aged beer findet man nicht nur im Brew by numbers sondern auch….

…. in der…

Ein echter hotspot auf unserer Tour. Hier findet ihr zu den handwerklich sauber gebrauten Köstlichkeiten auch Leckeres auf die Gabel.

Und dann ging es Schlag auf Schlag von einer Craftbeerlocation in die Andere. So lange bis der Elefant kommt…

Und der hat super nette Leute und.…

… juicy IPA im Angebot. Wer es schön fruchtig mag, ist hier genau richtig.

Mein Fazit: Nach dem langen fancy craftbeer walk empfehlen wir einen Scotch Whisky Absacker an der Hotelbar mit James. Cheers.

 

 

Hofstettner – Bock auf Granit

Hofstettner

Habe an meinem Bierwellnesswochenende im Bayrischen Wald einen Abstecher zur Hofstettner Brauerei im Nachbarland Österreich gemacht. Die Brauerei liegt wunderschön ca. 25 km nordwestlich von Linz mitten im Mühlviertel.

Nach herzlicher Begrüßung durch meinen Biersommelier-Kollegen und Braumeister Markus Thaller ging es gleich ins alte 40 hl Sudhaus aus dem Jahre 1929. Das Sudhaus ist immer noch in Betrieb. Auf der historischen Brauanlage werden die besonderen Raritäten Granitbock, Heines altes Lager und das original Hochzeitsbier gebraut. Markus ist ein echtes Eigengewächs der Brauerei. Er hat dort seine Brauerlehre gemacht und ist dann für ein Jahr zum Nachbarn, der 25.000 hl großen Stiftbrauerei Schlägl, gewechselt. Danach hat er den Meister bei Doemens gemacht, bevor es für weitere zwei Jahre in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung nach Salzburg zur Brauerei Stiegl ging. Seit 2012 ist er verantwortlicher Braumeister in Hofstetten und hat die Brauerei von 6.000 hl auf 9.600 hl mit entwickeln können. Heute sind in der Brauerei 15 Mitarbeiter beschäftigt. Markus braut mit Unterstützung seiner vier Brauer die leckeren Bierspezialitäten.

In Österreich gibt es einen Reinheitsgebots-ähnlichen Lebensmittelcodex für die Bierherstellung. Abweichend sind unter anderem bis zu 25% Rohfrucht an der Schüttung im Sudhaus oder der Einsatz von technischer Milchsäure und Ascorbinsäure (Vitamin C) erlaubt. Für die Hofstettner Kreativbiere dürfen Kürbis und Honig verwendet werden. Dies muss allerdings deutlich auf dem Etikett deklariert werden. Künstliche Aromatisierung ist auch in Österreich ein No Go. Die Vier-Walzen-Schrotmühle der Firma Seeger aus Bad Cannstatt ist immer noch für das Schroten auf dem alten Sudhaus verantwortlich. Und das seit mehr als 100 Jahren.

Die Brauerei wurde 1229 erstmalig urkundlich erwähnt und gilt als die älteste Brauerei Österreichs. Gebraut wurde in der damaligen Zeit in einer alten „Raststätte“ auf dem Salzsträssle Passau – Linz, um die Händler mit gutem Gerstensaft zu stärken. Seit 1849 ist die Brauerei im Besitz der heutigen Eigentümerfamilie Krammer. Heute steht die Herstellung von Spezialbieren im Fokus. Ganz besonders hat mich neben dem Granitbock auch das Heines altes Lager beeindruckt. Hierfür wurde von der Genbank in Linz das Saatgut der ca. einhundert Jahre alte Braugerstensorte Heines Haisa bezogen und von zwei Landwirten in der Nachbarschaft wieder angebaut. Diese sehr kleinen Körner mit einem hohen Spelzenanteil werden extra vermälzt und sind sehr gerbstoffhaltig. Gemaischt wird so wie früher im Dreimaischverfahren. Trotz 90 Minuten Kochzeit hat das Bier eine intensive DMS Note. Einen Geruch, der an Gemüse erinnert und in den heutigen Mainstreambieren eher als verpönt gilt.

Gehopft wird der historische Göttertrank mit der ursprünglich aus England stammenden Hopfensorte Malling. Diese Hopfensorte ist speziell im Mühlviertel dominierend und für Markus in Bio-Reinform angebaut. Das Mühlviertel ist nicht nur das größte österreichische Hopfenanbaugebiet, sondern gehört auch zu den Keimzellen der Biobewegung. Heines altes Lager ist ein echtes Unikat. So könnte Bier vor 100 Jahren geschmeckt haben. Denn originaler, als auf einem fast einhundertjährigen Sudhaus mit original Braugerste aus dieser Zeit zu brauen, geht nicht mehr. Total faszinierend. Die Flaschen werden bei der Stiftbrauerei Schlägl abgefüllt. Das neue Braukon Sudhaus ist seit 2015 in Betrieb. Ausgeschlagen werden hier 20 hl. Für den Einsatz des Naturhopfens hat Markus einen Hopbag in Verwendung. Die neuere Art eines klassischen Hopfenseihers.

Das österreichische Märzen mit 4,7 Vol.% Alkohol ist vom Bierstil her vergleichbar mit dem Bayrisch Hell und hat einen Marktanteil zwischen 70% und 80%. Der österreichische Biermarkt ist wie unsere deutscher extrem preissensibel. 80% der Biere werden im Handel von den Mannen der Spars und Rewes über Aktionen verramscht. Für mich ist genauso schmerzhaft wie unverständlich, dass gerade auch die Jungs von der Brauunion, Stiegl Brauerei und Zipfer das mitmachen. Denn auch ihre Biere sind durchweg qualitativ mehr wert als unterirdische 10€ pro Rahmen. Aus diesem Grund besetzen die Hofstettner mit ihren Bieren die Spezialitätenlücke.  Die neuen Tanks stammen aus dem Hause Rieger und von dem Tankbauer Müller.

Das Brauwasser kommt aus einem eigenen Brunnen und hat 4 ° dH. In Österreich gibt es zwei Mälzereien. Die zur Ireks Malz Gruppe gehörende Stamag und die Plohberger Mälzerei in Grieskirchen. Für das Bio Mühlviertel Bier werden 100% Zutaten aus dem Mühlviertel verwendet. Mein Hofstettner Lieblingsbier ist allerdings der Granitbock mit leckeren 17,8 % Stammwürze, den es auch in der Graniteisbockvariante mit 12 % Alkohol gibt. Die Herstellung der Granitbiere hat mich dann doch bewegt. Die kalte Würze wird in Granitbecken, ehemaligen Sauerkrautbottichen, vergoren….

 

…nachdem sie unter Zugabe von glühenden heißen Granitsteinen karamellisiert wurde. Der älteste dieser Steinbottiche ist übrigens aus dem Jahre 1649! Die Hauptgärung findet zwischen Januar und März in den kalten Kellern statt, im Lagerkeller wird bis September gereift.

Mein Fazit: Von unfiltriertem Kübelbier bis Granitbock. Markus du machst einen mega Job. Ein Prost auf deine Inspiration.

 

Brauhaus Joh. Albrecht Konstanz – Der Hanf der kann´s.

Brauhaus Joh. Albrecht

Habe bei meinem Ausflug zum schwäbischen Meer einen kleinen Abstecher in die wunderschöne Altstadt von Konstanz gemacht. Denn dort ist seit mehr als zwanzig Jahren das Brauhaus Joh. Albrecht am Start.

Das Brauhaus ist im typischen Stil der Gasthausgründerzeit eingerichtet. Das urgemütliche Ambiente regt regelrecht zum Biertrinken an. Weitere Brauhaus-Geschwister findet ihr auch in Hamburg, Soltau, Bielefeld und Düsseldorf.

Der wirkliche Grund meines Besuchs aber war nicht die Verkostung des Klassikers „Kupfer“, ein etwas dunkleres, malziges Untergäriges. Nein, das aktuelle „Craftbeer“ Hanf Bräu hat meine Neugier geweckt. Braumeister Daniel Stolz stammt aus der Brauerdynastie der Brauerei Stolz in Isny und hat mich in die Geheimnisse dieses Göttertranks eingeweiht. Beim Würzekochen gibt er nicht zu knapp dreißig Minuten vor Kochende Hanfblüten in die Sudpfanne. Das sind übrigens die gleichen Zeitgenossen, die beim Hanfblütentee Verwendung finden. Und zur Verstärkung des lieblichen Rosenaromas, die Rose ist mit den Hanfpflanzen artverwandt, wird im Lagerkeller ebenfalls mit den Blüten noch kalt gehopft.

Das Ergebnis ist ein nach betörenden Rosenaromen duftender Zaubertrank, verführerisch  süß im Antrunk und sanft nachhallend im Abtrunk. Das schreit nach MEHR.

Mein Fazit: Der Hanf, der kann´s. Auch ganz ohne THC. Cheers.

Stewart Brewing Edinburgh – Alles Ale oder was?

Stewart

Waren Anfang August zum Weihnachtsgeschenk einlösen mit der Family auf dem Fringefestival in Edinburgh. Das ist das grösste Kulturfestival der Welt und sehr sehenswert. Weil ich immer ganz brav bin, durfte ich mich mit meinem Sohn Lukas mal kurz abseilen. Und so ging es mit dem Taxi zur ca. 25 Minuten entfernten Stewart Brewing nach Loanhead, am Rande von Edinburgh in einem Industriegebiet gelegen.

Dort hat mich der Masterbrewer und Vollblutschotte Craig Scotland sehr herzlich empfangen.  Sein Name ist Programm. Craig hat seinen Master for Brewing and Destilling an der Heriot-Watt University in Edinburgh mit ca. 100 anderen Teilnehmern aus vielen englischsprachigen Ländern dieser Welt erfolgreich abgeschlossen. Voraussetzung hierfür ist ein bestandener Bachelor Abschluss. Die Ausbildung an der Uni dauert ein Jahr. Craig ist sogar am Gärtank in einer lustigen Comiczeichnung verewigt.

Die Brauerei wurde 2004 gegründet und ist eine der wenigen inhabergeführten Brauereien in Schottland. 2013 wurde die jetzige Brauerei an den neuen Standort verlegt. Das Bavarian Brewery Technologies Sudhaus mit 50 hl Ausschlagmenge stammt aus Ungarn.

Gebraut werden 15.000 hl p.a. vollautomatisch. Das Witzige ist, dass sich die Stewartjungs die ganzen Temperaturrasten beim Maischen sparen. Vom Einmaischen bis zum Verzuckern alles bei 65 °C. Nur zum Abmaischen wird ganz klassisch auf      76 °C erhöht. Easy easy.

Das Malz beziehen die Schotten von den englischen Mälzereien Muntons, Simpsons und aus Deutschland von Weyermann. Für eine bessere Vollmundigkeit werden neben dem Gerstenmalz auch gerne Hafer- und Weizenmalz mit eingemaischt. Vergoren wird untergärig bei maximal 13°C mit dem Hefestamm 34/70, obergärig mit der Farmhouse Yeast bei 19°C.

Craigs ganzer Stolz ist seine Hopgun. Hier wird nicht nur mit Hopfen gestopft, sondern auch mit Kaffee. Und das nicht zu knapp beim „not your body Guy“, einem Canadian Breakfast Stout mit 6,8 Vol. % Alk., das vor der Abfüllung noch für sechs Monate ins Holzfass gelegt wird. Die Hauptsorte der Brauerei ist das Jack Back, ein IPA, das wunderbar rough mit Mosaic und Citra bis zu 3-7 g/l Hopfenöl von der hopgun beschossen wird. Great!

Nagelneu in Betrieb ist die Gea Zentrifuge mit einer Leistung von 100 hl pro Stunde. Die wurde vom schottischen Staat wegen ihrer positiven Umweltaspekte subventioniert. Die Jungs hauen in den Lagertank zur Vorklärung  das nicht reinheitsgebotskonforme Filtrationswunderhilfsmittel Biofine Clear und sparen sich so die Filtration……

Dann haben wir noch was bei der Fassabfüllung über Bierfässer in Great Britain gelernt. 50% der Stewartschen Leckereien wandern ins Fass, der Rest in die Flasche und in die Dose. Zur Flaschenabfüllung wird eine mobile Leihflaschenabfüllung geordert, wow. Die klassischen CO2 haltigen Bierstile werden in die Kegs…..

…die CO2 armen Ales in Casks abgefüllt, die reinig- und wiederbefüllbar sind.

Und die ganz besonderen Ales bekommen dann noch chilling time in den oak barrels, smooth.

Seit sechs Jahren betreiben die Stewarts ihre craft beer kitchen. Eine kleine Brauerei in der Brauerei für private labeling. Mittlerweile ein super Business, denn mit 15 Sud pro Woche marschiert das Brauereichen an der Kapazitätsgrenze. Der Gag? Hier werden für  Vereine, Freunde, Firmen and so on eigene, individuelle Biere gebraut. Man kann sein eigenes Rezept je nach Geschmackspräferenzen zusammenstellen.

Nach der Abfüllung in Flaschen werden diese dann noch zur Krönung mit dem eigenen Etikett geschmückt. That´s customer satisfaction.

Mein Fazit: Stewart Brewing – I like it. Thanks Craig!